Dierk Schaefers Blog

Eigener Fonds zur Entschädigung von behinderten Heimkindern geplant

Posted in Geschichte, Gesellschaft, heimkinder, Kirche, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 30. Oktober 2014

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte, das Ministerium habe »den Ländern und den Kirchen ein detailliertes Konzept und einen Zeitplan für die Errichtung eines eigenständigen „Fonds II“ für diese Betroffenengruppen zur Entscheidung vorgelegt«. Er betonte, »dass diese Initiative nicht auf das Bemühen der Kirchen zurückgeht: „Der Bundestag hat die Bundesregierung bereits 2011 beauftragt, sich auch um Hilfen für andere Opfergruppen zu bemühen.“« [1]

 

Einen Luftsprung vor lauter Freude wird wohl kaum jemand wegen dieser überfälligen Planvorgabe machen.

Zudem bleiben zwei Fragen.

  1. Warum ist die Initiative nicht von den Kirchen ausgegangen?
  2. Warum hat die Bundesregierung drei Jahre gebraucht, um zu Potte zu kommen?

 

[1] http://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-west/schwerpunktartikel/eigener-fonds-zur-entsch%C3%A4digung-von-behinderten-he

Kolonialgeschichte und Imperialismus – Wo waren die Kirchen?

Posted in Geschichte, Kirche, Politik, Religion, Theologie, Wirtschaft by dierkschaefer on 27. August 2014

Wo waren die Kirchen? fragt Prof. Konrad Stock[1] in seinem Leserbrief, heute in der FAZ[2]. Er konstatiert, daß mit der Entscheidung zum 1. Weltkrieg auch Kolonialismus und Imperialismus verteidigt wurden, und dies von Staaten, in denen die christlichen Kirchen eine »wichtige ethisch orientierende Rolle« spielten.

Es geht ihm hier nicht um die unsäglichen Kriegspredigten auf allen Seiten der Konfliktmächte, sondern er fragt nach der Rolle der Kirchen in der Kolonialgeschichte. Er fragt eher zaghaft, zum Beipiel »Wo war die Church of England und wo war der Methodismus John Wesleys, als das Vereinigte Königreich seine weltwei­te Kolonialherrschaft errichtete? Wo war die römisch-katholische Kirche, als die französische Republik mit dem Vereinig­ten Königreich in Afrika wetteiferte und sich Algerien, Marokko und Tunesien un­terwarf?« Das geht dann quer durch die kolonisierenden Nationen und ihre Kirchen. Er resümiert: »Es ist deshalb dringend geboten, das schwere Thema „Die Kirche und der Krieg“ mit der erforderlichen Gründlich­keit im Sinn und im Geist einer ökumeni­schen Kirchengeschichte zu erforschen. … Ohne gemeinsame Erinnerungsarbeit wird die schmerzliche Wahrheit nicht ans Licht kommen«.

Da ich keinen Anlaß habe, Herrn Stock für naiv zu halten, wird er wohl ganz bewußt versucht haben, etwas loszutreten.

Immerhin führt die Sucheingabe „Mission und Kolonialgeschichte“ bei Wiki zu einer kaum übersehbaren Fülle von Links. Beschränkt man sich auf die Eingabe von „Kolonialgeschichte“, findet man: „Die missionarischen Absichten, das Christentum über die ganze Welt zu tragen, wurden später überlagert von dem vordergründig zivilisatorischen Motiv, die für „zurückgeblieben“ und „wild“ gehaltenen Völker an den Segnungen der europäischen Kultur teilhaben zu lassen.“[3]

Wenn ich es nicht ganz falsch sehe, war im Zeitalter der Kolonisierung Afrikas der christliche Idealismus naiver Missionare Rechtfertigung und Flankierung imperialistischer Bestrebungen. Die Mission war sozusagen die Außenabteilung des naiven Rettungshausgedankens, der in der „Inneren Mission“ (sic!) Wicherns seine Organisationsform fand mit dem erklärten Ziel, dem Sozialismus entgegenzusteuern.

In beiden Fällen wurde naiver Idealismus zum Geschäftsmodell. Das der „Inneren Mission“ brachte die dauerhafteren Einnahmen.

