Dierk Schaefers Blog

Betroffene, die sich freigeschwommen haben, reden Klartext, ohne Schaum vorm Mund.

http://www.fr.de/rhein-main/heimkinder-betaeubt-ans-bett-gefesselt-a-1291249

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Sérieux problème war unter „Betreff“ zu lesen.

Posted in Kriminalität, News by dierkschaefer on 14. März 2017

Unsere französische Freundin schrieb nur einen kurzen Text im Mail:

Bonjour
Je peux te parler par mail ?
C’est assez urgent.

Und dann der Name unserer Freundin.

 

Ich war alarmiert und achtete nicht darauf, dass keine Anrede dabei war, der Mailabsender war ein anderer (Name plus ola559@outlook.fr , beim Kopieren des Absenders taucht der Name nicht mehr auf) und als Mailadresse nicht meine, sondern das Geschäft unserer Freunde.

Ein Anruf klärte die Situation: „piraterie“ sagte die Freundin. Anscheinend haben Hacker bei einem französischen Mailanbieter (von orange ist die Rede) Mailadressen geklaut und zu diesem Hilferuf benutzt. Der nächste Takt sind angeblich Geldforderngen aus Spanien und Marokko. Unsere Freundin hatte schon viele besorgte Anrufe bekommen.

Zwar bin ich in der Regel vorsichtig bei unbekannten Mailabsendern, habe die Vorsicht jedoch fallen lassen beim Namen einer guten Freundin unserer Familie.

Fazit: Man kann nicht genug aufpassen!

Glückliches Österreich!

»Etwa 7000 Gewaltopfer sollen 300 Euro monatlich erhalten. Über die Aufteilung der Kosten wird noch mit Ländern und Kirche verhandelt.«[1] [2]

In Deutschland wären die Zahlen größer. Dennoch hätte man auch hier mit einer pauschalen Entschädigung zwar keine Gerechtigkeit, aber doch einen Rechtsfrieden schaffen können. Doch das Bestreben von Staat und Kirchen, möglichst billig aus einem Menschenrechts-Skandal herauszukommen, war größer. Erst Verleugnung, dann Vertuschung und dann der große Betrug am Runden Tisch unter der Führung von Antje Vollmer, die leider auch Pfarrerin ist. Der Imageschaden zuvörderst für die Kirchen ist immens. Doch die schlafen immer noch den Schlaf des vermeintlich Gerechten. Verjährung[3] ist doch eine feine Sache. Nur wird man dadurch nicht glaubwürdig.[4]

Betroffenheit kann man heucheln, glaubwürdig wird man erst, wenn man reletiv großzügig entschädigt. Gekonntes Problemmanagement sieht anders aus.

[1] http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/5179700/Ehemalige-Heimkinder-bekommen-Entschaedigung

[2] http://archiv.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=65570

[3] https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2011/07/das-jc3bcngste-gericht2.pdf

[4] http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/archiv.php?a=show&id=2812

 

»„Wir“ würden wieder in die Spree springen, uns über Nacht anketten, …

Posted in BRD, Ethik, Menschenrechte, Moral, Recht, Staat by dierkschaefer on 29. November 2016

… bei Regen und Kälte den Hintern abfrieren und uns zu Zehntausenden auf den Straßen und Plätzen des Landes versammeln.«

Der nächste Betrug der Politiker findet morgen statt[1]. Es ist wie mit den ehemaligen Heimkindern: déjà vue!

Ich muss das gar nicht weiter kommentieren. Auch wenn selber nicht betroffen: Was kann von einem solchen Staat und seinen trickreichen Politikern halten? Wenig bis nichts.

[1] http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/35074?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter&utm_campaign=Feed:+Kobinet-nachrichten+(kobinet-nachrichten+Teaser)

#TELEKOM – Namen sind nicht nur Schall und Rauch.

