Dierk Schaefers Blog

Die Antwort auf das Mail …

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 17. März 2014

… sagt nichts zur Hauptsache. Interessant wäre doch, wie hoch die Sachleistungen im Durchschnitt nun ausgefallen sind und vielleicht dazu die Spreizung: Wie hoch war die niedrigste und wie hoch die höchste Sachleistung?

Auch die Frage nach den Rentenersatzleistungen blieb unbeantwortet.

Ich denke, Herr Kronschnabel wird damit nicht zufrieden sein. Und wie ich ihn kenne …

Hier das Antwortmail von Stefan Rösler:


Sehr geehrter Herr Kronschnabel,

gut, dass Sie nachfragen, so können wir das Missverständnis schnell ausräumen.

Ich nehme an, Sie beziehen sich auf die Pressemitteilung der bayerischen Familienministerin Emilia Müller vom 10.03.14 mit den Zahlen 1.300 Betroffene, 1.250 Anträge, 4,5 Mio. ausgezahlt.

1. Die Zahl „1.300“ (Stand 01.03.14) bezieht sich auf alle ehemaligen Heimkinder, die sich bei uns gemeldet haben. Für den Großteil sind wir zuständig, für einen kleinen Teil aber nicht. Einige Betroffene haben wir beispielsweise an die Anlaufstellen in den neuen Ländern weiter vermittelt. Die Zahl der Betroffenen in „bayerischer Zuständigkeit“ ist also etwas kleiner. Die Neuanmeldungen bleiben übrigens auf einen hohem Niveau bzw. sind in letzter Zeit sogar gestiegen.

2. Die Antragszahl „1250“ (Stand 31.12.13) bezieht sich „nur“ auf einen Teil der Betroffenen in unserer Zuständigkeit, dafür sind hier auch Folgeanträge (also mehrere Anträge einer Person) erfasst. Die Anlaufstelle wird – wie die meisten anderen Anlaufstellen auch – kontinuierlich alle Termine vergeben, Gespräche führen und Vereinbarungen schließen. Es kommen also täglich neue Vereinbarungen hinzu sowie natürlich auch Auszahlungen durch Köln (siehe 3.). Für Bayern werden pro Quartal rund 750.000 Euro ausgezahlt.

3. Mit Stand 31.12.14 wurden für Bayern die erwähnten 4,5 Mio. Euro ausgezahlt. Selbstverständlich ist die Summe der vereinbarten Leistungen zum selben Datum sehr viel höher. Wie Sie aber wissen, werden die Folgeschädenleistungen großteils „nach und nach“ ausgezahlt, nach Einreichung der entsprechenden Rechnungen. Das ist die Differenz, nach der Sie völlig zu Recht fragen. Dies alles in einer Pressemitteilung zu erklären, ist leider nicht möglich.

Im Ergebnis versichere ich Ihnen, dass wir ehemalige Heimkinder motivieren und dabei unterstützen, die Leistungen des Fonds in Anspruch zu nehmen.

Selbstverständlich gibt es in Bayern keinerlei Interesse oder gar Vorgabe, Betroffene bei der Antragstellung „zu behindern“, im Gegenteil! Von Schikane kann also keine Rede sein.

Darüber hinaus ist es unser Interesse, das unseres Beirats, das der Staatsregierung und des Parlaments, vor allem in diesem Jahr nochmals verstärkt auf den Fonds aufmerksam zu machen, damit sich möglichst viele ehemalige Heimkinder in Bayern bei uns melden. Die oben erwähnte Pressemitteilung ist dafür das beste Beispiel.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Rösler