Dierk Schaefers Blog

Sind es die Veterinärtheologen (Schweinepriester) oder ist das Ganze ein Saustall?

Kann man diese Kirche insgesamt als kriminell bezeichnen?

So fragt Frau Tkocz in Ihrem heutigen Kommentar. Sie ist ansonsten eher zurückhaltend, doch die Dokumentation „ Gottes missbrauchte Dienerinnen“ bei ARTE war wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Ich gebe ihren Kommentar hier in vollem Wortlaut wieder.

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Heute kam in ARTE die Dokumentation „ Gottes missbrauchte Dienerinnen“. Das nächste Verbrechen nach dem Phädophilenskandal innerhalb der katholischen Kirche. Kann man wie es Herr Kronschnabel macht, diese Kirche gesamt als kriminell und hier jetzt als „Schweine­züchter“ bezeichnen? Sicherlich kann man es anders ausdrücken, jedoch bleibt trotzdem der Grundgedanke, diese Kirche durch und durch als ein krankes, kriminelles System zu bezeich­nen, sehe ich auf jeden Fall auch so. Mit Männern an der Spitze, die als Vertreter der Moral selber die Moral so biegen wie sie diese in den jeweiligen Situationen brauchen. In der Doku­men­tation deutlich erkennbar , dass beispielsweise die Kirche gegen Abtreibung ist, aber wenn dann die vergewaltigte Nonne schwanger wird abtreiben soll. Eine andere Nonne auf Anweisung ihrer Oberin das Kind „Gott schenken soll“, es zur Adoption frei geben musste. Nichts weiter als Erpressung, denn wenn man den Anordnungen seines Ordens nicht folgt fliegt man raus. Nun diese Nonne folgte den Anweisungen der Oberin, flog trotzdem raus. Immerhin nahm sie sich einen Anwalt und bekam nach zwei Jahren ihr Kind zurück. Aber das ist eher eine Ausnahme und an den Händen dieser Priester klebt auch Blut, denn nicht jede Nonne überlebte einen Schwangerschaftsabbruch. Also da kommt was zusammen, Lügner, Betrüger, Vergewaltiger und auch Mörder ob direkt oder indirekt spielt keine Rolle.

Geht es eigentlich noch verkommender als Gott auch noch für seine Schandtaten und Verbrechen zu benutzen? So ein „Schweinepriester“, der seine Vergewaltigungen an den Nonnen auch noch für selbstverständlich hält, weil er das Werkzeug Jesus sei. So jedenfalls rechtfertigte er seine Vergewaltigungen gegenüber der Nonne.

Ich gehe gar nicht davon aus, dass die Kirche ständig leugnet um nicht zu zahlen, natürlich will sie es nicht, aber die Leugnung ist für die Kirche eine Überlebensstrategie, denn die Aufdeckung der gesamten Verbrechen und die dahinter liegenden Absichten würden wohl in Menschen Zweifel setzen, ob diese Kirche überhaupt einen Sinn macht, wenn also jene Menschen, die diese Kirche repräsentieren Verbrechen begehen, die so manchen „gewöhn­lichen Verbrecher“ in den Schatten stellt. Diese Kirche ist nicht mit Gott, sondern mit ihren Vorstellungen von einer Lebensweise, die nach außen hin- uns also dem Volk- zeigen soll, wo wir moralisch zu stehen haben und sich nach innen derart kriminell, skrupellos, schweinisch über Leichen gehend verhält, dass man nicht mehr so wie hier schon oft auch geschrieben, davon ausgehen kann, dass es sich hier um Einzelfälle und/oder nur um einen kleinen Teil der Kirche handelt. Ich kann doch auch nicht akzeptieren, wenn ein Mensch beispielsweise sehr viel Gutes tut, aber ein Vergewaltiger ist sagen, Schwamm drüber er tut aber sonst doch sehr viel Gutes. Nein nicht „Schwamm drüber“, die Dokumentation hat sehr gut gezeigt, wie diese Kirche funktioniert, wie sie mit Verbrechen umgeht und der Papst nicht einmal bereit war öffentlich zwei ehemalige Nonnen zu empfangen. Es sollte heimlich hinter verschlossenen Türen passieren, was dann diese ehemaligen Nonnen abgelehnt haben, weil sie sich nicht noch einmal fremd bestimmen lassen wollten und auch nicht zulassen wollten, dass diese Verbrechen wieder unterm Tisch fallen und wenn das Oberhaupt dieser Kirche nicht in der Lage ist sowohl mit den Verbrechern als auch mit den Opfern angemessen umzugehen und weiter vertuschen will, ist er auch nicht besser wie seine Priesterverbrecher. Es ist schon so wie Herr Kronschnabel es ausdrückt, alles Schweinezüchter und warum soll man es auch anders ausdrücken. Diese Kirche hat es nicht verdient respektvoll behandelt zu werden. Ich finde es zwar bedauerlich, dass jene Menschen, die dieser Kirche angehören so von dieser Organisation betrogen werden, aber man muss schon unterscheiden zwischen Kirche und Glauben und Jesus- so er jetzt da mal in Rom wäre- würde sicherlich auch dort vor der Türe kotzen, denn hätte er heute diese Dokumentation gesehen wäre ihm auch schlecht geworden.

