Dierk Schaefers Blog

Die Sorgen von Kardinal Brandmüller

Posted in Kirche, Moral, Religion, Soziologie, Theologie by dierkschaefer on 11. Januar 2019

Mit Kardinal Brandmüller beschäftigte sich der letzte Beitrag dieses Blogs[1]. Nun erreicht mich der kluge Essay „Fakten contra Brandmüller“ von Philipp Greifenstein[2]. Ich habe dazu einen Kommentar geschrieben:

Herzlichen Dank für diese profunde Analyse der Aussagen Brandmüllers. Ich nehme mir die Freiheit, diesen Artikel im Original auf meinen Blog zu übernehmen, in Anknüpfung an https://dierkschaefer.wordpress.com/2019/01/06/heuchelei-wirft-der-kardinal-der-gesellschaft-vor/ . Im Original heißt auch: mit Übernahme der fürchterlichen *-Schreibung.

 

Hier gebe ich nun den Essay im Original wieder:

 

Fakten contra Brandmüller

Von Philipp Greifenstein, 10. Januar 2019, 14-17 Minuten

Die katholische Nachrichtenagentur Catholic News Agency (CNA deutsch) hat mit Kardinal Walter Brandmüller gesprochen. Das Presseunternehmen, das zum amerikanischen EWTN-Konzern gehört, spezialisiert sich auf konservative Stimmen aus der röm.-kath. Kirche.

Kardinal Brandmüller ist einer von vier Kardinälen, die bereits seit längerer Zeit in Opposi­tion zu Papst Franziskus und insbesondere zur „verweltlichten“ Kirche in Deutschland agie­ren. Gemeinsam mit den inzwischen verstorbenen Kardinälen Meisner und Caffarra sowie Kardinal Raymond Burke, der als Gegenspieler des Papstes auftritt, hat er die sog. Dubia gegen die apostolische Exhortation Amoris Laetitia verfasst.

Immer wieder suchen die Kardinäle die Öffentlichkeit, um gegen die „Modernisierung“ der Kirche und die Agenda Papst Franziskus‘ aufzutreten. Kräftig unterstützt werden sie dabei von einem Netzwerk erz-konservativer katholischer Medien, die auch an der Veröffentlichtung des Viganò-Briefes mitwirkten. Im Zentrum dieser Allianz steht der US-amerikanische Kabelsender EWTN-News mit seinen zahlreichen Medienbeteiligungen in den USA und weltweit.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass der Chefredakteur der deutschen Außenstelle von CNA, Anian Christoph Wimmer, im Interview darauf verzichtet, die zahlreichen Behaup­tungen Brandmüllers kritisch zu hinterfragen. Das holen wir hier mal nach:

1. Am Missbrauch ist die „Sexualisierung“ der Gesellschaft schuld

Gleich zu Beginn des Interviews relativiert Brandmüller den tausendfachen Missbrauch, indem er ihn zum Zeichen der „Verweltlichung“ der Kirche erklärt. Der Missbrauch sei „alles andere als ein spezifisch katholisches Problem“. Natürlich findet sexueller Missbrauch auch in anderen Kontexten statt. Die spezifisch katholische Problematik des Missbrauchs – seine systemischen Ursachen – werden jedoch von Brandmüller geleugnet.

Anders als die MHG-Studie der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sieht Brandmüller den Missbrauch als ein Phänomen, das aus einer sexbesessenen Kultur in die katholische Kirche hineinschwappt:

„Die jahrzehntelange Sexualisierung der Gesellschaft – man denke an Oswald Kolle und Beate Uhse – ist auch an den Katholiken und ihrem kirchlichen Per­sonal nicht spurlos vorübergegangen. Diese Feststellung mag die Abscheulich­keit des Vorgefallenen erklären helfen, keinesfalls jedoch entschuldigen!“

Brandmüllers Einlassung, bei seinen Argumenten handelte es sich keineswegs um eine Ent­schuldigung, sondern nur um eine Erklärung, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche nicht zu erklären vermag:

Nicht nur dürften jüngere Generationen von Priestern von Oswald Kolle und Beate Uhse nichts mehr wissen, ihre Wirksamkeit datiert auf die Jahre seit 1947 (Uhse) bzw. 1960 (Kolle) und liegt damit weit hinter dem Beginn des sexuellen und körperlichen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Studien aus den USA und Irland belegen systematischen Missbrauch seit den 1920er-Jahren. Die MHG-Studie der DBK untersucht aus guten Gründen den Zeitraum von 1946 bis 2015.