Posted in Bürokratie, Erlebnispädagogik, Firmenethik, Kultur, Leben, Medien, Moral, News, Recht, Soziologie, Wirtschaft by dierkschaefer on 26. November 2016

Namen zeigen zuweilen, wo’s brennt. Bei der TELEKOM ist die TELEKOMmunikation verstümmelt. Das Logo zeigt’s noch deutlicher: Ein T gefolgt von drei Pünktchen – ein Offenbarungseid in Sachen Kommunikation: T

„Bin grad ohne Telefon – Telekom“, sage ich meinen Bekannten und stoße auf gequältes Mitleid. „Machen Sie sich auf fünf Wochen gefaßt!“

Ich hatte leichtsinnigerweise dem Vorschlag auf „Umstellung auf IP“ zugestimmt.

Die T hatte mir versichert, meine Fritz!Box und meine EUMEX-Anlage seien kompatibel. Ich müsse auch nicht daheim sein, das laufe alles im Hintergrund.

Aus dem Urlaub zurück war mein Telefon tot. Aber ich fand ein nicht bestelltes Paket vor mit „Speedport“ und „Speedportadapter“. Den Speedport legte ich zur Seite, ich hatte ja meine Fritz!Box, und begann zu adaptieren. Mein Telefon blieb tot.

Unter der Service-Nummer der T … begrüßte mich ein verräterisch-überbetontes „Herzlich willkommen!“ Das war der Empfangsautomat, der gleich gouvernantenhaft-helfend die Richtung wies: „Kundennummer bereit halten – Leider sind alle unsere Mitarbeiter zurzeit im Gespräch“ – und dann der an- und abschwellende Bocksgesang der Warteschleifenmusik. Bei meinen vielen Kommunikationsversuchen mit der T habe ich fast Heimatgefühle entwickelt.

Also: Fast nichts gegen die Mitarbeiter der T , die sind durchweg freundlich bemüht, einem zu helfen – und ich habe viele kennengelernt, immer wieder neue. Kontinuierliche Kommunikation ist bei T nicht möglich. Immer wieder aufs neue die Kundennummer und das Problem genannt, bis ich mich beinahe selbst als Problem wahrnahm. Nur einmal hat mich einer kommentarlos in den Orbit der Warteschleife zurück-katapultiert und einmal geriet ich an einen, der sich nur mit Produktziffern und anderen Abkürzungen verständlich machen wollte. Der Techniker, der schließlich bei mir auftauchte, ein Nerd wie er im Netz steht, befand, die Leitung sei in Ordnung – und verschwand.

Hilferuf an Fritz!Box: „Ist meine Box kompatibel?“ Keine Warteschleife, Problem geschildert. „Ich schaue nach.“ Dann ein Mail (mein Netzanschluss war zum Glück intakt geblieben): „Nicht kompatibel“.

Wieder die Warteschleife der T . „Ich will hinter die IP-Umstellung zurück!“ – „Die Rückgabefrist ist abgelaufen, 14 Tage im Fernabsatzgeschäft. Nun haben Sie einen Speedport an der Backe“(sic!). Wie beruhigend. Ich sehe mich betrogen, koppele meine Fritz!Box ab und schließe meinen (?) Speedport an. Das Telefon bleibt tot.

Wieder die Warteschleife, wieder die scheußliche Musik, und immer wieder Mitarbeiter, die mich freundlich fernsteuern für die Einrichtung des Speedports.

Entgegen der Bedienungsanleitung: „Den Adapter brauchen Sie trotzdem. — Machen Sie doch mal … dies … und das“. T : „Dann ist wohl der Adapter kaputt. Wir schicken einen neuen“. – „Wann kommt der?“

Seit einer Woche ohne Telefon, angewiesen auf mein Prepaid-Handy und immer in Kontakt mit der inzwischen fast lieb gewonnenen T .

„O, bitte, bitte, Telekom, komm, komm, komm!

Doch bei der Kommunikationsmethode der T , Automaten mit Zufallszuweisung an menschliche Mitarbeiter, da wird’s wohl noch dauern.

Auch mein Arzt sagte erfahrungsgequält: „Machen Sie sich auf fünf Wochen gefaßt!“

„Das eben ist der Fluch der bösen Tat, daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären.“

Muss[1]? Sie tuts.