 

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Stock

[2] FAZ, Mittwoch, 27. August 2014, S. 6

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Kolonialgeschichte

»„In den Kirchen dominieren das Geld und das Recht. …

Posted in Kirche, Religion, Soziologie by dierkschaefer on 11. November 2013

… Die religiöse Dimension ist fast verloren gegangen.“«[1]

So äußerten sich Religionssoziologen auf dem Symposium „Was wird aus den christlichen Kirchen Deutschlands?“

»„Entscheidend wird sein, ob die katholische und die evangelische Kirche ihre religiöse Botschaft künftig so anbieten, dass die Menschen sie als überzeugende Lebensdeutung annehmen“, unterstrich Gabriel.«

»Die religiöse Kernaufgabe der Geistlichen solle wieder im Mittelpunkt stehen. „Wenn Pastoren nur Lebensberatung anbieten, ist das ein Ausverkauf.“ Im gesellschaftlichen „Wettbewerb um Lebenswahrheit“ müsse die Kirche ihre christliche Deutungskompetenz gegen „technokratische Irrsinnsfantasien“ verteidigen, sagte Krech.«

Die Diagnose mag stimmen, doch ob die empfohlenen Rezepte helfen, bezweifele ich. Seit Jahren schon verweisen Managementfachleute auf die Bibel als „Alleinstellungsmerkmal“ der Kirchen. Doch das schafft Probleme, wie wir gerade in der Diskussion um das Familienpapier der EKD sehen. Wer, wie der Ratsvorsitzende Schneider argumentiert, man müsse mit der Bibel begründen, warum man sich gegen einzelne Aussagen der Bibel entscheide, stößt bei den „Evangelikalen“ auf heftigsten Widerspruch.

Wie die „Laienkirche“ aussehen wird, kann ich mir leider gut vorstellen, denn die Laien haben in der Regel von Theologie und der Geschichte der Bibelentstehung wenig Ahnung. Eine naiv-bibeltreue Kirche hätte sehr schnell Sektencharakter.


Was möglicherweise hilfreich sein kann.

Posted in heimkinder, Kirche, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 4. Oktober 2013

 

 

Erika Tkocz hat eine Liste für den Zu- und Umgang mit Anlaufstellen für ehemalige Heimkinder in einem Kommentar zur Verfügung gestellt. Damit diese „Gebrauchsanweisung“ möglichst vielen hilft, habe ich sie als Blogbeitrag nach vorn geholt und möchte damit Mut machen, von den beschämenden Möglichkeiten des Fonds ganz unverschämt Gebrauch zu machen. Schämen sollten sich Antje Vollmer samt Staat und besonders die Kirchen mit ihren rücksichtslosen Interessenvertretern am Runden Tisch/Heimkinder.

 

 Was möglicherweise hilfreich sein kann.

Schritte für den Weg der Anlaufstellen

 

1. Bestätigung des Heimes dass man dort war. Die meisten Heime existieren noch, direkt dort anrufen, sagen, dass man die Bestätigung wegen des Fonds braucht. Auch mal fragen, ob noch Akten vorhanden sind. Die sagen dann was sie brauchen, in der Regel eine Kopie vom Personalausweis.

 

2. Seine Rentenauszüge anfordern, denn die geben darüber Auskunft, ob Rente bezahlt worden ist oder nicht, und man kann selber schon sehen, in welcher Zeit man im Heim war und ob dort einbezahlt worden ist oder auch nicht.

 

3. Sich bei der jeweiligen Anlaufstelle melden. Es gilt Wohnortnähe, d.h. dort wo man wohnt geht man zur Anlaufstelle und nicht wo man im Heim war. Fährt man zu der jeweiligen Anlaufstelle bekommt man schon per se 250 Euro, egal wie weit die Anlaufstelle entfernt ist. Man kann aber auch von einem Mitarbeiter der Anlaufstelle besucht werden, muss jeder selbst wissen.

Bei dem Termin seinen Personalausweis mitnehmen.

 

4. Sollte man keine Bestätigung vom Heim haben, aufschreiben, an was man sich erinnern kann, z.B. wie sah das Haus aus, wie groß war die Gruppe, kann man sich an Namen erinnern, was hat man dort gearbeitet. War man im Kinderheim, gibt es vielleicht Zeugnisse aus denen hervorgeht, dass man dort in der Heimschule war.

