Dierk Schaefers Blog

Mich wundert mittlerweile gar nichts mehr.

Posted in heimkinder, Justiz, Politik by dierkschaefer on 7. Dezember 2014

Der Lahme muss dem Blinden helfen.

Aus einem Mail: »Von der Anlauf-u.Beratungsstelle beim LVR Köln, erhielt ich 2 Plakate von Prof.DR. Schruth (Ombudsmann/Lenkungsausschuss), sowie DIN A 4-Anmeldeformulare (s.Vorder-Rückseite) auf Hochglanzpapier. Damit habe ich erstmal 10 ehemalige Heimkinder postalisch, bei der Anlaufstelle angemeldet, die kaum oder gar nicht lesen und schreiben können, sowie über kein Internet verfügen. Somit können sie auch nicht die Seite www.fonds-heimerziehung.de aufrufen, um für sich die zuständige Anlaufstelle abzurufen.

Ich teile dies mit, um aufzuzeigen, was jetzt alles noch auf den letzten Drücker, für ein Aufwand betrieben wird, damit der Lenkungsausschuss sein Gesicht wahren kann. Aber auch, was für ein Aufwand von den ehemaligen Heimkindern betrieben werden muss! Dank einer Spende von einem ehemaligen Heimkind (Frau) aus München, bin ich in der Lage, die Porto-u. Telefonkosten zu bestreiten, sowie Umschläge und Papier. … Die meisten Anfragen erhielt ich aus den Obdachlosen-Treffs und vom Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach.«

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Die so exzellenten erzieherischen Bemühungen in den Kinderheimen haben dazu geführt, dass eine ganze Reihe der ehemaligen Heimkinder am unteren Ende der Sozialskala und auch am unteren Ende der Bildungsskala zu suchen sind. Das dürfte den Verantwortlichen für den Fonds Heimerziehung bekannt sein. Also muß man die sozialen Anlaufstellen problembewußt und sprachfähig machen und mit Informationsmaterial ausstatten, das sind Sozialämter, Obdachloseneinrichtungen, Job-Center, die Vesperkirchen oder Tafeln, die Drogenanlaufstellen – und auch die Haftanstalten. Es muß aktiv informiert werden. Aufklärung von Bedürftigen muß immer eine Geh-Struktur haben, doch die Fondsverantwortlichen warten darauf, dass die Kunden kommen. Kommt ja auch billiger – und man hat doch alles getan – oder etwa nicht?

 

Die Juristen unter den Lesern sollten doch bitte einmal die Rechtsfigur „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ überprüfen. Könnte man damit in solchen Fällen Erfolg haben?

Na nu, gibt es doch einen Rechtsanspruch auf milde Gaben?

Posted in heimkinder, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 3. Dezember 2014

»„Mach Deinen Anspruch geltend! Bis spätestens 31.12.2014!“ Diese Plakataktion von Prof. Dr. Peter Schruth hat zum Ziel, alle Betroffenen auf den Ablauf der Antragsfrist für den Fond Heimerziehung am 30.09.2014 im Osten und am 31.12.2014 im Westen aufmerksam zu machen.«[1]

Schruth ist Professor, also ein gelehrter Mann. Er muss es wissen. Es gibt also einen Anspruch auf die Leistungen des Fonds Heimerziehung. Das sind kurz vor Toresschluss völlig neue Töne – oder gar Rechtsgrundlagen?

 

Ist ja eigentlich logisch. Nur Rechtsansprüche (und Straftaten) verjähren, Almosen können zeitlich unbegrenzt verteilt werden. Da schafft man flugs eine Rechtsgrundlage und schafft sich spätere Bittsteller vom Hals. Schruth ist wirklich ein kluger Mann – aber in wessen Diensten?

[1] http://westuffeln.de/nachrichtendetails/fond-heimerziehung-melde-dich-an-kampagne.html

An wen sich wenden? Anlaufstellen Heimkinder

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Medien by dierkschaefer on 1. Dezember 2014

Die Frist ist zum Jahresende eine echte dead-line. Man will die lästige Sache abschließen.

Doch manche wissen immer noch nichts. Eben bekomme ich einen Anruf. Jemand sucht – nicht für sich selbst – an wen er sich wenden muß. Das Dumme ist: Keine Interneterfahrung, kein Mailverkehr.

Jemand anderes schrieb gestern: „Es wurde nämlich immer mehr bekannt, dass nur wenige Ehemalige einen PC oder ein Tablet besitzen, weil ihnen das Geld fehlt. Auch den Internetzugang können viele nicht bezahlen.Was würde da die geforderte Opferrente segensreich wirken.“

Hinzu kommt, dass viele ehemalige Heimkinder dank ihrer Berufsvorbereitung in den Heimen nie einen Beruf erreicht haben, in dem Sie sich mit den neuen Medien beschäftigen mußten – und es darum können. Sie sind nun schon älter und scheuen sich vor der neuen Technik.

Auch wenn hier das falsche Medium ist: Die Anlaufstellen findet man immer noch gut versammelt unter der Adresse des Fonds Heimerziehung[1], auch wenn dieser das Produkt der Betrugsleistung von Frau Vollmer und ihrem manipulierten Runden Tisch ist.

 

Als Pfarrer fällt mir dabei natürlich ein Lied ein: Kommt, sagt es allen weiter[2].

 

Man sollte aber nicht zu vertrauensselig zur Anlaufstelle gehen. Es gibt Betroffene, die sich im Umgang mit solchen Stellen auskennen und zu einer maximalen Wertschöpfung verhelfen können.

Die Anruferin von heute stieß übrigens in ihrem Rathaus und in ihrem Jugendamt auf völlige Unkenntnis. Auch dort gibt es offenbar Leute, die entweder null-Ahnung vom Netz haben oder dort andere Spielwiesen aufsuchen, was dann auch auf andere Medien zutreffen dürfte.

[1] http://www.fonds-heimerziehung.de/

[2] http://www.liederschatz-bayern.de/html/lied.php?song=12