Dierk Schaefers Blog

Dat Wettlopen twüschen den Swinegel un den Hasen up de lüttje Heide bi Buxtehude, aufgeführt als kirchliches Bubenstück zwischen Freiburg und Münster

Posted in Kirche, Kriminalität, Kriminologie by dierkschaefer on 22. April 2015

»Als junges Mädchen wurde sie jahrelang missbraucht. 2014 entschloss sie sich, für die Anerkennung ihres Leids zu kämpfen – und fühlt sich heute mehr denn je von der Kirche allein gelassen.«[1]

Alleingelassen ist stark untertrieben. Hier handelt es sich um ein kirchliches Bubenstück, das als Vorlage nur das Wettrennen zwischen Hase und Igel haben kann[2]. Ein Opfer wird auf einen Parcour geschickt, der mit Sicherheit Retraumatisierung auslösen muss. Immer wieder taucht eine neue Person im kirchlichen Gewand auf und sagt: „Ik bün allhier!“, wie de Swienigel im Märchen. Als juristischen Swienigel bringt das Bistum Münster Norbert Große Hündfeld[3] ins Spiel.

In dieser Geschichte, die leider kein Märchen ist, bleibt nicht nur das Opfer auf der Strecke, sondern der Rest von Glaubwürdigkeit einer Institution, der viele Menschen vertraut haben.

Google hat mich daran erinnert, dass ich solch ein Spiel schon einmal erwähnt habe[4]. Da war es ein evangelisches Bubenstück. Solche Hütchenspieler gibt es in vielerlei Gewand. Die Bezeichnung „Missbrauchsbeauftragter“ gewinnt eine doppelte Bedeutung: Da werden Personen mit erneutem, diesmal „nur“ bürokratischem Missbrauch beauftragt. Missbraucher auch sie.

[1] http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/ich-bin-von-einem-geistlichen-missbraucht-worden

[2] http://fabuloes.blogspot.nl/2010/02/de-swienegel-als-wettrenner.html

[3] So jemandem erzählt man bestimmt gern zum xten Mal seine Missbrauchserlebnisse: http://kirchensite.de/aktuelles/bistum-aktuell/bistum-aktuell-news/datum/2011/06/08/norbert-grosse-huendfeld-neuer-missbrauchsbeauftragter/

[4] https://dierkschaefer.wordpress.com/2012/11/12/der-elefant-unter-den-landeskirchen/