 

5. Man kann auch schon vorab eine Schilderung der Heimerlebnisse aufschreiben und diese abgeben. Dann muss man es nicht dort sagen und schaut was passiert, ob die Sachbearbeiterin es gleich liest oder sagt, sie liest es später, und man kann das Gespräch dann weiter führen, indem man dann das Thema Sachleistungen anspricht.

 

6. Hier kann man auch seine gewünschten Sachleistungen aufschreiben und die entsprechende Begründung auch gleich dabei. Es gibt auch Sachbearbeiter, die darüber froh sind; erspart ihnen Arbeit und man selber hat ein besseres Gefühl, wenn man von sich aus eine aktive Rolle einnimmt und nicht darauf wartet, bis die andere Person etwas fragt.

 

7. Man muss nicht mit der Einstellung zu dem Gespräch gehen ein Bittsteller zu sein. Das Geld gehört auch nicht der Sachbearbeiterin, diese hat lediglich die Aufgabe die Sachleistungen in Kategorien einzuordnen. Andere Ehemalige haben durchaus das Bedürfnis, sich auch etwas von der Seele zu reden, dann sind sie auch dafür da, das ist sehr individuell.

 

 

Was gibt es?

 

  • Zunächst die Rentenersatzleistung pro Monat geleistete Arbeit 300 Euro.
  • 250 Euro wenn man zur Anlaufstelle fährt.
  • Vorab kann man nun 1 x 2.000,00 Euro in einem vereinfachtem Verfahren bekommen, also nur angeben, was man möchte, und dann wird das Geld überwiesen
  • und in einer 2.ten Vereinbarung noch einmal 1000 Euro beantragen.

Sich vorher überlegen was man an Sachleistung braucht, sich nicht von denen einreden lassen, dass es nichts gibt.

Die Sachleistungen müssen den Zusammenhang der Heimerziehung darstellen und da gibt es mehrere Varianten. Die beste ist, durch die Heimerziehung nicht so viel Geld zu haben. Viele von uns leben ja nur von der Grundsicherung. Allerdings sollte die Sachbearbeiterin sich was einfallen lassen; dafür sind die da.

 

Nähere Erklärung was eigentlich die Sachleistungen sind:

Grundsätzlich kann man ohne weitere Probleme einen PC mit allen Sachen bekommen, weil man angeben kann, mit anderen Ehemaligen vernetzt zu sein bzw. sich vernetzen zu wollen.

 

Dann mal zu den Kategorien:

Es gibt es 7 Kategorien und sie kreuzen für die entsprechende Sachleistung die jeweilige Kategorie an und dann ist noch Platz für nähere Erklärungen. Der Platz ist nicht so groß, also werden da auch nicht so ausführliche Begründungen hinein geschrieben.

Also das sind die 7 Kategorien und ich habe zu der jeweiligen Kategorie einmal den Grundgedanken und ein Beispiel aufgeführt:

  1. Wohnung
  2. Mobilität
  3. Ernährung
  4. Soziale Kontakte und Integration
  5. Bildung und Arbeit
  6. Gesundheit
  7. Identität

Zu 1 Wohnung:

Es gibt sicherlich einige von uns, die gewisse Umbauten in ihrer Wohnung vornehmen lassen möchten, z.B. anstelle einer Badewanne eine Dusche fürs Bad

Zusammenhang der Heimvergangenheit zu Heute:

Auf den ersten Blick würde man doch meinen, dass es sich hier um die Kategorie Nr. 6 handeln müsste, aber hier würde es schon schwieriger werden einen Zusammenhang zu dem Heim herzustellen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man es machen; letztlich werden auch sicher bei so einer Maßnahme beide Kategorien angekreuzt.

Man kann es aber auch folgendermaßen begründen:

Für ein ehemaliges Heimkind ist es wichtig so lang wie möglich seine Selbständigkeit zu behalten, weil es sehr viele traumatische Erlebnisse durch die Abhängigkeit der Erzieherinnen erfahren hat. Man denke da beispielsweise an die Verhältnisse beim Baden/Duschen in den Heimen, wo die Erzieher immer dabei waren , man immer unter Beobachtung stand und noch Schlimmeres passierte, was dann dazu führt nicht durch andere Personen Hilfe annehmen zu wollen.