Die Vergehen und Verbrechen an den ehemaligen Heimkindern sind in diesem Blog übergenug beschrieben worden. Sie sind auch wissenschaftlich belegt. Schlimm genug.

Im Sinne des Schillerzitats waren sie der Auftakt zu weiterem Bösen,

  1. Verleugnung,
  2. Drohung,
  3. Vertuschung,
  4. Relativierung,

und mündeten darin, die Opfer von damals über den Runden Tisch zu ziehen zur Schonung der Kassen von Staat (Bundesländer), Kirchen und ausbeuterischen Firmen.

Zu diesem zweiten Akt des Bösen gehörte auch die Ausgrenzung der ehemaligen Heimkinder aus Behinderteneinrichtung und Psychiatrien.

Das betrügerische Ergebnis des Runden Tisches Heimerziehung wird nun getoppt mit einer Lösung für die Menschen mit Behinderung[2], die

  1. lange auf sich warten ließ,
  2. deren Organisierung noch nicht geklärt ist, auch ist
  3. noch nicht klar, in welcher Höhe es zu Zahlungen kommen wird; die
  4. voller Kautelen steckt, um Zahlungen zu verhindern/einzuschränken und die ohnehin schon im Planungsstadium
  5. eine deutliche Benachteiligung der Betroffenen darstellt, gemessen an den ohnehin betrugswürdigen Zahlungen an ehemalige Heimkinder aus den Erziehungsanstalten.

Muss ich noch den langen Zeitraum nennen seit dem Runden Tisch der „Moderatorin“[3] Antje Vollmer? Jedenfalls dürften eine Reihe von Betroffenen in diesem Zeitraum gestorben sein, kostensparend. Auf die Kosten achten die üblichen Verdächtigen und sie haben Erfolg.

Mich als Pfarrer (i.R.) und Theologen schmerzt, dass wieder einmal die Kirchen mit dabei sind. Dabei ist noch nicht einmal in allen Erziehungseinrichtungen anerkannt, dass sie für die ihnen anvertrauten Kinder nicht nur in Einzelfällen eine „Erziehungshölle“ darstellten.[4]

„Das eben ist der Fluch der bösen Tat, daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären.“

Muss? Diese hats getan.

Winkt den aktuellen Tätern die Hoffnung auf den Tod der Opfer? Da täuschen sie sich. Denn wenn über eine böse Sache endlich Gras gewachsen ist, kommt bestimmt ein alter Esel, der es wieder runterfrisst. Das Internet hilft ihm dabei. [5]

Und die Betroffenen? Viele sind aus der Kirche ausgetreten[6]. Sie wissen warum und erzählen ihre Geschichte ihren Kindern und Kindeskindern, weil sie sich nicht auf das Jüngste Gericht verlassen wollen.[7]

Fußnoten

[1] Schilller, Wallenstein http://gutenberg.spiegel.de/buch/wallenstein-3306/9

[2] http://jacobsmeinung.over-blog.com/2016/11/behinderte-ehemalige-heimkinder-werden-auch-sie-betrogen.html?utm_source=_ob_share&utm_medium=_ob_twitter&utm_campaign=_ob_sharebar

[3] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-politikerin-dr-antje-vollmer/

[4] Auch hier eine kirchlich Einrichtung. Man lese den aktuellen offenen Brief der Betroffenen: http://jacobsmeinung.over-blog.com/2016/04/offener-brief-der-heim-opfergruppe-gut-an-der-linde.html

[5] https://dierkschaefer.wordpress.com/2010/09/09/wenn-die-ohrenzeugen-der-augenzeugen-verstummt-sind-beginnt-die-geschichtsschreibung/

[6] Aus dem Staat und den Bundesländern können sie halt nicht austreten, doch sie haben zu schätzen gelernt, was sie diesem Staat wert sind.

[7] https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2011/07/das-jc3bcngste-gericht2.pdf

Pflegebetrug in Milliardenhöhe – Was ist das Überraschende?