§§§§

Meine Antwort: Auch der Papst.jpg

Danke, liebe Frau Tkocz, für Ihren Kommentar. Wenn jemand wie Sie so drastisch schreibt, ist eine Grenze überschritten. Die Verantwortlichen werden die Bedeutung nicht ermessen können, weil sie blind sind und die meisten immer noch nicht merken, dass sie nicht mehr mit dem Rücken zur Wand, sondern vor dem Abgrund stehen – ein Höllenabgrund. Doch wer glaubt noch an die Hölle? Bei Dante würden sie jedenfalls im tiefsten Kreis der Hölle landen. In der Kirche zu Weilheim/Teck kann man es sehen: https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/8652756424/in/album-72157633254631808/ .

14 Antworten

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  1. Werner Boesen said, on 6. März 2019 at 11:34

    Ich habe auch die Doku gesehen, doch für mich war es inhaltlich nichts Neues. Neu war lediglich, dass es nun im Fernsehen einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht wird. Mich wunderte dennoch mit welcher Naivität junge erwachsene Frauen in eine Männergesellschaft eintreten die scheinbar nur aus Eunuchen besteht. Doch das in die Wiege gelegte Urvertrauen macht blind vor jeglichem „Heiligenschein“. Die Kardinaltugend Liebe zu Gott und Beichtgeheimnis liefern jedem Theologen das beste Alibi für jegliche tierische Option. Nun scheint das System Kirche durchschaut, doch was wird sich ändern? An den kirchlichen Doktrin wird sich nichts ändern, denn die kirchliche DNA reifte in vielen Jahrhunderten. Politik und Wissenschaft können wenn sie nur wollten, doch die Verflechtungen und finanziellen Abhängigkeiten sind überwältigend. Dazu der Moralanspruch. Schon der deutsche Philosoph Immanuel Kant forderte neben dem Religionskatechismus einen des Rechts und der Moral wobei dem moralischen Katechismus der Vorrang gebührt. Über 250 Jahre sind vergangen und es gibt ihn immer noch nicht. Und unsere scheinbar unabhängige Wissenschaft? Es gibt einige wenige Wissenschaftler, die mutig sind und klare Position beziehen. Doch sie fliegen aus diesen gemeinsamen Gremien von Staat und Kirche raus, denn sie machen zu viel Unruhe im „Schweinestall“ und riskieren den Kollaps. Wenn es denn nur eine Minderheit wäre, wie es gerne die Kirchenoberen verkünden, dann könnte der „Schweinestall“ schnell ausgemistet werden. Doch offenbar ist der Misthaufen kaum zu durchdringen. Aber gut, dass sich nun auch mutige Frauen gefunden haben, die an die Öffentlichkeit gehen und beim Ausmisten helfen. Und als ehemaliges Heimkind stellte ich zumindest mathematisch fest, für jede vergewaltigte Nonne wurde ein Heimkind weniger sexuell missbraucht. Ich könnte mich natürlich täuschen, denn es ist nicht beweisbar.