Aber auch andere Sachen in der Wohnung, beispielsweise seine Küche bequemer zu gestalten, Arbeitserleichterung schaffen, das sorgt letztlich dafür, seine Unabhängigkeit zu bewahren.

Hier wäre es sogar möglich einen Umzug finanziert zu bekommen, wenn man beispielsweise im 3. Stockwerk wohnt und es keinen Fahrstuhl gibt und man nicht mehr so in der Lage ist, die Treppen zu steigen.

Also zusammenfassend gilt bei der Wohnung, Leistungen zu bekommen, die dazu führen seine Unabhängigkeit zu behalten, letztlich auch so lang wie möglich in seiner Wohnung zu bleiben zur Vermeidung in ein Altersheim zu müssen.

 

2. Mobilität

Auch diese Kategorie kann man auch noch im Zusammenhang mit der Kategorie 4 betrachten, also soziale Kontakte und Integration.

Es ist zunächst einmal sehr individuell, was ein Mensch braucht, um mobil zu sein. Der eine möchte ein Elektrofahrrad, ein Anderer ein Moped und wiederum ein Anderer ein Auto.

Hier kann man beispielsweise ein Auto nicht ablehnen, weil das zu teuer ist, sondern muss schauen, wieso das Auto die einzige Option ist. Z.B. wohnt man auf dem Lande und hat es doch sehr weit zu Ärzten und Geschäften, oder aber auch die nächsten Verwandten/Freunde wohnen etwas weiter weg empfiehlt sich ein Auto, weil man auch im Winter doch erhebliche Probleme bekommt Einkäufe mit Fahrrad oder Moped zu tätigen.

Auch hier gilt die Begründung der Unterstützung zur Unabhängigkeit, aber auch im Zusammenhang zu der Kategorie 3 geht es auch darum, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten um nicht zu vereinsamen. Der Zusammenhang mit der Heimerfahrung sollte klar sein, dort waren soziale Kontakte Freunde zu haben verboten, bis hin überhaupt untereinander kommunizieren zu dürfen. Man kann auch nicht immer erwarten dass die Verwandten/Freunde einen besuchen, sondern möchte auch das Gefühl haben selber aktiv zu sein, also mobil genug, um auch die Verwandtschaft/Freunde zu besuchen, denn Passivität aus Mangel an Möglichkeiten (Geld) mindert das Selbstbewusstsein.

Selbstverständlich hat diese Kategorie auch einen Zusammenhang mit der Gesundheit, will man diese Kategorie mit hinein nehmen braucht man die ärztl. Unterlagen.

 

3. Ernährung

Eine nicht zu unterschätzende Kategorie, wenn man bedenkt wie viele Jahre man den Fraß in den Heimen „genießen“ durfte, bis hin zwangsernährt worden zu sein.

Das hat sensibilisiert fürs weitere Leben und somit ist der Zusammenhang mit den Heimerfahrungen hergestellt.

Alles was mit Ernährung zusammenhängt, sollte bei den Sachleistungen überdacht werden, angefangen von einer Küche, die so funktionsfähig sein muss, dass man ohne Stress sein Essen zubereiten kann, sowie Küchengeräte, selbstverständlich auch Kühlschrank und Spülmaschine. Oder entsprechende Kochtöpfe, und weil das Auge mit isst Geschirr, und auch gibt die Wohnung es her, ein Esszimmer. Auch diese Kategorie korrespondiert mit 1 Wohnung, aber auch mit 3, denn man möchte ja auch Verwandte/Freunde zu sich in die Wohnung einladen und bekochen.