Aus dem Bericht über die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen wissen wir, dass für den Missbrauch durch erwachsene Männer in den 1950er- bis 1970er-Jahren nicht die beginnende sexuelle Revolution ursächlich war, sondern eigene Gewalterfahrungen im Elternhaus und während des 2. Weltkrieges bzw. der Gefangenschaft.

Die Vorstellung, sexueller Missbrauch in und außerhalb der Kirche hätte durch das aufklä­re­rische Wirken von Beate Uhse und Oswald Kolle zugenommen, ist gerade so abstrus, wie zu behaupten, wegen Dr. Sommer hätte es mehr Teenie-Schwangerschaften gegeben (die seit Jahrzehnten rückläufig sind, auch dank der schulischen Sexualaufklärung).

Zwar nahm die sexuelle Revolution der 1950er-/1960er-Jahre in den USA ihren Ausgang, davon hoben sich aber gerade die konservativen katholischen Communities ab, in denen – wie wir heute durch wissenschaftliche Untersuchungen wissen – der Missbrauch besonders blühte. Und auch den katholischen Missbrauch in Ländern ohne vergleichbare Liberalisierung der Sexu­alität vermag Brandmüllers These nicht zu erklären. Die Datenbasis zum Missbrauch in (ehemaligen) Entwicklungsländern in Südamerika, Afrika und Asien ist nach wie vor schmal, jedoch deutet nichts darauf hin, dass es dort anders ausschauen würde. Missbrauchsskandale gab es in den letzten Jahren auch in Brasilien und Indien.

Nun soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass die sexuelle Befreiung zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts in einigen gesellschaftlichen Biotopen auch zu extremen Meinungen geführt hat. Die Forderung nach Anerkennung der Päderastie als legitime sexuelle Neigung ist dafür nur ein Beispiel, das von den Vertretern einer reaktionären Sexualmoral gerne angeführt wird. Solche Irrtümer aber waren nie flächendeckend und liegen heute schon 40 bis 50 Jahre zurück. Es ist schlicht unredlich, die gesamte sexuelle Aufklärung dafür in Mithaftung zu nehmen.

Im Gegenteil: Alle seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen weisen darauf hin, dass gut aufgeklärte Kinder seltener Opfer von sexueller Gewalt werden, weil sie typisches Täter­ver­halten als solches identifizieren und Hilfe suchen können. Aufgeklärte und gut informierte Erwachsene können Anzeichen für Missbrauch erkennen und ihren Kindern und Schüler*in­nen Ansprechpartner sein. Die verbesserte Sexualaufklärung hat auch dazu beigetragen, dass (potentielle) Täter heute therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können, und so seltener zu einer Gefahr für Kinder und Jugendliche werden.

2. Priester dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden

Kardinal Brandmüller verwehrt sich dagegen katholische Priester unter Generalverdacht zu stellen, die doch überall auf der Welt treu ihren Dienst tun:

„Die weltweit hunderttausende von Priestern und Ordensleuten dienen treu und selbstlos Gott und den Menschen. Sie unter Generalverdacht zu stellen ist eben­so beleidigend wie ungerechtfertigt, bedenkt man den verschwindenden Prozentsatz von Missbrauchstätern.“

Brandmüller hat die zahlreichen Untersuchungen zum Missbrauch in der katholischen Kirche aus den USA, Irland, Australien und auch Deutschland entweder nicht gelesen oder er ver­schleiert hier bewusst die Wahrheit.