  2. Erika Tkocz said, on 6. März 2019 at 14:46

    Ja die Kirche ist ein Schweinestall, weil es die kirchlichen Strukturen sind, die diese Verbrechen erst möglich machen. Sei es der totale Machtanspruch dieser Schweinepriester, sei es- was in den Film doch gut herauskam- die Vorstellungen der Nonnen von Gehorsam, sei es der Umgang mit schwangeren Nonnen die dazu genötigt werden abzutreiben.

    Ich fand es schon erschreckend, wie eine Nonne sich mehr darüber aufregte, nun ihre Jungfräulichkeit verloren zu haben, als sich damit zu befassen, was sie ist, was man offensichtlich mit ihr machen kann, sie nämlich wie „Dreck“ zu behandeln, oder wie eine Sache, also nicht mehr Mensch zu sein und sich als solches zu spüren. Wie sehr sind diese Nonnen eigentlich vom eigenen Ich entfernt, vor dem eigenen Respekt bzw. der Selbstachtung, das ist schon erschreckend. Dann Oberinnen, die die Rolle von Zuhälterinnen haben, also Prostitution dort möglich ist wo man es eigentlich nicht für möglich hält und warum? Weil die Nonnen total abhängig sind von ihrem Orden und wenn sie nicht gehorchen rausfliegen. Da muss man sich schon einmal fragen, wie so ein Orden sich eigentlich von einem Puff unterscheidet, es sind doch ähnliche Strukturen.

    Ja es ist schon so Herr Schäfer, ich kann die kath. Kirche nicht mehr differenziert wahrnehmen, sie ist ein Saustall und nicht bereit auszumisten. Wahrscheinlich kann sie es auch nicht mehr, weil die Verbrechen ja nicht Ausnahmen sind, man hat schon längst den Überblick verloren und ist auch nicht bereit sich mit den Verbrechen näher zu befassen, denn das würde ja auch bedeuten, an den Strukturen etwas ändern zu müssen.

    Ja Herr Schäfer, gäbe es doch die Hölle dann könnte man ja irgendwie ein wenig daran glauben, dass es Gerechtigkeit gibt. Aber wir Menschen müssen das schon hier auf der Erde erledigen und uns bleibt lediglich die Hoffnung, dass sich in der kath. Kirche etwas ändern wird.

  3. Werner Boesen said, on 6. März 2019 at 17:07

    Es sind nicht nur kirchliche Strukturen, die Verbrechen ermöglichen. Gefährlicher sind die Doktrin, insbesondere die ungeschriebenen „Gesetze“. Dazu gehört z.B. die Maßgabe: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!“. Ein Spruch, der mir schon als junger Meßdiener vermittelt wurde. Ich kann mich daher nicht mit einem kath. Theologen unterhalten, weil er stets weis kraft seines Schweigegelübdes und des Beichtgeheimnisses die Wahrheit vorzuenthalten. Schweigegelübde und Beichtgeheimnis sind Bestandteil der DNA der kath. Kirche und vereint zum Schweigekartell. Hoffnung gibt es da nicht mehr. Ich habe erkannt und akzeptiere die Doktrin der kath. Kirche und überlasse den Verein jenen, die ihr Schicksal dort herausfordern trotz Aufklärung. Dank Urvertrauen überwiegt die Gutgläubigkeit im Menschen, Mahner und Aufklärer bleiben auf der Strecke.

  4. ekronschnabel said, on 7. März 2019 at 09:35

    Veterinärtheologen……..Pastor, DIESE Begriffsschöpfung gehört in den Duden – oder in eine der heute nur noch nervenden Ratespiel-Sendungen. „Heiteres Beruferaten – Was bin ich?“ und dann sitzt da ein fetter Veterinärtheologe und steht am Ende als simpler, moralloser, verkommener Schweinepriester da…
    Umkehrschluss: Ich werde unseren Tierarzt zum Theologenveterinär ernennen. Na, der ersäuft in Arbeit, bei dem bestehenden Patientenpotential…

    Pastor, alleine schon diese kleinen Erheiterungen sind das Verweilen auf dieser Erde wert!