 

4. Soziale Kontakte und Integration

In dieser Kategorie finden sich auch einige andere hier aufgeführten Kategorien wieder. So ist es beispielsweise wichtig, um Freunde/Bekannte zu besuchen, mobil zu sein. Sicherlich möchte man auch Leute nach Hause einladen und vielleicht auch bekochen und braucht deswegen entsprechendes Mobiliar, Sitzecke oder eine funktionierende Küche. Auch kann man für sich sehen, was anstehen könnte bei Hobbys, sei es zum Fußball zu gehen, Konzerte oder Theater und als Sachleistung ein Abonnement beantragen. Auch ein Laptop gehört in diese Kategorie, denn das Internet ist nun einmal immer mehr eine Plattform geworden, um Menschen kennen zu lernen und für uns besonders auch Kontakte zu anderen Ehemaligen zu suchen. Letztlich hat diese Kategorie die Bedeutung, nicht ausschließlich isoliert Zuhause zu sein aus Mangel an entsprechenden Mittel, was die Gefahr birgt depressiv zu werden. Der Zusammenhang mit den Heimerfahrungen ist auch klar, dort wurden soziale Kontakte/Freunde-haben unterbunden.

 

5. Bildung und Arbeit

Erscheint auf den ersten Blick sicherlich etwas eigenartig, denn in unserem Alter sind wir ja größtenteils aus der Arbeit heraus. Aber was ist mit Bildung?

Hier kann man beispielsweise ja auch einmal überlegen, was man noch so machen kann in Bezug auf sein Hobby. Wie ist es, wenn Jemand gerne reist, warum nicht einen Bildungsurlaub beantragen. Oder wie steht es mit unseren Künstlern, hier sich weiter fortbilden in der Malerei, andere vielleicht in der Musik. Es gibt auch viele interessante Angebote in der VHS da kann man auch schauen.

Aber auch ein Laptop gehört zu dieser Kategorie, denn es ist ja unterschiedlich, für was man einen Laptop bzw. das Internet nutzt.

 

6. Gesundheit
Was man auch immer braucht muss, vorab seitens der Krankenkasse geklärt werden, welche Leistung in welcher Höhe die Krankenkasse zahlt. Hier wird dann lediglich die Differenz dazu bezahlt. Nun gibt es keine eindeutigen Beweise welche Krankheiten aufgrund der Heimzeit primär im Zusammenhang stehen, aber das ist auch nicht wirklich maßgeblich, auch wenn das gelegentlich von Mitarbeitern der Anlaufstelle behauptet wird. Es reicht als Begründung, dass die betroffene Person im Hier und Jetzt soweit es geht bei Krankheiten dahingehend unterstützt wird, dass das Leben erträglicher macht.

Sollte es aus welchen Gründen auch immer nicht mehr möglich sein, eine REHA zu beantragen, kann man sich durchaus einen Urlaub wünschen, denn der Grundgedanke dabei ist, die „Seele baumeln zu lassen“; sollte es körperliche Beschwerden/Krankheiten geben, kann man dann bestimmte Anwendungen vor Ort bekommen. Sicherlich gehört auch in diese Kategorie die Bezahlung von Therapiekosten. Wenn man eine Therapie macht, weiß man nicht im Vorfeld, wie lange sie dauern wird und ob die bezahlten Stunden der Krankenkasse ausreichen. Deshalb ist es wichtig, von dem Geld der Sachleistungen nicht gleich die gesamte Summe für Sachleistungen auszugeben, sondern sich die Option offen lassen, hier auch Geld zu haben, um seine Therapie weiter zu machen.

Wichtig ist hier durchaus ein Grundgedanke, sich etwas Gutes zu tun und da gibt es ja nun ein direkten Zusammenhang mit der Heimerfahrung, in dem man dort nicht gelernt hat, für sich gut zu sorgen, weil man oft nur die Erfahrung gemacht hat, schlecht behandelt worden zu sein, arbeitsmäßig ausgebeutet wurde und es kein Freizeitangebot gab. Sicherlich haben Viele später gelernt, für sich etwas zu tun, aber es gibt durchaus Ehemalige, die es bis heute nicht geschafft haben, zu entspannen und auch für sich etwas zu genießen. Also da kann man gut überlegen, was man denn eigentlich bräuchte um es sich auch einmal gut gehen zu lassen.

 

7. Identität

Hier geht es vor allen Dingen darum, bei unvollständiger Biografie zu recherchieren. Sei es nach den Eltern, Geschwistern oder anderen Verwandten. Hier sind die Anlaufstellen angehalten nachzuforschen und behilflich zu sein.