Die MHG-Studie geht von 1 670 Klerikern aus, die im Untersuchungszeitraum beschuldigt wurden. Davon waren 1 429 Diözesanpriester. Das entspricht einem Anteil von 5 % an der Gesamtzahl der Priester, die im Untersuchungszeitraum in den deutschen Bistümern beschäf­tigt waren. Einen „verschwindene[n] Prozentsatz“ nennt Brandmüller, wenn jeder 20. Priester in den Akten der Kirchen als Beschuldigter identifiziert wird. Untersuchungsberichte aus den USA zeigen im Vergleich zur MHG-Studie eine noch höhere Durchsetzung der Priesterschaft mit Missbrauchsbeschuldigten, so dass auch für Deutschland mit einem großen Dunkelfeld zu rechnen ist.

Nicht zu vergessen: Ein erheblicher Anteil der Beschuldigten konnte auch nach Bekanntwer­den von Vorwürfen weiter in Priesteramt und Pfarrdienst verbleiben. Tausende Kinder und Jugendliche wurden erst dadurch zu Opfern, weil die Kirche Ersttäter nicht konsequent aus dem Dienst entfernte und den Strafverfolgungsbehörden meldete. Dies ist besonders deshalb relevant, weil die Schwere der Missbrauchsdelikte im Verlauf der Täterkarriere häufig zunimmt.

Nicht nur befinden sich unter den röm.-kath. Priestern bis in die jüngste Zeit hinein unent­deckte und davongekommene Sexualverbrecher, auch auf die Kirche kann man sich (bisher) nicht verlassen, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche vor diesen Tätern zu beschüt­zen. Das systemische Versagen hat sich in Einzelfällen zur blinden Beihilfe bzw. bewussten Mittäterschaft ausgewachsen. Warum sollte man also gegenüber katholischen Priestern nicht misstrauisch sein?

3. Schwule Priester sind generell verdächtig

Von Brandmüllers Verteidigung gegen den Generalverdacht ist eine Gruppe von Priestern ausgenommen: Schwule Priester gelten ihm als Hauptverantwortliche für den Missbrauch in der katholischen Kirche. Um das zu „beweisen“ schreckt der Kardinal nicht vor dem geschmack­losen Hinweis zurück, dass „80 Prozent der Missbrauchsfälle im kirchlichen Umfeld männliche Jugendliche, nicht Kinder, betrafen“.

Aufgrund des nach wie vor großen Dunkelfeldes vermag schon die Sicherheit Brandmüllers, den Wert von 80 % zu benennen, überraschen. Die Unterstellung, Verbrechen an Jugend­lichen wären gegenüber denen an Kindern irgendwie weniger schlimm, muss entsetzen.

Der Kardinal versteigt sich zu der Behauptung:

„Dieser Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität ist stati­stisch erwiesen – aber das hat nichts mit Homophobie zu tun, was immer man darunter verstehen mag.“

Ein direkter Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie oder gewalttätiger Sexualität ist nicht belegbar. Auch die MHG-Studie hält fest, dass monokausale Erklärungen zu kurz greifen. Tatsächlich schreiben die Wissenschaftler*innen:

„Die Verpflichtung zu einem zölibatären Leben könnte Priesteramtskandidaten mit einer unreifen und abgewehrten homosexuellen Neigung als Lösung inner­psychischer Probleme erscheinen, die zusätzlich die Aussicht auf ein enges Zusam­menleben ausschließlich mit Männern […] mit sich bringt. Insoweit könnten spezifische Strukturen und Regeln der katholischen Kirche ein hohes Anziehungspotential für Personen mit einer unreifen homosexuellen Neigung haben.“

Damit weisen die Autor*innen der Studie auf einen komplexen Zusammenhang von sexueller Identität der Täter, kirchlicher Sexualmoral und katholischer Ämtertheologie hin. Statt die Auswirkungen des Zölibatszwangs und der Ächtung von Homosexualität zu diskutieren, stellt der Kardinal schwule Priester an den Pranger.

Dabei dürfte der 1953 zum Priester geweihte Brandmüller seitdem und besonders während seiner Tätigkeit als Professor zahlreichen homosexuellen Priestern und Priesteranwärtern begegnet sein. Wahrscheinlich hat er Zeit seines Lebens mit mehr Schwulen zusammen­ge­arbeitet als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Das Priesteramt war über viele Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts eine Möglichkeit für homosexuelle junge Männer aus streng katholischen Elternhäusern einen gesellschaftlich akzeptierten Lebensentwurf zu wählen.