  5. Werner Boesen said, on 7. März 2019 at 10:44

    Auch wenn der Duden mit eine Domäne umgangssprachlicher Begriffe ist doch vor seiner „Heiligkeit“ gebührt Hochachtung. Der Begriff Schweinepriester ist schon lange bekannt und wird weiterhin im Duden fehlen wie auch der Veterinärtheologe. Schon das Konkordat verbietet dies. Nichts destotrotz braucht es die Bildung des gemeinen Volkes und dazu gehört politische Aufklärung zur Vermeidung sexuellen Missbrauchs durch Moralapostel (auch dieser Begriff fehlt im Duden).Dazu braucht es mutige Politiker und Wissenschaftler und den bereits erwähnten Katechismus der Moral. Zur Moral gehört für mich nicht nur das Gute zu benennen sondern auch das Schlechte, gerade um auch Risiken des Missbrauchs zu reduzieren.

    • ekronschnabel said, on 7. März 2019 at 12:18

      Werner, wer ist „Seine Heiligkeit“? Der alte verlogene Mann in der Mafiazentrale Vatikan? Der ist real nachweisbar, der belegt seine Unnützigkeit täglich selbst, falls du den meinst. Was daran heilig sein soll,musst dir mal erklären.

      Wenn du aber diese fiktive Gestalt „Gott“ meinst hast du ’ne richtige Popokarte gezogen, denn darunter versteht jeder was anderes. Wie sagte Gerd Schröder doch mal?: Wer an Halluzinationen leidet sollte zum Arzt gehen“.
      Das empfehle auch ich denen, die mir einen Gott andrehen wollen.

      Wem also gebührt Hochachtung? Das Konkordat und dessen Auswirkungen interessieren mich denselben Dreck wie die, die davon leben und zur Existenzsicherung mit den Begriffen Moral und Ethik die lenken und blöde machen, von deren Steuern sie bestens leben.

      Mir gehen stets die letzten Haare hoch wenn ich mit Begriffen wie heilig konfrontiert werde und dann sehe, was die tun, die diese verlogenen Begriffe zwecks Machtfestschreibung erfanden.

      Ansonsten rate auch ich dir, diese ganzen Schweinereien und die dazu auftauchenden Kommentare mit mehr Humor zu nehmen, tut der Gesundheit gut. Wenn mein Hund morgens ’nen krummen Buckel macht grinse ich mir eins und stelle mir die Dreckspatzen aus der theologischen Schweinezuchtbranche bei gleicher Tätigkeit vor
      – und schon steht jeder Bischof als Witzfigur da. Dir einen entspannten Tag, Werner…..

  6. Erika Tkocz said, on 7. März 2019 at 11:48

    Also ich kann Herrn Kronschnabel hier absolut beipflichten, mir hat der Ausdruck „Veterinärtheologe“ außerordentlich gut gefallen und mache mir da so meine Gedanken woher eigentlich der Begriff „Schweinepriester“ kommt, der ja schon so lange bekannt ist und auch seine Berechtigung hat.
    Nun und jetzt mal zu Ihnen Herr Böse, nehmen Sie es doch etwas mit Humor, dann fällt doch manches leichter auch bei so schweren Themen, die hier benannt werden.

    Zur Moral einmal so viel: gerne erkenne ich an, dass der Ursprung der Moral der Religion geschuldet ist und angefangen von den 10 Geboten, die sicherlich damals absolut notwendig waren, hat hier die Religion auch ihre Verdienste. Allerdings muss man auch die andere Seite dieser Medaille betrachten, dass die Moral der Religion -oder sollte ich nicht besser sagen- der katholischen Kirche auch immer mit Eingrenzungen und Stigmatisierungen verbunden war und auch noch bis heute ist und so ist es dann schon notwendig nicht bei der Moral dieser Kirche stecken zu bleiben, sondern sie auch dem wissenschaftlichen Prüfstand zu unterziehen, also der Ethik.