Bei den Ehemaligen der DDR sollten eigentlich die Anlaufstellen bei Zwangsadoptierten recherchieren; jeder Mensch hat ein Recht darauf zu erfahren, woher er kommt, was seine Wurzeln sind.

So gilt dann auch bei der Familienzusammenführung einen Anspruch haben zu dürfen.

In diese Kategorie gehören aber auch z.T. Leistungen, die bestimmte Hobbys unterstützen, weil sie auch zur Identität gehören.

 

So das waren einmal Beispiele wie das Prinzip gedacht ist.

Hier wird Sie nicht geholfen

Posted in Gesellschaft, heimkinder, Kirche, Politik by dierkschaefer on 26. Juli 2013

Der Zynismus der Versicherungen entspricht dem der Rechtsnachfolger, also Staat und Kirchen im Heimkinderskandal.

http://www.youtube.com/watch?v=9EBNRCnEAlU

Menschenrechtsökumene

Posted in Menschenrechte by dierkschaefer on 6. Mai 2013

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam von 1990 stellte noch alle Menschenrechte unter den Vorbehalt der Übereinstimmung mit der Scharia.[1] So fällt auch der Vergleich zwischen der UN-Menschenrechts-Charta und ihrem islamischen Pendant sehr ernüchternd aus.[2]

Allerdings muß man feststellen, daß in manchen Gesichtspunkten die Rechte der Frauen in der katholischen Kirche auf dem damaligen islamischen Niveau sind: Man spricht den Frauen Würde zu, aber kaum Rechte. Doch im Unterschied zur katholischen  Kirche scheint in die islamische Welt Bewegung zu kommen.

Unter dem Titel Modernisierungsschub brachte die FAZ am 4. Mai, leider mal wieder nur in der Printausgabe, einen Artikel von Rainer Hermann über die „OIC“ (Organisation für islamische Zusammenarbeit) mit Sitz in Dschidda.[3] Ihr Generalsekretär »erarbeite­te einen „Zehn-Jahres-Aktionsplan“ und eine neue Charta, die 2008 in Kraft trat. Sie bezieht sich uneingeschränkt auf die Men­schen­rechte[4] und fordert von ihren Mit­gliedstaa­ten, sich im eigenen Land und in­ternational für die Grundfreiheiten und das Konzept der Demokratie, die Herr­schaft des Rechts und die Gleichheit vor dem Gesetz, gute Regierungsführung und die Rechte der Frauen einzusetzen«.

Der Dekan der poli­tikwissenschaftlichen Fakultät an der König-Saud-Universität in Riad, Saleh , ist Mitglied der Kommission. Er meint, »die Kommission werde die wichtigste Menschenrechtsorganisation in der islamischen Welt werden«.

»Es dürfe nicht länger ak­zeptiert werden, dass sich Staaten mit dem Verweis auf die Scharia aus der Befol­gung der Menschenrechte herausredeten, sagt der stellvertretende Vorsitzende der saudischen „Nationalen Gesellschaft für Menschenrechte“. Die Kommission soll die kontroverse „Erklärung von Kairo“ zu den Menschenrechten von 1990 überarbei­ten«.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon habe die OIC zum „strategischen Partner“ erhoben und Barack Obama einen Sondergesand­ten an die OIC geschickt. So der Artikel.

»Die OIC ist damit bei der Beilegung von Konflikten und der Ver­mittlung von Werten ein Motor für die Mo­dernisierung der islamischen Welt gewor­den – und ein Partner des Westens«.

 

„Der Westen“ und die christlichen Kirchen sollten den Ball aufgreifen und Ökumene im ursprünglichen Sinn als den bewohnten Erdkreis verstehen. Die Menschenrechte könnten das uns alle verbindende Band werden. Das gilt auch dann, wenn die Menschenrechte vielfach nur auf dem Papier stehen. Ein Anspruch wäre gesetzt und ein Ziel benannt.


[3] Quelle: FAZ , Sonnabend, 4. Mai 2013, S. 10

[4] UN-Konvention in deutscher, englischer, französischer und leichter deutscher Sprache: Bundesminsterium für Arbeit und Soziales (Hrg.), Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung, Stand: Dezember 2011 www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/a729-un-konvention.html [Stand: Sonntag, 7. April 2013]

»Die Aggressivität scheint umso größer, je stärker die persönliche Betroffenheit«.