Brandmüller unterstellt schwulen Priestern nicht nur, sie wären aufgrund ihrer Sexualität prädestiniert für Pädophilie und Ausübung sexueller Gewalt. Er geht wie selbstverständlich davon aus, dass schwule Priester den Zölibat nicht im gleichen Maße halten könnten wie ihre heterosexuellen Amtsbrüder. Weil der Zölibat partout nicht das Problem sein darf, greift er auf das billige Ressentiment zurück, Schwule lebten ihre Sexualität im Vergleich zur „norma­len“ Bevölkerung unbedingt promisk aus.

4. Die Moderne ist der Feind

Als Heilmittel gegen den Missbrauch empfiehlt Brandmüller die Besinnung auf traditionelle katholische Überzeugungen:

„Zunächst wird es notwendig sein, noch vor jeder religiösen Begründung, die sich aus der Natur des Menschen als Mann und Frau ergebenden Grundsätze geschlechtlicher Sittlichkeit erneut und vertieft zu verstehen. Johannes Paul II. hat mit seiner Theologie des Leibes hierzu Wegweisendes gesagt.“

Was der Kardinal hier „noch vor jeder religiösen Begründung“ ansiedelt, ist nichts anderes als eine Naturrechtslehre, wie sie sich im Lehrgebäude der röm.-kath. Kirche erhalten hat. Dass es in Gottes guter Schöpfung Platz für mehr als zwei Geschlechter und die Liebe auch unter gleichgeschlechtlichen Partner*innen geben könnte, kommt dem Kardinal in seiner Ignoranz gegenüber der (theologischen) Wissenschaft der letzten gut 50 Jahre nicht in den Sinn.

Stattdessen weist er auf die „Theologie des Leibes“ des vor Kurzem (h)eiliggesprochenen Papstes Johannes Paul II. hin. Dabei handelt es sich um nichts mehr als eine geschickt gesetzte Behauptung, die zurzeit unter erz-konservativen Vertretern einer restriktiven Sexualmoral Mode hat. Die Überlegungen Johannes Paul II. will Brandmüller gar zum Dogma der Kirche erheben:

„In der Tat ist diese Lehre Johannes Pauls II. auch der Auswahl und der Aus­bil­dung künftiger Priester und Religionslehrer zu Grunde zu legen. Sodann ist auf deren psycho-physische Konstitution zu achten. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es bei alledem nicht nur um Psychologie und Sozio­logie geht, sondern vielmehr um das Erkennen einer wirklichen von Gott kom­menden Berufung.“

Damit ist vor allem die Ausscheidung homosexueller Priesterkandidaten gemeint. Aber Brand­müllers Bemerkungen greifen noch weiter: Aus der Kirche soll all das entfernt werden, was aus den Sozial- und Naturwissenschaften kommend inzwischen auch dort als wertvoll und zielführend geachtet wird. Brandmüller beschwört den Kulturkampf des Katholizismus gegen die Moderne, wie ihn Benedikt XVI. vorgab.

Reformen kann sich Brandmüller nur als Rückkehr zur Kirche seiner Kindheit vorstellen, deshalb beschwört er wider besseren Wissens seine Kirche, sich ein Beispiel an „sogenann­te[n] traditionalistische[n] Gemeinschaften“ wie der Piusbruderschaft zu nehmen. Dabei ist der Mangel an Priesterkandidaten in der röm.-kath. Kirche im Westen nicht auf ihre Moderni­tät, sondern auf ihre Wirklichkeitsferne dem Leben der Jugend gegenüber zurückzuführen, wie die zaghafte Jugend- und Berufungssynode in Rom erst kürzlich gezeigt hat.

Auf die Frage, wohin die Kirche steuert, gibt der Kardinal auch Papst Franziskus noch einen mit und antwortet:

„Steuert sie überhaupt? Sind wir nicht vielmehr von widersprüchlichen Strö­mun­gen hin- und her geworfen? Kann man da überhaupt einen Kurs erken­nen?“

Klar erkennbar ist demgegenüber Brandmüllers Kurs: Es geht ihm in keiner Silbe um die Opfer des Missbrauchs, sondern allein um seine Vorstellung von der Zukunft der Kirche, mit der er sich in Widerspruch zu ihr begibt. Der Kardinal missbraucht tatsächlich den Missbrauch für seine Interessen.