    Es gibt sicherlich Werte die immer Bestand haben, aber es gibt auch eine Moral die letztlich nie eine Moral war, sondern lediglich dazu dient(e) Menschen vorzumachen, wie sie sich zu verhalten haben und wie sie leben sollten und sollen. Kann man ja sehr schnell am Thema der Homosexualität festmachen und wie die katholische Kirche dazu steht und ich behaupte auch einmal, dass die Kirche mitverantwortlich dafür ist, dass früher Homosexuelle ins KZ kamen.

    Also brauchen wir die Ethik, die erst einmal mit der Moral- insbesondere der katholischen Kirche- aufräumen sollte und es wäre sinnvoll, wenn Ethik sich deutlich über diese scheinheilige Moral stellen dürfte, also gesetzlich legitimiert würde der katholischen Kirche einmal ihre Grenzen aufzuzeigen. Wie problematisch bzw. gefährlich beispielsweise das bei der Homosexualität ist kann man spätestens dann nachvollziehen, wenn man sich die Auswüchse anschaut, bis hin Homosexualität therapieren zu wollen. Spätestens hier sollte das unter Strafe gestellt werden und dazu ist es notwendig unter dem Gesichtspunkt der Ethik hier einmal klar zu machen, dass es ein Strafbestand ist Homosexuelle therapieren zu wollen.

    • ekronschnabel said, on 7. März 2019 at 12:36

      Frau Tkocz,
      Ihre Forderungen nach Anwendung der Ethik ist richtig, aber das wissen genau die zu verhindern, die mit der
      verlogenen Moral ihr Reich regieren. Mit der Moral bedrohen sie die psychisch Schwachen, die mit Angst Lebenden, diejenigen, die sich diesen Fremdbestimmern unterwerfen, sich heute noch unterwerfen.

      Natürlich ist die Kirche mitverantwortlich für die Schikanierung von Homosexuellen in den KZ’s. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage, dass man das Täuschen und Tarnen-Spiel betrieb um die wahrlich nicht kleine Menge homosexueller Kirchenleute zu tarnen.

      Das traf übrigens auch auf die evangelische Kirche und deren wirtschaftliche Mafiazweige zu. Die Diakonie stellte KZ-Wächter aus ihren eigenen Reihen, die z.B. die Moor-KZ-Häftlinge bewachten. In Schleswig-Holstein
      unterhielt die Diakonie ein eigenes KZ’s, bewirtschaftete es mit Gewinn!!! Einfach mal googlen, aber aufpassen, da kommt die alte Tante Google sogar in’s Kotzen, wenn man den ganzen Dreck rund um die Kirchen aus dem Archiv abruft.

  7. ekronschnabel said, on 7. März 2019 at 12:59

    Erfreuliches!!!
    Der SPIEGEL vermeldet, dass der französische Erzbischof Barbarin wegen Missbrauchsvertuschung zu einer Strafe von 6 Monaten auf Bewährung verurteilt wurde.

    Sein Anwalt kündigte Rechtsmittel dagegen an. Die nächste Instanz wird da auch nach unten schrauben, vermute ich. Aber Hochmerkwürden bekam mal was an’s Maul, was dazu führen wird, dass manch anderer Schweigepeter es sich überlegt, ob er Straftaten deckt.

    Erfreulich ist doch, dass immer mehr Staatsanwaltschaften und Gerichte Verfahren gegen Straftäter aus Kirchenkreisen durchziehen. DAS hätten sich Justizbehörden vor 30 Jahren kaum getraut, zu gross war die Macht der Kuttenträger.

    Man trifft sie dort wo es weh tut, man reisst ihnen die Masken vom Gesicht, man nimmt ihnen Autorität, man zeigt auf sie und sagt „So sehen sie aus, die Kinderficker und ihre Zuhälter!“. Hat sich was mit Hochwürden und mit Reputation noch viel weniger.

