Dierk Schaefers Blog

Na nu, gibt es doch einen Rechtsanspruch auf milde Gaben?

Posted in heimkinder, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 3. Dezember 2014

»„Mach Deinen Anspruch geltend! Bis spätestens 31.12.2014!“ Diese Plakataktion von Prof. Dr. Peter Schruth hat zum Ziel, alle Betroffenen auf den Ablauf der Antragsfrist für den Fond Heimerziehung am 30.09.2014 im Osten und am 31.12.2014 im Westen aufmerksam zu machen.«[1]

Schruth ist Professor, also ein gelehrter Mann. Er muss es wissen. Es gibt also einen Anspruch auf die Leistungen des Fonds Heimerziehung. Das sind kurz vor Toresschluss völlig neue Töne – oder gar Rechtsgrundlagen?

 

Ist ja eigentlich logisch. Nur Rechtsansprüche (und Straftaten) verjähren, Almosen können zeitlich unbegrenzt verteilt werden. Da schafft man flugs eine Rechtsgrundlage und schafft sich spätere Bittsteller vom Hals. Schruth ist wirklich ein kluger Mann – aber in wessen Diensten?

[1] http://westuffeln.de/nachrichtendetails/fond-heimerziehung-melde-dich-an-kampagne.html

Hätte nie gedacht, einen Aufruf von Prof. Schruth hier zu posten

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 3. November 2014

Doch wenn’s hilft (?)

zu den »Bedingungen der Aufstockung für den Fonds Heimerziehung West und die dafür vereinbarten Kriterien der Leistungsgewährung. Die Vertreter der Betroffenen und ich haben im Lenkungsausschuss unsere Kritik an möglicherweise schlechteren Leistungsbedingungen der Fonds geäußert, haben aber auch verstanden, dass es für die politische Durchsetzung der erforderlichen enormen Aufstockungsmittel (im Fonds Ost allein ca. 320 weitere Mio.) schwere Verhandlungen mit den Finanzministerien gab sowie eine Kompromisslösung, deren Anwendung in der Praxis der Anlauf- und Beratungsstellen keine Schlechterstellung der AntragstellerInnen bedeuten muss. Für den Fonds Heimerziehung West kommt es jetzt darauf an, dass die politisch Verantwortlichen in den Ländern und bei den Kirchen keinen „Deckel“ auf den zu erwartenden Aufstockungstopf legen, sondern auch hier „Bedarfsgerechtigkeit“ als Maßstab zu Grunde legen. Es dürfen diejenigen, die sich erst jetzt bei den Fonds als Betroffene melden, nicht schlechter gestellt sein, als diejenigen, die in der Anfangsphase den Mut hatten, zu ihrer Anlauf- und Beratungsstelle zu gehen. Entschieden ist hier noch nichts. Für die hierzu von Seiten der Betroffenen erforderliche Öffentlichkeitsarbeit bitte ich auch um Ihre Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen, Prof. P. Schruth«

 

Meine Überschrift stimmt nur bedingt.

Immerhin war Schruth schon mehrfach bei mir „zu Gast“.[1]

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2012/01/13/verzicht-auf-rechtliche-mittel/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2012/01/13/prof-schruth-hat-sehr-schnell-geantwortet/

https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2012/01/verzichtserklc3a4rung-schruth.pdf

https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2011/09/vortrag_prof-20schruth.pdf

Gut gebrüllt, Löwe

Posted in Geschichte, heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Pädagogik, Politik by dierkschaefer on 11. April 2014

Da hat es Peter Schruth doch tatsächlich gewagt, sich zur „Hölle Kinderpsychiatrie“ zu äußern. Das Morgenmagazin meldet:

»Weggesperrt, verwahrt, missbraucht, geschlagen und gequält: Kinder in deutschen Kinder- und Jugendpsychiatrien der 1940er bis 70er Jahre. Wir haben mit Peter Schruth, Rechtswissenschaftler Hochschule Magdeburg-Stendal und Ombudsmann der ehemaligen Heimkinder in Deutschland, gesprochen.«[1]

Die Erkenntnis ist über ihn gekommen. Am Runden Tisch hatte er sie noch nicht. Oder hat er sich nicht getraut? Denn damals hätte ein mutiges Wort (vielleicht) etwas bewirkt. Nun aber läuft alles in administrativer Ordnung. Manche lernen spät, aber immerhin, sie lernen. Doch nicht ihn bestraft das Leben, sondern die, an die er damals nicht gedacht hat.

 

[1] http://www.ardmediathek.de/das-erste/morgenmagazin/peter-schruth-zur-hoelle-kinderpsychiatrie?documentId=20714148