Dierk Schaefers Blog

Einsatz für #Kinderrechte: Bundesverdienstkreuz an Wensierski, Kappeler und Bringmann-Henselder für ihre Arbeiten um die Probleme der ehemaligen Heimkinder.

Posted in Deutschland, heimkinder, Kinderheime, Kinderrechte, Kirche, Politik by dierkschaefer on 28. Juni 2015

Was ist davon zu halten?

  1. Wieso „die Probleme der ehemaligen Heimkinder“? Da ist der Fokus falsch gewählt. Es sind und bleiben die Probleme von Staat und Kirchen, die ihren Schutzbefohlenen Probleme bereitet haben, lebenslange Probleme. Nun sollen also die Opfer das Problem sein? Du Opfer, du! – Auch wenn es nicht so gemeint ist: Sprache ist verräterisch.
  2. Die Ordensausschüttung dürfte einen Schlusspunkt setzen. Orden sind Symbolpolitik und die säkulare Form von Seligsprechungen. Das haben die Kirchen mit ihrem Betroffenheitsgestammel und manchen liturgischen Übungen schneller hingekriegt. Die hinkende Trennung von Kirche und Staat[1] zeigt diesmal den Staat als Hinterherhinkenden. Doch diesem Gipfelergebnis für das Dreigestirn dürfte allenfalls noch eine Art Kehraus folgen: Die Entsorgung der Altlasten, lästige Stapel von Anträgen in den Anlaufstellen, vielleicht gibt es auch noch ein Toten-Bett-Hupferl für die ehemaligen Heimkinder in psychiatrischen Einrichtungen, damit sie es unter ihre Zunge legen können als Obulus für Charon[2].
  3. Genug gemäkelt: Der Orden wird immerhin tatsächlich verdienten Personen verliehen. Sie heben durch ihre Vorbildlichkeit beträchtlich das Durchschnitts-Niveau der Bundeskreuzler[3].

Der Altenpflegerin Brigitte Heinisch wurde das Bundesverdienstkreuz verwehrt.[4] Sie hätte es verdient gehabt. Doch sie sagte mir, sie hätte es nicht angenommen.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Trennung_zwischen_Religion_und_Staat

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Charon

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_Bundesverdienstkreuz_%28Tatsachenroman%29

[4] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/07/31/wurdiges-sterben/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/12/31/2243/

Der Runde Tisch Heimerziehung, ein von Beginn an eingefädelter Betrug.

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 3. Januar 2015

Da muss man gar nicht groß spekulieren[1]. Nachweislich hat nichts einen Weg ins offizielle Protokoll des Runden Tisches gefunden, was die Ziele der Mehrheit von staatlichen und kirchlichen Vertretern gestört hätte.

  • Der Beitrag von Prof. Kappeler erschien nicht im Protokoll, er hat sich sozusagen aus dem OFF des Netzes äußern müssen,[2] [3]
  • mit dem von mir an den Runden Tisch gesandten Protokoll meiner Anhörung ging es nicht besser, [4]
  • es gab auch keinen Blick auf analoge Heimskandale und ihre Aufarbeitung in anderen Ländern,
  • die Pressionen, um allen sechs ehemaligen Heimkindern am Runden Tisch die Zustimmung zum Ergebnis abzuringen, kam auch nicht ins Protokoll, sondern wurde nur auf Initiative der Betroffenen im Netz offenbar[5].
  • Und dann noch die überhaupt nicht berücksichtigten ehemaligen Heimkinder aus den Behindertenheimen, die nach längeren Bemühungen von Herrn Wendelin mit einem Nebensatz schnöde abgefertigt wurden
  • und die Kinder aus den Säuglingsheimen.

Alles „überflüssige“ Existenzen, deren Interessen vom Runden Tisch gefegt wurden. Wie viele sind seitdem „anspruchslos“ gestorben?

Da muss man wirklich nicht groß spekulieren. Alles spricht dafür, dass der Runde Tisch ein von Beginn an eingefädelter Betrug war – so wurde er administriert von der sich unabhängig gebenden Dr. Antje Vollmer. Herr Wendelin, ihr Faktotum, versicherte mir, dass der Runde Tisch alle Äußerungen wahrnehme – um so schlimmer!

 

Die Reputation von Antje Vollmer ist den ehemaligen Heimkindern bekannt[6], nicht erst seit der Verleihung des Ehrenberg-Preises, mit der der Name eines anständigen Menschen verunziert wurde[7].

 

[1] Replik auf einen Kommentar zu https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/01/03/seit-5-jahren-uberfallig-die-frage-der-ehemaligen-heimkinder-mit-behinderung/#comment-6491 Ich hatte die vom Runden Tisch unberücksichtigten Säuglingsheime nicht erwähnt: »Stimmt, die Aufarbeitung der Säuglingsheime hat nicht stattgefunden. Dr. Burschel war vom RTH eingeladen worden, zu dem Thema zu referieren. Im Diakonie-Forum ist das Thema breit diskutiert worden. Dr. Burschel musste draußen vor der Tür warten, man hatte ihm nicht einmal einen Stuhl, geschweige denn einen Kaffee angeboten. Dem RTH lagen Folien vor, die Dr. Burschel für seinen Vortrag mitgebracht hatte. Warum die Folien nicht Bestandteil des AB waren…darüber kann man nur spekulieren.«

[2] http://www.gewalt-im-jhh.de/Kappeler_zu_ZB_RTH.pdf

[3] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Runder_Tisch_Heimerziehung_in_den_50er_und_60er_Jahren

[4] https://dierkschaefer.wordpress.com/2009/04/05/anhorung-runder-tisch-2-april-2009/ mit weiterführenden Links

[5] https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/09/25/grose-verdienste-als-moderatorin-des-runden-tisches-zur-heimerziehung-in-den-50er60er-jahren/#comment-5967

[6] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-politikerin-dr-antje-vollmer/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/09/25/grose-verdienste-als-moderatorin-des-runden-tisches-zur-heimerziehung-in-den-50er60er-jahren/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/09/30/eine-der-intrigantesten-scheinheiligen-die-ich-kennengelernt-habe/

[7] Noch ist die ganze Diskussion im Netz verfügbar: http://www.christuskirche-bochum.de/2011/11/antje-vollmer-margot-kasmann/