Posted in Deutschland, Firmenethik, Justiz, Korruption, Kriminalität, Moral, News, Politik, Soziologie, Staat by dierkschaefer on 16. April 2016

Betrug gibt’s überall. Warum nicht auch im Pflegebereich? Das sollte nicht sein, ist aber nicht weiter überraschend.

Es verwundert auch nicht, wenn es heißt: »Regelmäßige unangekündigte Kontrollen würden kaum stattfinden. „Die meisten Länder haben die Aufsicht auf ein Minimum zurückgefahren“«.[1]

Missstände in Pflegeheimen sind schon lange bekannt. Doch dass die Leute schlecht gepflegt wurden, hat nicht weiter gestört. Beispielhaft sei nur an den Fall der Altenpflegerin Brigitte Heinisch erinnert. Die hatte sich daran gestört und ???? wurde gekündigt.[2]

Neu ist, dass es nun Aufsicht geben soll. Warum? Weil es Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen gibt. Man liest sogar von einer Mafia.

Wie sagt man so schön: Wenn’s um Geld geht, hört die Freundschaft auf. Das scheint aber nur für Nutznießer zu gelten, die keine Lobbyisten beschäftigen.

[1] http://www.dw.com/de/bka-ermittelt-gegen-pflege-mafia/a-19192897

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-04/pflege-pflegedienste-organisierter-betrug

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2012/04/24/pflegewuste-deutschland-pflegeheime-auf-dem-prufstand/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/07/31/wurdiges-sterben/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/12/31/2243/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/08/27/das-strasburger-bugeleisen-und-die-feinen-konturen-des-deutschen-rechts/

Es geht nicht um die Kinder.

Posted in Bürokratie, Erlebnispädagogik, Kinderheime, Kinderrechte, Kriminalität, Pädagogik by dierkschaefer on 3. Juli 2015

Jugendamt Gelsenkirchen: Die Stadt habe ganz genau gewusst, was Herr Frings da in Ungarn tut, sagt sein Anwalt. »Zusammen mit dem ehemaligen Jugendamtsleiter Wissmann war er an einem Kinderheim und einem Reiterhof dort beteiligt. Durch Mauschelei sollen sich beide finanziell bereichert haben. Frings und Wissmann hätten ihre Nebentätigkeit aber ganz normal bei der Stadt angemeldet – diese habe dann alles genau geprüft und weitgehend gestattet«[1].

Die Kündigung der beiden ist strittig. Im Oktober geht die Verhandlung vor dem Gelsenkirchener Arbeitsgericht weiter.

Was auffällt: Es geht im Geld, um das Geld der Stadt und um das Geld der Gekündigten. Es geht nicht um die Kinder. Wann und wo wird es um die Kinder und ihre Behandlung durch die Gelsenkirchener Jugendhilfe gbehen?

[1] http://www.radioemscherlippe.de/emscher-lippe/lokalnachrichten/lokalnachrichten/article/-218859530a.html

Mehr zum Fall:

https://dierkschaefer.wordpress.com/category/heimkinder/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/05/10/allein-aus-nrw-247-kinder-und-jugendliche-in-22-landern-untergebracht-mehr-oder-weniger-uber-den-ganzen-globus-verteilt/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/05/05/heimspiele-zweier-jugendamter-und-ihre-auswartsspielereien/

http://www.welt.de/regionales/nrw/article140976111/Wenn-Schutzbefohlene-in-Faenge-der-Fuersorge-geraten.html

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/mit-kindern-kasse-machen-heimkinder-104.html

Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach

Posted in Bürokratie, Geschichte, heimkinder, Politik by dierkschaefer on 24. Mai 2015

Als der Kollege Wiegand das von ihm akzeptierte Ergebnis des Runden Tisches/Heimkinder als Kompromiss anpries, wusste er noch nicht, dass jedes der ehemaligen Heimkinder auch diesen Spatzen erst noch mühsam einfangen musste: Anträge, Begründungen, Rechtsmittelverzicht. Und selbst der Spatz in der Hand, der positive Bescheid auf den Antrag, dieser Spatz gewinnt seine Freiheit aus der erkalteten Hand eines zur Unzeit Verstorbenen[1].