  8. Werner Boesen said, on 7. März 2019 at 13:02

    Ich bin hier primär auf der Sachebene unterwegs. Bei mehrdeutigen Begriffen setze ich diese in Anführungszeichen wie „Heiligkeit“. Als Heimkind lernte ich, dass diese Heiligkeit schon beim Priester begann, als Heranwachsender begriff ich die „Scheinheiligkeit“ dieser Herren und habe die Konsequenz gezogen. Dann lernte ich das Konkordat kennen und begriff die „Heiligkeit“ ist manifestiert und priviligiert. Da hilft auch keine Ethik mehr, denn „gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht“.

  9. Erika Tkocz said, on 7. März 2019 at 18:38

    Herr Boesen et.al,
    Sie mögen für sich einen Anspruch der Sachebene haben und vermehrt merkt man es hier auch, wenn auch nicht immer, denn bei Ihrem Artikel vom 6. März um 11:34 der Satz: „Und als ehemaliges Heimkind“ stellte ich zumindest mathematisch fest, für jede vergewaltigte Nonne wurde ein Heimkind weniger sexuell missbraucht“ war ich doch sehr irritiert und oft kommt man dann offensichtlich seinen eigenen Anspruch doch in die Quere. Ich bemühe mich auch um Sachlichkeit, lasse aber zu auch gelegentlich emotional zu werden, wie ich hier ja zu der Dokumentation auch wurde, was Herr Schäfer auch sofort gemerkt hat. Er kann das aber nachvollziehen und genau das schätze ich an ihm, dass er hier nicht kleinlich ist und auch Herr Kronschnabel so schreiben kann, wie er es für sich wahrnimmt. Genau das ist der Punkt, Opfer haben sehr wohl das Recht die Täter so zu benennen wie sie es fühlen und auch wenn ich gelegentlich nicht unbedingt mit Herrn Kronschnabel übereinstimme, kann ich sehr gut nachfühlen, dass er so schreibt und finde es auch in Ordnung. Ich mag es auch nicht so sehr wenn man meint sich da auf eine Sachebene zurückziehen zu wollen. Das macht auf mich eher den Eindruck, nicht verstehen zu wollen, was der Andere einen mitteilen will und mir sind dann Menschen wie Herr Kronschnabel sehr sympathisch, weil sie sich nicht im Geiste verbiegen lassen und sich nicht hinter der Fassade von Sachlichkeit verstecken. Themen die wir hier anbringen sind sowieso schwer in der Form einer Sachlichkeit zu bringen, weil nun mal diese Verbrechen eine zutiefst emotionale Seite hat, die bei den Opfern ein Leben lang Spuren hinterlassen.
    Ich habe 35 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet und sowohl die seelischen aber auch die körperlichen Spuren gesehen und wenn Sie einmal einen Menschen mitbekommen, der seinen Kopf dermaßen heftig an die Wand schlägt um noch irgendetwas an Lebendigkeit für sich zu spüren, werden Sie die Qual spüren, die so ein Mensch tagtäglich erlebt und wünschen sich nur noch, dass diese Täter in der Hölle schmoren werden. Aber wir wissen ja auch –zumindest bei mir ist es so- dass es die Hölle nicht gibt. Wohin dann mit dem Schmerz, den Zorn und andere Gefühle. Da ist es das Wenigste was man einem Opfer zubilligen kann, diesen Schmerz und Zorn in seinen Worten hinausschreien zu dürfen und wenn diese Schweine nun mal Schweinepriester sind dann sind sie es und wer sich nun schon so viele Jahre mit diesen Verbrechen beschäftigt, soll auch deutlich werden. Es ist sowieso schon zu viele Jahre geschwiegen worden und wenn man dann liest, dass der Anwalt von diesem Verbrecher Pell (der ja hoffentlich am 13. März für immer hinter Gitter wandert) hier bei sexuellem Missbrauch auch noch von „Blümchensex“ spricht, dann scheint es mir mehr als notwendig zu sein, hier klare deutliche Worte zu finden, denn diese Verbrecher verstehen keine Sachlichkeit, denen muss man ganz deutlich in den Allerwertesten treten.

