Dierk Schaefers Blog

»Zum Tode Otto Muehls: Die Enthemmung der Kunst«

Posted in Gesellschaft, heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Psychologie, Religion, Soziologie by dierkschaefer on 27. Mai 2013

Künstler treten zuweilen als Missionare einer Kunst-Religion auf, indem sie ihre ansonsten religionsfreie Kunst sakral überhöhen; so beispielsweise im Beethovenfries von Gustav Klimt in der Wiener Secession von 1902[1]. Das ist oft harmlos bis lächerlich, auch dann noch, wenn Künstler (und Architekten) sich anschicken, das Lebensumfeld ihrer Auftraggeber total zu gestalten – bis hin zur Stilisierung des Klos, wie man es im Hundertwasserhaus in Wien sehen kann. Künstler mit dem Habitus eines Gurus haben ihre Gefolgschaft. Doch mitunter geraten auch Kinder in die Abhängigkeit von Künstlern und ihrer fanatischen Anhänger – und viele haben lebenslänglich unter solchen „Kunstfehlern“ zu leiden.

Hier ist die Rede von Otto Muehl.

»Zeitweise präsidierte der zum Guru gewendete Künstler über 600 Kommunarden, die mit geschorenen Köpfen und in einheitlicher Kleidung „Aktionsanalyse“ betrieben. Mit einer Art Schreitherapie und Ausdruckstanz sollten Angst, Scham und Ekel überwunden werden, damit der „Charakterpanzer“ durchbrochen und der Weg frei werde in eine befreite Gesellschaftsordnung«. … » Dazu gehörte freilich eine gezielte „Kinderzucht“ durch „gemeinsames Aufziehen“ derselben – und für die Kinder „das Recht auf freie Liebe“, die umgekehrt für Muehl mit seinen Neben- und Hauptfrauen das „Recht der ersten Nacht“ beinhaltete. Systematisch wurden Kinder damals schon sexuell konditioniert und ihm zur „Befreiung“ zugeführt.« … » Unterdessen leiden seine Opfer, die zum Tatzeitpunkt teilweise erst 5 Jahre alt waren, noch heute. Auch daran, dass ihnen kaum jemand zuhören mag.«[2]