Dierk Schaefers Blog

Nicht einmal Bargeld für die Missbrauchsopfer von Korntal

Wenn die Pressemitteilung vom Netzwerk BetroffenenForum stimmt, geht die Evangelische Brüdergemeinde Korntal-Münchingen tatsächlich einen Sonderweg in der Anerkennung der Verbrechen. Die Höhe der Summe erstaunt dabei nicht. So billig haben sich schon viele kirchliche Einrichtungen ihrer Vergangenheit entledigen wollen. Aber Gutscheine für je fünftausend Euro (maximal!)? Wer soll diese Parallelwährung denn akzeptieren?

Ich fürchte, die frommen Brüder haben an ihren nächsten Weihnachtsbazar gedacht. dort können dann die Opfer auf Gutschein „kostenlos“ einkaufen. – Da gibt’s doch auch ein Angebot auf der Web-Seite der Brüdergemeinde: Ein „Tagesseminar für alle, die ein seelsorgliches Anliegen für sich und andere Menschen haben.“ http://www.brüdergemeinde-korntal.de/ Ich bin fast versucht, mich anzumelden, weil ich ein seelsorgliches Anliegen für die Brüdergemeinde habe. Allerdings habe ich keinen Gutschein – und von den Seminarkosten steht dort nichts.

Ist schon eine Leistung, aus einem Skandal auch noch eine Provinzposse zu machen.

Vergelts Gott!

Hier die ungekürzte und unkorrigierte

PRESSEMITTEILUNG

Im Missbrauchsskandal der Brüdergemeinde Korntal gehen die Verantwortlichen, in der Frage der finanziellen Anerkennung des Leides ihrer Opfer, in Deutschland einzigartige, innovative Wege.

Jedes Opfer soll einen Gutschein von bis zu 5.000 € erhalten. Die Brüdergemeinde Korntal sind Spenden, oder Gutscheine für Ihre Werke sicherlich gewohnt, werden sie doch noch immer reichlich unterstützt.

Doch dass dies bei ihren Opfern Anwendung finden soll, ist eine respektlose, unchristliche Aktion, ja schon fast eine zynische Art und Weise wie diese Christen mit ihren Opfern erneut umgeht.

Die Brüdergemeinde Korntal ist reich, sie muss ein Zeichen setzen, in dem sie Grundstücke und Häuser verkauft, um den Opfern gerecht zu werden. Alles andere ist den Opfern der Brüdergemeinde Korntal nicht mehr zu zu muten, und verletzt sie erneut. Schon einmal wurde über unsere Köper bestimmt, uns mit Gewalt den Willen gebrochen. Dies werden wir nicht mehr zulassen!

Wir fordern für alle Opfer im Missbrauchsskandal der Brüdergemeinde Korntal eine Anerkenntniszahlung von bis zu 20.000 € ! Zudem muss die Brüdergemeinde Korntal Therapiekosten für ihre Opfer und deren Angehörigen übernehmen. Es müssen Anwälte bereit gestellt werden, damit die Opfer in ihrem Kampf zur Anerkennung nach dem OEG ( Opferentschädigungsgesetzt ) gelangen.

Dafür darf nicht die Allgemeinheit in Regress genommen werden. Wir sind keine Opfer 2.Klasse.

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12 Antworten

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  1. ekronschnabel said, on 22. August 2017 at 10:08

    Vielleicht beginnen selbst die gutartigsten Menschen zu begreifen, warum ich seinerzeit die verbalen Grobgeschütze nahm, wenn ich mit Täterorganisationen umgehen musste, die zur Gattung Sus scrofa domestica zählen. Die als Christen verkleideten Manager der Sus scrofa domestica-Farm Korntal-Münchingen
    haben nicht mal den Anstand von Wildschweinen, benehmen sich eben wie domestizierte und dadurch charakterlose Hausschweine.

    Ich sollte vielleicht mal einen kleinen Lehrfilm mit dem Titel „Der mit den Schweinen sprach“ drehen. Damit auch Vertreter der Korntal-Opfer begreifen lernen, dass Anstand im Umgang mit Kirchenmanagern ein wörtlich vor die Säue geworfenes Verhalten darstellt. Das Ergebnis sind „Gutscheine“….Wie sehen denn dann Schlechtscheine aus?

  2. Helmut Jacob said, on 22. August 2017 at 13:04

    Es bedarf nicht einmal dieses Gutscheins, um zu erkennen, was für ein moralisch und religiös verkommener Laden die Brüder-Gemeinde ist. Wer ihr Verhalten verfolgt hat, braucht keine weiteren Beweise mehr.

