Dierk Schaefers Blog

Die Betroffenen sitzen mal wieder am Katzentisch

Asymmetrische Machtverteilung in der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“.

Das Papier war aus dem Netz verschwunden, nun ist es wieder da – und hier auch.Stiftung-Anerkennung-und-Hilfe-Praesentation-BeB-2017

Wer aufmerksam liest, kennt das Spiel schon von Runden Tisch Heimkinder her.

Ein Blick auf die Folie 29 zeigt die Funktionsweise des Lenkungsausschusses, das ist der, der lenkt, bei ihm liegt die Macht. Die Liste der dafür ernannten Personen findet man auf den Folien 34 – 37.29.jpg

Wer ist Mitglied?

Je drei Vertreter der Institutionen, die zahlen sollen. Die wollen möglichst wenig zahlen, was in der Natur der Sache liegt.

Das sind

  • Bundesregierung,
  • Länder,
  • Kirchen.

Um es bildhaft zu machen:lenkungsausschuß

 

Dann gibt es den Fachbeirat. Er hat beratende Funktion. Wer gehört dazu?

Je drei Vertreter von

  • der Gruppe der Betroffenen,
  • der Gruppe der Betroffenenvertreter,
  • der Gruppe der Sachverständigen.

Das sieht dann so aus:fachbeirat

Der Fachbeirat entsendet Vertreter in den Lenkungsausschuß. Das werden maximal 3 sein, aus jeder Gruppe einer.

Für den Sachverständigen vom Dienst nehmen wir einmal an, dass er tatsächlich neutral ist, also für niemanden Partei ergreift, sondern seinen Sachverstand einbringt (unter welchen Gesichtspunkten?).

Ob die Betroffenenvertreter, sei es von der Aktion psychisch Kranke, der Deutschen Gesellschaft für bipolare Störungen oder von der Bundesvereinigung Lebenshilfe wirklich die Betroffenen vertreten und nicht hauptsächlich ihren Verband, vermag ich nicht zu beurteilen. Nehmen wir also an, sie ergreifen Partei für die Betroffenen.

Dann hat die Betroffenenpartei zwei Sitze im Lenkungsausschuß. Ihnen sitzen neun Parteienvertreter gegenüber, die möglichst wenig Geld ausgeben wollen.

Ohnehin ist der Finanzrahmen vorab festgelegt worden. Das Dokument zeigt die Entwicklung der Kompromisse auf, die ohne die Betroffenen ausgehandelt wurden.[1]

Diese Asymmetrie setzt die Veranstalter ins Unrecht, selbst wenn halbwegs gute Entscheidungen für die einzelnen Betroffenen gefällt werden sollten. Doch um Verhandlungen auf Augenhöhe hatte man sich ja bereits schon am Runden Tisch gedrückt [2] und den Sachverständigen Prof. Dr. Manfred Kappeler[3] ausgeschlossen, der war zu kritisch.

Was im Lenkungsausschuß fehlt ist die parteiliche Rechtsvertretung der Betroffenen durch eine kompetente Anwaltskanzlei. Doch eine anwaltliche Vertretung der Betroffenen hatte ja schon Antje Vollmer gescheut wie der Teufel das Weihwasser.

Eine Beschwerdemöglichkeit haben die Betroffenen selbstverständlich auch nicht. Antragsteller sind sie, Almosenempfänger werden sie, soweit sie Glück haben.

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/01/19/man-befurchtet-dass-sich-der-neue-fonds-als-fass-ohne-boden-entpuppen-wird/ https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/08/03/behinderte-werden-als-menschen-zweiter-klasse-behandelt-der-bundesverband-evangelische-behindertenhilfe-beb-begruesst-das/

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-politikerin-dr-antje-vollmer/

[3] https://dierkschaefer.wordpress.com/2010/11/12/prof-dr-manfred-kappeler-vom-%e2%80%9ezwischenbericht%e2%80%9c-des-runden-tisches-heimerziehung-zum-entwurf-des-%e2%80%9eendberichts%e2%80%9c-%e2%80%93-zwischen-den-zeilen-gelesen-ii/

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2 Antworten

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  1. Werner Boesen said, on 28. Juli 2017 at 09:05

    Eine Beschwerdemöglichkeit könnte nach OP3 CRC gegeben sein, wobei es wahrscheinlich nötig sein wird, ein derzeitiges mißbrauchtes Kind einer solchen Einrichtung als Kläger zu benennen und es zu vertreten. Natürlich sollen erst alle nationalen Möglichkeiten ausgeschöpft werden bevor es an die Unicef geht.
    https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/72628!search?query=op3+crc&search-button=%C2%A0&newSearch=true
    Auf der Website des BMFSFJ als Suchstring OP3 CRC eingeben und es sollte ein PDF angeboten werden, in dem in deutscher Sprache erklärt ist, was OP3 CRC ist. Deutschland ist bei OP3 CRC dabei und macht insofern Fortschritte.

  2. Martin MITCHELL said, on 3. August 2017 at 02:49

    .
    Ich persönlich habe folgendes bezüglich diesem @ https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2017/07/stiftung-anerkennung-und-hilfe-praesentation-beb-2017.pdf angezeigten 67-seitigen Dokument zu sagen:

    R— D——- (Geschäftsführer des »Bundesverbands Evangelische Behindertenhilfe«) steht in einem kontraktuellen Arbeitsverhältniss mit der DIAKONIE und ist somit ein hoher Repräsentant und Fürsprecher für die DIAKONIE, der deren Interessen vertritt !! – Er leistet somit „Öffentlichkeitsarbeit“ nicht für sich persönlich, sondern als Angestellter im Auftrage der DIAKONIE, für die DIAKONIE !! – Ist dem nicht genau so wie ich es gerade jetzt hier beschrieben und dargestellt habe ??
    Anscheinend wurde gesagte „Öffentlichkeitsarbeit“ – einschließlich einer bestimmten Power-Point-Präsentation bezüglich der »Stiftung „Anerkennung und Hilfe“« – für eine öffentliche Veranstaltung, die „am Montag, 20. März 2017, 16.00 – 19.00 Uhr, Veranstaltungsort: Kulturküche, Alsterdorfer Markt 18, 22297 Hamburg“ stattfand, und an der auch (im weiteren und weitesten Sinne dieser Worte) die DIAKONIE „Teilnahme hatte“, erstellt und hergestellt. Desweiteren wurde gesagte diakonisch gesalbte Power-Point-Präsentation anscheinend auch auf anderen ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen der DIAKONIE und der *Arbeit und Sozial und Familien Ministerien* des Bundes und der Länder, sowohl wie auch der katholischen Kirche, verwendet. Der Inhalt ist daher also auch schon lange kein Geheimnis mehr, es sei denn die DIAKONIE will jetzt, im Nachhinnein, den Zugang zu diesem Inhalt verbieten oder einschränken. Dazu besteht aber, m.E., jetzt noch kaum eine Chance; denn die Betroffenen selbst werden unzweifelhaft dafür sorgen, dass das Dokument soweit wie möglich uneingeschränkt und unzensiert und uneditiert verbreitet und weiterverbreitet wird — denn genau so soll es auch sein. — denn genau so soll es auch sein und bleiben.
    .


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