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2019/01/06/heuchelei-wirft-der-kardinal-der-gesellschaft-vor/

[2] https://eulemagazin.de/fakten-contra-brandmueller/

Die Szene wird zum Ritual – Missbrauch – dasselbe in Grün

Posted in Ethik, Geschichte, Gesellschaft, Kinderrechte, Kriminalität, Kriminologie by dierkschaefer on 21. Mai 2015

»1.000 Opfer bei Berliner Grünen. Bis in die 90er Jahre hinein war die Alternative Liste ein Hort für sexuelle Gewalt gegen Kinder.«[1]

  1. Nachdem der Missbrauch nicht mehr übersehen und übergangen werden konnte, gab es eine Studie. Die Ergebnisse liegen vor.
  2. Jetzt sind wir in der Phase der öffentlich bezeugten Beschämung.
  3. Danach kommt das Entschuldigungsgestammel.
  4. Das Ritual ist abgeschlossen. Ite missa est – geht hin im Frieden des Herrn. Man hofft und meint, die Sache abgehakt zu haben. Haben wir doch honorig ad acta gelegt.
  5. Sollte wider Erwarten das Thema „Entschädigung“ aufkommen, wird es heißen: Das kann mit Geld gar nicht wieder gutgemacht werden.
  6. Wenn den Opfern aber das Ritual nicht die Sprache verschlagen hat, werden sie Forderungen stellen.
  7. Da man sich öffentlich geschämt hat, muß man was tun.
  8. Man richtet man einen Runden Tisch ein.
  9. Dieser grüne Tisch wird moderiert von einer grünen Politikerin, die Erfahrung mit Runden Tischen hat. Ich wüßte da schon eine. Sie wird ein Ergebnis produzieren:
  • o Ein systematischer Missbrauch der GRÜNEN oder der Alternativen Liste hat nicht stattgefunden.
  • o Es waren Einzeltäter.
  • o Da die schon verstorben sind, können sich die Geschädigten an schon bestehende Fonds wenden.
  • o Es gibt einen für Missbrauchte, so wie es einen für ehemalige Heimkinder gibt.
  • o Dort gibt es keine Entschädigung.
  • o Sollten die Opfer aber noch unter Folgeschäden leiden, können sie Hilfeleistungen für ihre schwierige Lebenslage erhalten, soweit diese aus dem Missbrauch resultiert.
  • o Dazu müssten sie einen Antrag stellen, den Missbrauch möglichst detailliert und glaubhaft schildern: Wann, wo, wie oft, durch wen?
  • o Rechtsansprüche erwachsen daraus nicht. Es handelt sich um rein freiwillige in der Höhe begrenzte Hilfeleistungen, zu denen die GRÜNEN einen Beitrag leisten.
  • o Sollte jemand daraus den falschen Schluss ziehen, sich direkt an die GRÜNEN wenden zu können, so wird er auf den Fonds verwiesen, in den man ja eingezahlt hat.
  • o Zu beachten sind die Fristen für die Antragstellung.

Soweit das Prozedere, das nach dem feierlichen Ritual kommt: Die Niederungen des Einhegens, am besten Abwimmelns von Ansprüchen.

Woher ich das kenne?

Am besten fragen Sie Frau Dr. Antje Vollmer. Die hat am Runden Tisch die ehemaligen Heimkinder gekonnt über den Tisch gezogen und darf stolz auf ihre Leistung sein. Das habe sogar ich bewundernd anerkannt.[2]

[1] https://www.freitag.de/autoren/christian-fueller/1-000-opfer-bei-berliner-gruenen

auch: http://www.tagesspiegel.de/politik/berliner-gruene-und-kindesmissbrauch-warum-sich-paedophile-bei-den-gruenen-engagieren-konnten/11804804.html

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-politikerin-dr-antje-vollmer/

Pädophilie, sexueller Missbrauch, Dunkelfeld – Herausforderung für Gesellschaft, Justiz und Therapie

