Dierk Schaefers Blog

Religionsfreiheit und Menschenrechte

Posted in Kriminalität, Menschenrechte, Religion, Soziologie by dierkschaefer on 10. Januar 2014

»In 14 der 48 Länder, die über die Einhaltung der Menschenrechte wachen sollen, werden Christen mehr oder weniger massiv verfolgt«.

http://jobo72.wordpress.com/2013/11/13/ist-religionsfreiheit-kein-menschenrecht-mehr/

Menschenrechtsökumene

Posted in Menschenrechte by dierkschaefer on 6. Mai 2013

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam von 1990 stellte noch alle Menschenrechte unter den Vorbehalt der Übereinstimmung mit der Scharia.[1] So fällt auch der Vergleich zwischen der UN-Menschenrechts-Charta und ihrem islamischen Pendant sehr ernüchternd aus.[2]

Allerdings muß man feststellen, daß in manchen Gesichtspunkten die Rechte der Frauen in der katholischen Kirche auf dem damaligen islamischen Niveau sind: Man spricht den Frauen Würde zu, aber kaum Rechte. Doch im Unterschied zur katholischen  Kirche scheint in die islamische Welt Bewegung zu kommen.

Unter dem Titel Modernisierungsschub brachte die FAZ am 4. Mai, leider mal wieder nur in der Printausgabe, einen Artikel von Rainer Hermann über die „OIC“ (Organisation für islamische Zusammenarbeit) mit Sitz in Dschidda.[3] Ihr Generalsekretär »erarbeite­te einen „Zehn-Jahres-Aktionsplan“ und eine neue Charta, die 2008 in Kraft trat. Sie bezieht sich uneingeschränkt auf die Men­schen­rechte[4] und fordert von ihren Mit­gliedstaa­ten, sich im eigenen Land und in­ternational für die Grundfreiheiten und das Konzept der Demokratie, die Herr­schaft des Rechts und die Gleichheit vor dem Gesetz, gute Regierungsführung und die Rechte der Frauen einzusetzen«.

Der Dekan der poli­tikwissenschaftlichen Fakultät an der König-Saud-Universität in Riad, Saleh , ist Mitglied der Kommission. Er meint, »die Kommission werde die wichtigste Menschenrechtsorganisation in der islamischen Welt werden«.

»Es dürfe nicht länger ak­zeptiert werden, dass sich Staaten mit dem Verweis auf die Scharia aus der Befol­gung der Menschenrechte herausredeten, sagt der stellvertretende Vorsitzende der saudischen „Nationalen Gesellschaft für Menschenrechte“. Die Kommission soll die kontroverse „Erklärung von Kairo“ zu den Menschenrechten von 1990 überarbei­ten«.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon habe die OIC zum „strategischen Partner“ erhoben und Barack Obama einen Sondergesand­ten an die OIC geschickt. So der Artikel.

»Die OIC ist damit bei der Beilegung von Konflikten und der Ver­mittlung von Werten ein Motor für die Mo­dernisierung der islamischen Welt gewor­den – und ein Partner des Westens«.

 

„Der Westen“ und die christlichen Kirchen sollten den Ball aufgreifen und Ökumene im ursprünglichen Sinn als den bewohnten Erdkreis verstehen. Die Menschenrechte könnten das uns alle verbindende Band werden. Das gilt auch dann, wenn die Menschenrechte vielfach nur auf dem Papier stehen. Ein Anspruch wäre gesetzt und ein Ziel benannt.


[3] Quelle: FAZ , Sonnabend, 4. Mai 2013, S. 10

[4] UN-Konvention in deutscher, englischer, französischer und leichter deutscher Sprache: Bundesminsterium für Arbeit und Soziales (Hrg.), Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung, Stand: Dezember 2011 www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/a729-un-konvention.html [Stand: Sonntag, 7. April 2013]

Kirchentag: Möchlichst gaanich drum kümmern!

Posted in heimkinder, Kirche, News by dierkschaefer on 14. Mai 2010

»Missbrauchsopfer provoziert Eklat auf Kirchentag«

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,694787,00.html

Betroffene stinken! Diese Erfahrung habe ich vielfach auf meinen Tagungen gemacht.

»Was, Sie haben auch Betroffene eingeladen? Da kann man ja keine Fachdiskussion führen«.

  • Richtig ist, daß solche Diskussionen mit Beteiligung von Betroffenen schwierig sind. Betroffene sehen nun einmal ihr persönliches Schicksal im Vordergrund.
  • Richtig ist aber auch, daß Fachleute es sich zu leicht machen, wenn sie die Beteiligung von Betroffenen nur als Störung abtun wollen.

Herr Denef auf dem Kirchentag hat völlig recht, zumal es ja Anfragen im Vorfeld gegeben hat, Opfer in das Podium einzubeziehen.

Wie souverän war doch damals (1968) Alexander Mitscherlich. Als Psychologiestudenten beim Psychologenkongreß ein „go-in“ veranstalteten und über die rattentaugliche Psychologie diskutieren wollten, da verschanzten sich die Fachleute hinter den Pultdeckeln der Hörsaalbänke, klapperten mit den Deckeln und inszenierten einen verbalen Grabenkrieg, – bis Mitscherlich auf dem Podium zum Mikrophon griff und ruhig sagte: »Lassen Sie uns die jungen Kollegen doch erst einmal anhören«. Damit war die Situation gerettet.

photo: dierkschaefer

Gab es niemanden unter den Besuchern in der Halle, der, zwar nicht selbst Opfer, aber aus Protest mit Herrn Denef den Raum verlassen hat?

Für noch zynischer als die Ausgrenzung von Herrn Denef halte ich die Begründung im Vorfeld: Man wolle die Opfer nicht aufs Podium lassen, um sie zu schützen. Dies ist eine widerliche Form der Bevormundung von Erwachsenen. Schließlich hätte man sich ja mit einigen Opfern vernünftig absprechen können. So aber wurde die Veranstaltung zum sprechenden Zeichen der Verweigerung.

Ein schlechtes Zeichen für die glaubwürdige Bewältigung eines schlechten Gewissens.

Ausstellung “Im Namen des Herrn“

Posted in heimkinder, News by dierkschaefer on 26. Oktober 2009

Vernissage

Sie lassen das Leid erahnen, welches die Kinder damals ertragen mussten.

Die hier gezeigten Kunstwerke haben auf Grund ihrer politischen Brisanz, bundesweit und auch international in den Medien Aufsehen erregt.

Erstmalig seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland hat ein Kirchenoberhaupt, Landesbischöfin Käßmann, Schuld eingestanden und um Vergebung gebeten für die über 1 Millionen Kinder die in sogenannten Heimen der Kirche interniert waren und dort unbeschreibliches Leid (Zwangsarbeit, Prügel und sexuelle Übergriffe) erleiden mussten.

Viele ehemalige Heimkinder sind bis zum heutigen Tag traumatisiert.

Das ist die von beiden Künstlern dargestellte Thematik dieser Ausstellung.

Gudrun Adrion und Eckhard Kowalke beschreiben als Betroffene  das Szenario künstlerisch glaubwürdig.

Kowalke: In diesen „Kindergefängnissen“ der Kirche wurden die Menschenrechte mit Füssen getreten.

„Um das Böse bekämpfen zu können muss man es Sichtbar machen!“

Die Ausstellung läuft bis 30. November 2009 – bei Drews Optik in der Großen Straße 18 in Flensburg.

 

mehr Infos unter   www.die–grosse.com

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