Posted in Gesellschaft, Kirche, Psychologie, Religion, Soziologie, Theologie by dierkschaefer on 17. Februar 2013

»Das ist menschlich verständlich, fair ist es nicht. Denn auch wenn ihre Zahl sinkt: Es gibt nach wie vor viele Menschen, denen ihr Glauben, denen auch die Kirche eine Menge bedeutet. Was ihnen wichtig ist, wird brutal niedergegrätscht«.

http://www.focus.de/politik/deutschland/fietz-am-freitag/nach-ruecktritt-von-benedikt-xvi-die-kirche-muss-wieder-von-sich-selbst-begeistert-sein_aid_920545.html

Und im Windschatten segeln die evangelischen Kirchen – auch unter Beschuß, wenn auch mit weniger Ballast.

Und das Führungspersonal? Vergleichbar schlecht in Führungskompetenz und Charisma.

Verjährungsaufschub

Posted in heimkinder, Justiz, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität, Pädagogik, Religion, Theologie by dierkschaefer on 6. Februar 2013

 

Mit Dank an Herrn Mitchell/Australien  weise ich hier auf ein bedeutendes BGH/Urteil vom 4. Dezember 2012 hin (Az. VI ZR 217/11).

Hier wird höchstrichterlich der Tatsache Rechnung getragen, daß eine Verjährungsfrist erst dann beginnen kann, wenn die Tat im Bewußtsein des mündigen Geschädigten erscheint. Dies unterliegt den bekannten Verdrängungseffekten, die durch Traumatisierungen hervorgerufen werden können.

Hier zunächst das Urteil: http://openjur.de/u/597180.html#

Es bleibt die Frage offen, inwieweit Institutionen (Staat, Kirchen, Wohlfahrtsverbände) für die Rechtsbrüche einzelner dort Beschäftigter in Anspruch genommen werden können. Sie sollten sich nicht davor drücken dürfen.

Für die Kirchen und ihre Einrichtungen erscheint es jedenfalls kurios, daß sie die Verjährungsrede erheben. Sie handeln hier auf Erden mit Ewigkeitswerten, beanspruchen aber den Schutz der Verjährung. Sie untergraben damit ihre Lehre und das noch vorhandene Vertrauen Vieler.

https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2011/07/das-jc3bcngste-gericht2.pdf

»Die moralische Pflicht scheint die Herzen von Bund, Kirchen und Ländern zu öffnen – beim Öffnen der Taschen tut man sich schwerer«

Posted in heimkinder, Kirche by dierkschaefer on 9. Dezember 2010

Unter der Überschrift »Tabula rasa am Runden Tisch« berichtet heute Reinhard Bingener in der FAZ über die Chancen eines Erfolgs bzw. Mißerfolgs des Runden Tisches Heimkinder.

http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E3AAD1F4C881448B4991E29B474F930BB~ATpl~Ecommon~Scontent.html 09/12/2010

»Die moralische Pflicht scheint die Herzen von Bund, Kirchen und Ländern zu öffnen – beim Öffnen der Taschen tut man sich schwerer,« schreibt Bingener.

Das Bild ist herzig, aber Bund, Kirchen und Länder haben kein Herz und die Art, die ehemaligen Heimkinder zwei Jahre lang hinzuhalten, war entsprechend herzlos.

Bingener schreibt auch von den »in Verhandlungen unerfahrenen drei Heimkinder[n]« und ist sich der Brisanz dieser Feststellung offenbar nicht bewußt. Diese Unerfahrenheit war von Beginn an bekannt und hätte kompensiert gehört. Dafür nicht gesorgt zu haben, gehört zu den Grundversäumnissen von Antje Vollmer – es ist leider nicht das einzige.