    Vielleicht fühlen Sie sich durch Ihre Sachlichkeit intellektuell überlegen was mir ehrlich gesagt egal ist. Ich habe keine Minderwertigkeitskomplexe und schreibe so wie ich es für mich richtig halte, manchmal sachlich manchmal emotional, je nachdem wie ich mich fühle. Ich habe für mich lediglich den Anspruch nicht in Allem verallgemeinern zu wollen, finde aber bei der katholischen Kirche keine Differenzierung mehr und was das nun mit dem Konkordat zu tun hat wird mir ein Rätsel bleiben.

    Wie dem auch sei, ich habe nicht den Anspruch Menschen ständig das Gefühl geben zu wollen, sie seien nicht sachlich und schon gar nicht bei diesem Thema und ich bin froh, dass nun endlich diese Kirche keinen Freibrief mehr für Verbrechen hat, sondern sich auch dem weltlichen Gericht stellen muss und heute durch das Urteil wurde ein Zeichen gesetzt. Es geht da nicht um die Höhe des Strafmaßes, sondern die Bedeutung ist wichtig und ich kann nur hoffen, dass der Schweinepriester Pell nächste Woche am 13.03 lebenslänglich hinter Gitter kommt, denn auch wenn eines seiner Opfer schon tot ist, wird es für das andere Opfer eine Genugtun sein, denn nur das zählt und nicht wie Menschen, die keine Opfer sind sich anmaßen hier überhaupt für die Kirche sprechen zu wollen, weil ihnen ihre Kirche wichtiger ist als jene Menschen, die durch diese Kirche für ihr Leben gezeichnet worden sind.

    • ekronschnabel said, on 7. März 2019 at 20:03

      Danke für den Beitrag, Frau Tkocz, Sie trafen Emotionen und Sachlichkeiten. DAS können nur Opfer, oder Menschen, die das Elend der Opfer miterleben müssen. Ihnen muss ich nicht erklären, was hinter der von mir bewusst hochgezogenen Wand des Hasses auf die Täter stattfindet. Meine Familie wurde ebenfalls zu Opfern dieser Verbrecher. Und da geht bei mir der Weg der Sachlichkeit nicht mehr, denn diese Sachlichkeit erlebte ich in den Verhandlungen mit dem Kirchengesindel, die IN EIGENER SACHE schon wieder Richter spielten und die
      Opfer erneut vergewaltigten. Und diese Gestalten halten sich sogar für Wohltäter, weil sie den Opfern lumpige Tausender hinwarfen, die auch noch die lieferten, die diese Täternachfolger immer noch als moralische Instanz anerkennen.
      Mit meiner Brachialmethode kommen diese Dreckspatzen überhaupt nicht zurecht, sie sind total verunsichert, wenn man Ihnen Respekt und die gewöhnte Unterwürfigkeit versagt.

    • Werner Boesen said, on 7. März 2019 at 21:02

      Frau Tkocz, danke für Ihre Rückmeldung. Ich kann für beide sprechen, für den Fachmann und für das Heimkind, das ich einmal war (über 6 Jahre). Wenn ich als Heimkind spreche, dann verlasse ich natürlich die Sachebene, denn ein Kind entwickelt ja erst seinen Sachverstand zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Gesetzen sowie religiösen Geboten und Verboten. Wenn ich als Erwachsener auf Sachlichkeit Wert lege, dann hat dies nichts mit einem Versteckspiel zu tun. Das Konkordat gibt den Geistlichen eine immense Machtfülle, wie der Schutz ihrer Gebäude, sodass ein Pfarrer sich zu verstecken und zu flüchten weiß. Zudem ist er geschützt wie ein Staatsbeamter und sein Amtseinkommen unterliegt nicht der Zwangsvollstreckung. Wäre letzteres der Fall, könnten andere Entschädigungen den Opfern zufließen wie die derzeitigen „Almosenbeträge“. Ich bin Herrn Kronschnabel sehr dankbar für sein Engagement und musste ihm vor einiger Zeit mitteilen, dass mir die nervliche Kraft fehlt das direkte Gespräch mit den Kirchenoberen zu suchen. Ich versuche daher den Kampf für die Opfer auf der Fach- und Wissenschaftsebene zu führen. Dazu brauche ich keine intellektuelle Überlegenheit, denn es gibt bereits Vordenker genug wie beispielsweise David Archard mit seinem Werk Children Rights and Childhood (leider nur in Englisch vorhanden).
      Ich danke dem Blogbetreiber Dierk Schaefer , dass er beides ermöglicht, Sach- und Wutbeiträge bei denen auch das innere Kind seinen Ausdruck findet.

