Dierk Schaefers Blog

Warten auf den Todesfall

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 1. Dezember 2014

»Während ehemalige Heimkinder ohne Behinderungen Leistungen erhalten, gehen ehemalige behinderte Heimkinder zurzeit noch leer aus«[1].

 

Das ist bekannt, aber das muss man ganz pragmatisch sehen: Menschen mit Behinderung haben eine wohl noch geringere Lebenserwartung als normal-traumatisierte ehemalige Heimkinder. Jede Verzögerung rechnet sich.

 

Schon vor langer Zeit habe ich geschrieben, dass Verzögerungen nur dann glaubwürdig erklärt werden können, wenn der Anspruch im Todesfall auf die Erben übergeht. Aber man will anscheinend noch mehr sparen. Der Betrug am Runden Tisch hat nicht ausgereicht.

[1] http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/30740/Ehemalige-Heimkinder-mit-Behinderung-entsch%C3%A4digen.htm

„Sobald wir konkretere Informationen erhalten, melden wir uns bei Ihnen.“

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 12. Dezember 2013

Brief der Freien Arbeitsgruppe „Johanna-Helenen-Heim“ (JHH) an den Diakoniepräsidenten

 

Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Herrn Johannes Stockmeier
10115 Berlin
Telefax: 030 65211-3333

Sehr geehrter Herr Stockmeier,
sehr geehrte Damen und Herren!

Wir beziehen uns auf Ihr Schreiben vom 16. Juli dieses Jahres. In diesem haben Sie uns mitgeteilt: „Mittlerweile gibt es eine mündliche Aussage des Sozialministeriums, dass der Fonds Heimerziehung auch für diese Betroffenen geöffnet werden soll. Ein offiziel­les Schreiben erwarten wir.“ Wenige Zeilen später schreiben Sie: „Sobald wir konkretere Informationen erhalten, melden wir uns bei Ihnen.“

Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen und wir haben aus Ihrem Haus immer noch keine diesbezügliche Antwort gelesen. So müssen wir davon ausgehen, dass sich die Gespräche entweder noch hinziehen oder bereits gescheitert sind.

Eine weitere Zeitverzögerung auf dem Rücken der betroffenen Opfer Ihrer Kirchen ist unverantwortlich und unmoralisch. Darum schlagen wir vor, dass Sie die in den Opferfonds eingezahlten Gelder rückbuchen und an die antragsstellenden Opfer direkt auszahlen. Ganz konkret schlagen wir eine erste Abschlagszahlung von 10.000 Euro vor. Dies entspricht dem Betrag, der einigen Opfern aus dem Bereich der Erziehungshilfe ausgezahlt wird.

Wir hoffen sehr, dass a) wir noch vor Weihnachten einen positiven Bescheid von Ihnen erhalten und b) Sie direkt im neuen Jahr mit den ersten Auszahlungen an Opfer beginnen, die sich bei Ihnen melden.

Es darf nicht sein, dass sich die Opfer Ihres Hauses und Ihrer Heime in der Weihnachtszeit mit diesem Thema auseinandersetzen müssen und weitere Opfer sterben. Das Setzen auf die biologische Lösung schadet dem Ruf der Evangelischen Kirche und der gesamten Diakonie.

Auch diesen Brief werden wir über die Homepage www.gewalt-im-jhh.de und auf dem Blog des Users Helmut Jacob den Opfer zur Information geben. Leiten Sie darum Ihre Antwort auch an ihn weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Dickneite