Bingener geht auch auf das Thema Zwangsarbeiter ein und schreibt: » Zwar sollen frühere Heimkinder in Irland im Schnitt etwa 75.000 Euro als Entschädigung erhalten haben, doch in Deutschland wird es politisch nicht opportun sein, dass einstige NS-Zwangsarbeiter – sie erhielten zwischen 2500 und 7500 Euro – weniger Entschädigung bekamen als die ehemaligen Heimkinder bekommen könnten.« Damit verweist er auf die schimpfliche Abspeisung der NS-Opfer durch die deutsche Wirtschaft, die ja auch an den Heimkindern gut verdient hat. Nun könnte man als Nichtbetroffener ja resignierend sagen, es sei eben der Fluch der bösen Tat, daß sie fortwährend Böses muß gebären. Doch hier gibt es Profiteure, die sich ins Fäustchen darüber lachen dürften, daß sie dank der NS-Zwangsarbeiterregelung gut wegkommen; Staat und Wirtschaft nun schon zum zweiten Mal. Hatte Bingener eingangs von Herz gesprochen? Ein grandioser Irrtum.

Sagt NEIN!!!

Posted in heimkinder, Kirche, Politik by dierkschaefer on 7. Dezember 2010

Sagt NEIN!!!

Heute bekomme ich von vielen Seiten den Text „Entwurf für den Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung – Zwischen den Zeilen gelesen III“ von Prof. Dr. Manfred Kappeler.

Kritik_Endbericht_RTH_Zwischen-den-Zeilen-III

Es handelt sich um den auch mir vorliegenden 3. Entwurf des Schlußberichts.

Herzlichen Dank, Herr Prof. Kappeler, für die gründliche Arbeit und die nachvollziehbaren Schlußfolgerungen! Sie haben das Unternehmen Runder Tisch nicht nur entlarvt, sondern auch fachlich begründet, warum der Runde Tisch eine Farce ist.

Man muß die Aussage von Frau Dr. Vollmer in die Bewertung mit aufnehmen http://www.youtube.com/watch?v=BuCz22X0Lxk (Herrn Mitchell/Australien vielen Dank für den Hinweis!).

Wenn Frau Vollmer meint, man dürfe nicht sagen, es habe sich nichts verändert, auch für die Betroffenen, und sie dann nicht mehr nennen kann, als daß diese nun über ihre Vergangenheit sprechen können, dann hat sie selbst offenbart, daß sie als Moderatorin des Runden Tisches völlig versagt hat. Denn der Mut der Betroffenen, über ihre Geschichte offen zu reden, hat ja überhaupt erst die Petition und damit den Runden Tisch ingang gebracht. Immerhin spricht sie auch von „vollkommener Rechtlosigkeit“ der Betroffenen, ist aber nicht in der Lage, den Rechtlosen zur auch finanziellen Gerechtigkeit zu verhelfen. Sie kann sich also nicht behelfen mit der klassischen Ausrede, was damals recht gewesen sei, könne heute nicht unrecht sein. Sondern es gilt: Was damals unrecht war, wird auch heute weder sanktioniert noch in seinen Folgen gemildert.

Vollmer im O-Ton: »Ich glaube, man darf nicht sagen, daß sich nichts verändert hat, auch für die Betroffenen – und viele von denen sind doch aus dieser Mauer des Schweigens herausgekommen und reden über ihre Geschichte und das war, glaube ich, das Allerschlimmste, diese Mischung aus vollkommener Rechtlosigkeit und Ohnmacht und vollkommenem gesellschaftlichen Desinteresse, ja, geradezu Zustimmung der Gesellschaft zu dem, was in den Heimen passiert ist. Und das ist vorbei.«

Was tun? Kappeler schreibt: »Der ganze Komplex „II Finanzielle Maßnahmen zu Gunsten einzelner Betroffener“ wird, wenn in der Abschluss-Sitzung nicht noch entscheidende Veränderungen erreicht werden, aus der Sicht der Interessen und Forderungen der Ehemaligen Heimkinder nicht zustimmungsfähig sein. (S.15).«

Also wenn in diesem Punkt nicht noch entscheidende Veränderungen erreicht werden, kann es nur heißen: Sagt NEIN!

Diese Aufforderung ergeht an die Heimkindervertreter am Runden Tisch: Sagt NEIN! Gebt nicht auch noch eure Zustimmung dazu, daß ihr über den Tisch gezogen wurdet. Sagt dem Petitionsausschuß öffentlich, wie sein guter Auftrag durch eine inkompetente Moderatorin und durch die finanziellen Interessen von Staat (Ländern) und Kirchen (und ihren Einrichtungen) pervertiert wurde.

Sagt NEIN!