  10. Erika Tkocz said, on 7. März 2019 at 21:53

    Ich möchte mich bei Ihnen Beide für Ihre letzten Beiträge bedanken, ich habe so das Gefühl, wir
    verstehen uns ein wenig besser.

    Herr Boesen es ist nicht so, dass ich Ihr Bedürfnis nach Sachlichkeit nicht nachvollziehen kann, dieses liegt ja auch in meinem Anspruch. Mir geht es aber darum, Menschen die da anders sind zu verstehen und das es auch richtig ist deutlicher zu werden, ohne dass da Jemand mit dem erhobenen Zeigefinger meint, bitte bleibe sachlich. Erst einmal zu meiner Person, ich bin schon auch einmal ein Opfer gewesen und wenn man mich fragen würde, was ich an Misshandlungen erlebt habe, könnte ich da antworten, es ist schneller wenn ich aufzähle was ich nicht an Misshandlungen erlebt habe. Ich habe aber eine langjährige Therapie gemacht und komme klar und verstehe auch was Opfer zu ihrem Schutz machen. Das ist sicherlich sehr individuell, nur eines gibt es da nicht, ein „das darf man nicht“. Wobei ich aber nicht davon ausgehe, dass z.B. Herr Kronschnabel hier ein Verhalten am Tag legt, was nicht gerechtfertigt wäre. Ich mache es einmal an einem Beispiel deutlich worauf ich hinaus will: Was z.B. würden Sie machen, wenn Sie als Opfer im Gerichtssaal hören würden, „es war ja nur Blümchensex“. In diesem Wort „Blümchensex“ liegt alles was dazu gehört, ein Opfer wieder zu erniedrigen, letztlich wieder zu vergewaltigen. Nun könnte man überlegen wie reagiere ich darauf? Ich kann natürlich so einem Rechtsanwalt genau erklären was eigentlich sexueller Missbrauch bedeutet-besonders für ein Kind-, klar kann ich das um sachlich zu bleiben. Aber ich kann auch erkennen, dass dieser Mann hier lediglich eine Strategie verfolgt um „seinen“ Täter zu verteidigen. Wenn ich also Letzteres annehme, würde ich schon eher so reagieren wie Herr Kronschnabel, denn so ein Mensch hat keinen Respekt verdient. So ähnlich stelle ich mir die Verhandlungen vor die Herr Kronschnabel mit der Kirche erleben musste und dann finde ich es richtig, deutlich zu werden. Besonders wenn man selber Misshandlungen erlebt hat ist es wichtig sich zu schützen. Nur wenn man dazu in der Lage ist, kann man einigermaßen am gesellschaftlichen Leben teilhaben, ohne die Dämonen die einen sowieso oft begegnen, denn so ganz wird man sie nicht los. Es kommt immer auf die Person- auf die Situation an- und so ist es notwendig manchmal deutlich zu werden und manchmal muss man auch sachlich bleiben. Letztlich symbolisieren Sie beide im Grunde genommen meinen Geist und meine Gefühle, denn ich teile die Gefühlswelt von Herrn Kronschnabel und ich teile Herr Boesen auch Ihre Sachlichkeit und ich war ja auch jahrelang mit der Heimerziehung und Verhandlungen beschäftigt und weiß auch wieviel Kraft es kostet.

    Wichtig ist es im Grunde genommen, dass wir versuchen uns gegenseitig zu verstehen und zu akzeptieren, dass so -wie wir uns verhalten- es unsere Überlebensstrategien sind, die wir brauchen.


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