Posted in Gesellschaft, Kriminalität, Psychologie by dierkschaefer on 18. Februar 2015

Fachtagung »Das Projekt „Leg Los“ ist ein Präventionsprojekt, um Gewalt und Sexualstraftaten zu verhindern. Es richtet sich an Personen, die sich in ihren Fantasien sexuelle Handlungen mit Kindern vorstellen oder sich zu solchen Handlungen gedrängt fühlen. Aber auch an Menschen, die bereits im Verborgenen als Täter agieren, zum Beispiel durch den Konsum von Kinderpornographie. Mit diesem Angebot sollen Personen angesprochen werden, die befürchten, anderen Schaden zufügen oder mit dem Gesetz in Konflikt kommen zu können. Ziele des Projekts sind die Bekämpfung von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Behandlung der potenziellen Täter.« Pädophilie Dunkelfeld Fachtagung 2015 Einladung

Charité-Projekt „Kein Täter werden“ – Die Bilanz ist mager, …

Posted in Justiz, Kinderrechte, Psychologie by dierkschaefer on 17. Juli 2014

… wenn auch die Zahl von fast 100 abgeschlossenen Therapien nicht nichts ist.

Die Frage, welche Gefahr von den vielen anderen ausgeht, ist berechtigt[1]. Aber was tun?

 

Gemeldet hatten sich bei der Charité seit dem Start 2005 nach Klinikumsangaben fast 2000 Männer, weil sie sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Diese gefühlsmäßige Tendenz ist kein Strafdelikt, sofern es bei der Tendenz bleibt. Doch die Selbstmelder stellen ein Gefährdungspotential dar. Man darf annehmen, daß sie das selbst auch so sehen, denn sonst hätten sie sich wohl nicht gemeldet. Sie haben Vertrauen in die Charité gesetzt, daß ihre Daten nicht weitergegeben werden, auch darum hätten sie sich wohl nicht gemeldet.

 

Warum die Quote der Aufnahme ins Programm so gering ist, darüber schweigt sich die Charité aus. Die anderen Zahlen sind akzeptabel, auch wenn das Ergebnis verstört.

 

Was also mit den maximal 1.900 Männern und ihrer Selbstmeldung? Konnten sie im Erstgespräch oder bei Therapieabbruch als „harmlos“ befunden werden? Oder sind sie tickende Zeitbomben?

 

Solange nichts passiert oder erkennbar „Gefahr im Verzug“ ist, wird man ihnen nichts haben können und auch nichts anhaben dürfen. Aus dieser unbefriedigenden Dilemma-Situation führt kein Weg. An Stammtischen mag man das anders sehen.

 

[1]http://netzwerkb.org/2014/07/17/faktencheck-padophilie-praventionsprojekt-kein-tater-werden/

Mit der ZEIT gehen

Posted in Gesellschaft, Kinderrechte by dierkschaefer on 14. Oktober 2013

»In der Ära der sexuellen Revolution verharmlosten einzelne ZEIT-Autoren die Pädophilie. Sie glaubten, Tabus brechen zu müssen«.[1]


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Pädophile Priester – ganz normal?

Posted in Kirche, Kriminalität, Psychologie by dierkschaefer on 28. August 2013

„Insofern korrespondiert das natürlich mit dem Zölibat, dass man in einem Ort eine Respektsperson ist, aber zu der eigentlich andere nur selten eine engere Beziehung aufbauen. Emotionale Bedürfnisse bleiben bei manchen dann doch auf der Strecke. Und dann werden Personen gesucht, zu denen man eine größere Nähe herstellen kann.“[1]

Eine m.E. berechtigte Schlußfolgerung, die ganz gewiß nicht denen entgegenkommt, die den Zwangszölibat verteidigen wollen.


»Anders als Erzbischof Zollitsch weigert sich der grüne Bischof Trittin …«

Posted in Gesellschaft, Politik by dierkschaefer on 19. August 2013

»… im Interview mit der Welt standhaft, eine Anlaufstelle für Opfer grüner Täter einzurichten. Darum schert sich bei den Grünen niemand, mehr noch, man macht sich lustig«.[1]


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»Auf einem Parteitag 1985 gab es einen unachtsamen Moment«.[1]

Posted in Kinderrechte, Politik by dierkschaefer on 24. Juli 2013

Ja, typisch, die Kinder und ihre Rechte hat man ganz einfach übersehen. Man hatte ja so viel anderes im Kopf.