Der Spatz begegnete mir bei Wiki im Artikel über den Film Shining von Stanley Kubrik.

Der Film zeigt die sich steigernden Wahnvorstellungen von Jack Torrance: »In einer Schlüsselszene entdeckt Wendy, dass ihr Mann, der angeblich ein Theaterstück (engl. play) schreiben wollte, monatelang nur einen einzigen Satz auf der Maschine getippt und damit Hunderte von Blättern gefüllt hat: „All work and no play makes Jack a dull boy“ (sinngemäß etwa „Arbeit allein macht auch nicht glücklich“). Diese Szene wurde von Stanley Kubrick mehrsprachig gedreht, nämlich zusätzlich auf deutsch, „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, auf italienisch (Il mattino ha l’oro in bocca, „Morgenstund hat Gold im Mund“), französisch (Un «Tiens» vaut mieux que deux «Tu l’auras», sinngemäß „der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“) und spanisch (No por mucho madrugar amanece más temprano, „Auch wenn man früher aufsteht, wird die Sonne nicht früher aufgehen“).« [2]

Es ist wirklich eine Schlüsselszene, denn nun wird der Wahn offenbar und ich erinnere mich, dass mir ein Schauder über den Rücken lief, als ich zum ersten Mal sah, wie Wendy immer hektischer den Manuskriptstapel durchwühlte.

Und nun mein Schauder, als ich die französische Version sah. Auch Spatzen muss man, wie die Tauben, erst haben und halten können, das darf man nicht verwechseln, welch ein illtum![3]

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/05/11/memento-mori-auf-rheinische-art/

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Shining_%281980%29

[3] lichtung

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum

(Ernst Jandl)

Dat Wettlopen twüschen den Swinegel un den Hasen up de lüttje Heide bi Buxtehude, aufgeführt als kirchliches Bubenstück zwischen Freiburg und Münster

Posted in Kirche, Kriminalität, Kriminologie by dierkschaefer on 22. April 2015

»Als junges Mädchen wurde sie jahrelang missbraucht. 2014 entschloss sie sich, für die Anerkennung ihres Leids zu kämpfen – und fühlt sich heute mehr denn je von der Kirche allein gelassen.«[1]

Alleingelassen ist stark untertrieben. Hier handelt es sich um ein kirchliches Bubenstück, das als Vorlage nur das Wettrennen zwischen Hase und Igel haben kann[2]. Ein Opfer wird auf einen Parcour geschickt, der mit Sicherheit Retraumatisierung auslösen muss. Immer wieder taucht eine neue Person im kirchlichen Gewand auf und sagt: „Ik bün allhier!“, wie de Swienigel im Märchen. Als juristischen Swienigel bringt das Bistum Münster Norbert Große Hündfeld[3] ins Spiel.

In dieser Geschichte, die leider kein Märchen ist, bleibt nicht nur das Opfer auf der Strecke, sondern der Rest von Glaubwürdigkeit einer Institution, der viele Menschen vertraut haben.

Google hat mich daran erinnert, dass ich solch ein Spiel schon einmal erwähnt habe[4]. Da war es ein evangelisches Bubenstück. Solche Hütchenspieler gibt es in vielerlei Gewand. Die Bezeichnung „Missbrauchsbeauftragter“ gewinnt eine doppelte Bedeutung: Da werden Personen mit erneutem, diesmal „nur“ bürokratischem Missbrauch beauftragt. Missbraucher auch sie.

[1] http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/ich-bin-von-einem-geistlichen-missbraucht-worden

[2] http://fabuloes.blogspot.nl/2010/02/de-swienegel-als-wettrenner.html

[3] So jemandem erzählt man bestimmt gern zum xten Mal seine Missbrauchserlebnisse: http://kirchensite.de/aktuelles/bistum-aktuell/bistum-aktuell-news/datum/2011/06/08/norbert-grosse-huendfeld-neuer-missbrauchsbeauftragter/

[4] https://dierkschaefer.wordpress.com/2012/11/12/der-elefant-unter-den-landeskirchen/