Dierk Schaefers Blog

Twitterkultur – Keine Diskussion über #Inklusion

Posted in Gesellschaft, Kinder, Kinderrechte, Kindeswohl, Kultur, Leben, Medien, News, Religion, Soziologie by dierkschaefer on 13. Oktober 2017

Heute, 13.10.2017 13:44 habe ich die Twitter-Mitteilungen 10-17 dokumentiert, die mich über mein Twitterkonto erreicht haben. Lediglich zwei Großaufnahmen von Herrn Trump habe ich aus Platzgründen gelöscht, auch leere Aufzählungszeichen. Eine Zensur fand nicht statt.

Die Datei „Mitteilungen“ bei Twitter weist nicht meine Antworten aus, die ich auf einige der Tweeds gegeben habe. Wer sich die Mühe machen will, kann die aber in meiner Timeline nachlesen. Eigentlich sollte man auf Mitteilungen dieser Art nicht antworten, jedenfalls kein zweites Mal, möchte aber nicht nachgesagt bekommen, man kneife. Doch wenn man ohnehin unter der Gürtellinie angegriffen wird, macht dieser Vorwurf auch nichts mehr aus.

Die meisten Mitteilungen beschäftigen sich mit dem Thema „Inklusion“, zu dem ich zuletzt einen Beitrag auf meinem Blog geschrieben habe, der im Wesentlichen einen Zeitungsartikel wiedergab. Inklusion und der ideologische Mainstream https://dierkschaefer.wordpress.com/2017/10/05/inklusion-und-der-ideologische-main%c2%adstream/ Die Kommentarfunktion wurde nicht wahrgenommen. Dort gab es auch Links zu älteren Artikeln über Inklusion, z.B. Inklusion macht Kinder zu Verlierern. https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/04/07/kinderrechte-inklusion-macht-kinder-zu-verlierern/ Hier gab es zwar Kommentare, doch die waren eher geeignet, die Inklusionsideologen zu verärgern.

Ähnlich wie schon in einem anderen Artikel beschrieben (https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/02/18/die-methodische-zurichtung-des-menschen/ ) hatte auch diesmal „jemand dieser namhaften Twitterer in meinem Profil gesehen …, dass ich – nicht nur, aber auch – Pfarrer bin. Also spielte diese Dame mein Christsein gegen mich aus mit der Behauptung, ich hätte es vor mir hergetragen. Mein Twitter-Profil weist mich aus als „Psychologe/Kriminologe/Theologe | Pfarrer iR. | Blogger https://dierkschaefer.wordpress.com/ : | Kinderrechtspreis 2009 | Psychologische Praxis | Gutachtenerstellung“. Man beachte die Reihenfolge. Doch der Vorwurf „Christ“ verbunden mit dem der Diskriminierung machte Schule. Andere folgten. Ich will das ja nicht gleich Shitstorm nennen, aber unter der Gürtellinie ist das schon.

Die Mitteilungen und Retweets gehen nicht auf die in meinem Artikel genannten Fälle ein, sondern fordern pauschal die Inklusion aller irgendwie behinderten Schüler. Es wird keine Rücksicht auf die Art der Behinderung genommen, keine Rücksicht auf die Auswirkungen auf nicht-behinderte Schüler. Nur am Rande wird auf die fehlenden personellen wie wirtschaft­lichen Ressourcen für Inklusion in Regelklassen angesprochen. Ein Tweed hat sogar die Ursache ausgemacht: Die noch bestehenden Förderschulen blockieren die Mittel für die Inklusion in Regelklassen.

Mein Fazit: Twitter eignet sich wegen der Beschränkung auf 140 Zeichen nicht unbedingt als sachliche Diskussionsplattform. Selbst einen eigenen Blog im Hintergrund nutzen manche Zeitgenossen nicht, um differenziert auf Sachprobleme einzugehen. So stellte eine Bloggerin ihren persönlichen Fall von Inklusion offenbar als Blaupause für Inklusion überhaupt dar.

„Manche Leute haben es nicht weit, bis zu ihrem Horizont“, sagte einmal ein Oberkirchenrat, doch der ist qua Beruf und Christ ohnehin indiskutabel.

Also ein anderes Beispiel zum Schluss. Ich kann allerdings die Quelle nicht belegen. Im Lernversuch hatte man einer Ratte beigebracht, wie sie Elektroschocks abstellen kann, nämlich durch Druck auf einen Hebel in ihrem Käfig. (Ich will jetzt keine Diskussion über Tierversuche eröffnen.) In Erwartung der Schocks hielt sich die Ratte besser gleich in der Nähe des Hebels auf. Sie hatte gelernt. Dann setzte man ihr eine zweite Ratte in den Käfig. Als der Schock kam, vergaß sie, was sie gelernt hatte, und fiel stattdessen über die Kollegin her. Wer’s lieber literarisch mag lese von Alfred Andersch in seinem Roman „Die Rote“ (München 1964, S. 37-44): „Grausiges Erlebnis eines venezianischen Ofensetzers.“ Dort wird angesichts mangelnder Vernunft sogar Zweifel an Gottes guter Ordnung geäußert, was die Religionskritiker meines Publikums besänftigen mag.

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