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Pädophilieproblem der Grünen

Posted in Kinderrechte, Politik by dierkschaefer on 22. Juli 2013

»„Das Pädophilieproblem der Grünen wird offenkundig immer größer“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsbundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), der „Welt“.

„Es wird Zeit, dass die Spitze der Bundes-Grünen die Vorgänge vor der Bundestagswahl aufklärt und den moralischen Ansprüchen gerecht wird, die sie sonst stets an andere stellt.“ Dabei müsse sie zügig erklären, inwieweit es eine finanzielle oder politische Unterstützung der Pädophilenszene durch die Grünen gegeben habe.«[1]

Ist ja richtig. Das gehört aufgeklärt und soweit noch möglich auch strafrechtlich.

Ich frage mich nur, wo die Empörung der CDU blieb, als es um sexuellen Kindesmißbrauch in kirchlichen Einrichtungen ging. Die blieb wohl, wie manchmal die Oblate, am Gaumen kleben.


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»Grüne fordern Aufhebung des Inzest-Verbotes« …

Posted in Justiz, Kinderrechte, Kriminalität, Politik, Psychologie, Soziologie by dierkschaefer on 1. Juni 2013

… so betitelte die Junge Freiheit am 13.04.2012 einen Beitrag zum Themenbereich Grüne, Pädophilie und Inzest.[1]

Dort heißt es: »Sexuelle Beziehungen innerhalb der Familie sollen nach dem Willen der Grünen-Jugend künftig legalisiert werden. Ihr Vorhaben, etwa den Sex zwischen Eltern und ihren Kindern zu erlauben, rechtfertige die Jugendorganisation mit angeblich überholten und „altbackenen Moralvorstellungen“ der Deutschen. „Das Inzestverbot in Deutschland ist ein krasser staatlicher Eingriff in die Privatsphäre und die selbstbestimmte Lebensgestaltung von Menschen“. Der Bundesvorstand der Grünen-Organisation kritisierte zudem, die Moralvorstellungen der Bevölkerung rechtfertige keine Bestrafung von Menschen. … Mit Blick auf die schweren Behinderungen von Kindern aus Inzestbeziehungen heißt es, den Staat habe die „Reinheit des Erbgutes der Bevölkerung“ nicht zu kümmern. Aus diesem Grund forderte die Grüne-Jugend alle „selbstbestimmten Liebespartnerschaften“ zu erlauben. … Der rechtspolitische Sprecher, Jerzy Montag, betonte, „die strafrechtliche Verfolgung vom Beischlaf unter Verwandten und Geschwistern“ sei ein „Anachronismus“. Moralische Tabus dürften nicht mit dem Strafrecht durchgesetzt werden«.

Nun ist die Junge Freiheit eine Publikation, auf die ich mich nicht gern verlassen wollte. Sie gilt eher als „rechtsaußen“ und wurde in zwei Bundesländern in den Verfassungsschutzberichten erwähnt.[2] Darum fragte ich kürzlich bei dem genannten rechtspolitischen Sprecher der Fraktion der GRÜNEN, Jerzy Montag, nach: „Bevor ich dazu in meinem Blog Stellung nehme, wüßte ich gern, ob diese Nachricht korrekt ist – und wie Sie dazu stehen. Wenn Sie mir nicht antworten, darf ich annehmen, daß die Nachricht stimmt.“ Herr Montag hat nicht geantwortet. Er steht also anscheinend zu den im Artikel der Jungen Freiheit genannten Zitaten.