  3. […] Nicht einmal Bargeld für die Missbrauchsopfer von Korntal […]

  4. Dr. Ludwig Pätzold said, on 23. August 2017 at 10:39

    Die Pressemitteilung des Netzwerkes ist eine klassische Falschmeldung. Die Brüdergemeinde hat auf ihrer Prssekonferenz vom 5.2.2016 angekündigt, Anerkennungsleistungen bis 5.000 € zu bezahlen. Ein Opfer möchte die Anerkennungsleistung nicht auf ein Konto sondern als Barscheck haben. Jeder, der interviewt wurde und den Antrag auf Anerkennungsleistung gestellt hat, hat seine Kontoverbindung angegeben. Über den aktuellen Stand informiert die Pressemitteilung vom 14.07.2017, zu finden auf http://www.agheimopferkorntal.org/

    • Helmut Jacob said, on 27. August 2017 at 18:01

      5000€ sind eine Lachnummer! Die Brüdergemeinde sollte sich in Grund und Boden schämen.

  5. Erika Tkocz said, on 27. August 2017 at 11:19

    Ich fände es sinnvoll wenn jenseits der Aufarbeitung und der Festlegung von Entschädigungssummen mit den Ehemaligen darüber gesprochen wird, was ihre Vorstellung im Alter ist. Hier muss eine Verantwortung der Korntal-Brüder übernommen werden, denn es kann nicht sein, dass Ehemalige später wenn es notwendig wird in einem Altersheim gehen müssen. Die Traumatisierung der Heimbiografie würde zu einer erneuten Traumatisierung führen kämen Ehemalige in einem Heim, weil die dortigen Strukturen „Wiedererkennunsgwert“ haben und das muss verhindert werden. Es ist also unbedingt notwendig die Ehemaligen zu befragen, was- sie sich- wie im Alter vorstellen und wenn sie später pflegebedürftig werden muss gemeinsam mit den betroffenen Personen darüber gesprochen werden wie IHRE Vorstellung des Lebens im Alter umgesetzt werden und das muss auch von den Korntal- Brüdern in ihrer Verantwortung übernommen werden. Wenn man sich wirklich ernsthaft mit der Vergangenheit auseinander setzt und versteht was damals passiert ist wird man auch verstehen, dass es im Alter nicht möglich ist wieder in einem Heim zu kommen und dort zu enden.

    Deswegen meine Frage an Sie Herr Dr. Ludwig Pätzold gibt es dahingehend Überlegungen und auch Angebote von der Brüdergemeinde Korntal?

    • Dr. Ludwig Pätzold said, on 2. September 2017 at 11:27

      Ich antworte als Mitglied der operhilfe-korntal.de Über dieses Thema wurde noch nicht gesprochen. Wenn es von den Heimopfern angespriochen wird, werden wir uns damit befassen. Es dürfte nicht einfach sein, für die vielen individuellen Schicksale eine Lösung zu finden.

      • Erika Tkocz said, on 2. September 2017 at 11:57

        Sehr geehrter Dr. Pätzold:
        Ja da stimme ich Ihnen zu, individuelle Lösungen zu der Thematik sind nicht einfach, was aber möglich wäre für jene Ehemaligen- die es wünschen- eine zusätzliche Pflegeversicherung abzuschließen, die übrigens auch im fortgeschrittenen Alter möglich ist und den betroffenen Personen ermöglicht, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Ich bin der Meinung ein umfassendes Gespräch mit den Betroffenen sollte auch zum Thema haben, was ihre Ängste sind gerade hinsichtlich des Älter Werdens und wie sie sich dahingehend ihre Leben vorstellen. Ich gehe einmal davon aus, dass jene Personen die die Gespräche mit den Ehemaligen führen auch wissen, was Traumatisierungen beinhalten und dass diese im Alter wieder mehr zum Vorschein kommen und auch wieder Ängste verstärken und da ist es wichtig gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ich fände es gut wenn Sie diese Thematik des Älter Werdens und die damit verbundenen Ängste auch einmal weiter geben würden. Vielen Dank.

  6. dierkschaefer said, on 27. August 2017 at 11:44

    Ich leite Ihre Frage an Dr. Pätzold weiter.

    • Erika Tkocz said, on 27. August 2017 at 11:51

      DANKE Herr Schäfer

    • ludwig.paetzold said, on 27. August 2017 at 12:03

      Die Behauptung dass die Anerkennungsleistung als Gutschein bezahlt wird, ist frei erfunden. Es wird keine Quelle genannt.

      Von meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

  7. […] Das NetzwerkBetroffene hatte eine Pressemitteilung herausgegeben, die hier im Blog zitiert und kommentiert wurde: https://dierkschaefer.wordpress.com/2017/08/22/nicht-einmal-bargeld-fuer-die-missbrauchsopfer-von-ko… […]


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