Wer ist Herr Montag? Rechtsanwalt ist er [3] und offenbart ein merkwürdiges Rechtsverständnis, wenn er sagt, moralische Tabus dürften nicht mit dem Strafrecht durchgesetzt werden. Er nivelliert und entpönalisiert also Straftaten, indem er die Strafbarkeit auf ein Tabu zurückführt. Vor Tabus darf man natürlich nicht zurückschrecken, das wäre vormodern. »Wer in einer Welt von Verboten lebt, deren Sinn rational nachvollziehbar ist (z.B. Verbot der Euthanasie oder der Wahrung der Totenruhe), dem mag es schwer fallen, Normen als sinnvoll hinzunehmen, die einem unausgesprochenen, vorrationalen Bereich entstammen«.[4]

Wie steht es also mit den hierher gehörenden Normen? Ist das „Beischlafverbot“, ist das Verbot von Sexualität mit Abhängigen, in diesem Fall mit Kindern rational nicht nachvollziehbar? Sexualität mit Kindern ist aus guten Gründen verboten und benötigt, soweit die Tabuisierung nicht ausreicht, das Strafrecht.

Über einvernehmliche Sexualität unter miteinander verwandten Erwachsenen könnte man unterschiedlicher Meinung sein, und die nach dem Verwandtschaftsgrad abgestuften rechtlichen Regelungen anderer Länder und Sitten belegen das. Jedoch ist das Risiko bekannt, daß aus solchen Beziehungen mit überhöhter Wahrscheinlichkeit behinderte Kinder hervorgehen können. Darum unterscheidet man ja auch nach dem Grad der Verwandtschaft. Es geht also nicht nur um „Volksgesundheit“, sondern auch um die Verantwortung diesen Kindern gegenüber, denen man auf die Frage Warum bin ich behindert? im wahrsten Sinn des Wortes Roß und Reiter nennen könnte.

In Sachen Kindeswohl ist mir der Abgeordnete Montag schon zweimal begegnet. Nein, nicht persönlich, aber in seinen Stellungnahmen, die leider im politischen Mainstream lagen. Beim ersten Mal ging es um die Pauschalierung der Honorare für Verfahrensbeistände für Kinder in familienrechtlichen Angelegenheiten, also in Fällen von Trennung und Scheidung und von Fremdunterbringung. Er argumentierte für eine Honorarregelung, nach der eine professionelle Vertretung der wohlverstandenen Interessen eines Kindes im Regelfall nicht möglich ist, weil der nötige Aufwand in keinem Verhältnis zur Pauschale steht. Ich habe mich damals aktiv für eine am Kindeswohl-Bedarf angemessene Honorierung/Pauschalierung eingesetzt. Doch es wurde wieder einmal das Kindeswohl an den Finanzinteressen der Bundesländer ausgerichtet. Kinder haben in diesem Land keine Lobby, in der Person von Herrn Montag schon gar nicht.

Das zweite Mal fiel mir Herr Montag in der Beschneidungsdebatte auf. Auch hier äußerte er sich und nahm keinerlei Rücksicht auf das Recht der Kinder auf Schmerzfreiheit. Herr Montag folgte damit einem alttestamentarischen Gebot, an das zu rühren für ihn – wie für viele andere – offenbar tabu ist. Genau das macht den Charakter von Tabus aus, sie benötigen keine rationale Rechtfertigung.

Ich halte es für erstrebenswert, daß Personen vom Zuschnitt des Jerzy Montag nicht wieder in parlamentarische Ämter gelangen – ganz einfach: solche Leute/Parteien nicht wählen.

 

Weitere Links zur grünen Pädophilie:

http://www.stern.de/politik/deutschland/paedophilie-vorwurf-gegen-gruene-sexualstraftaeter-koordinierte-gruene-paederasten-2016361.html [Stand: Mittwoch, 29. Mai 2013]

http://www.stern.de/politik/deutschland/paedophilie-vorwuerfe-das-verschleppte-dunkle-kapitel-der-gruenen-2011772.html [Stand: Mittwoch, 29. Mai 2013]

http://www.stern.de/politik/deutschland/paedophilie-vorwuerfe-goering-eckardt-raeumt-fehler-der-gruenen-ein-2016151.html [Stand: Mittwoch, 29. Mai 2013]

http://www.focus.de/politik/deutschland/streit-um-paedophilie-vorwuerfe-dobrindt-will-maulkorb-der-gruenen-nicht-akzeptieren_aid_1001609.html [Mittwoch, 29. Mai 2013]


[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Freiheit [Stand Sonnabend, 1. Juni 2013]