Dierk Schaefers Blog

Er kam nach Deutschland, um hier zu sterben.

Posted in heimkinder by dierkschaefer on 6. August 2015

Franz Anthöfer wird am 12. August in Köln beerdigt.

Hier das Mail, das ich erhielt:

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Werte Freunde / Mitstreiter und Unterstützer von Franz

Hiermit teile ich Euch mit, dass Franz am 12. Aug 2015 (09:00) auf dem Südfriedhof Köln beerdigt wird. Wer ihm die letzte Ehre erweisen will, Treffpunkt ist die Halle am Haupteingang.

Der Südfriedhof liegt direkt an der Straßenbahn-Endhaltestelle „Zollstock Südfriedhof“ und ist mit der Linie 133 erreichbar. Der KVB-Fahrplan ist der Email angehangen. KVB Fahrplan Linie 133

Gruß – Erich Müller

Mobil: 0173-9735061
Fax: 03222 984 858 2

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Mehr Informationen zu Franz Anthöfer

https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/03/01/ein-besatzungskind-will-nach-hause/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/03/05/ein-besatzungskind-wartet-auf-die-hilfe-der-deutschen-botschaft-in-washington/

https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/04/30/franz-anthofer-hat-es-geschafft/

Franz Anthöfer hat es geschafft!

Posted in heimkinder by dierkschaefer on 30. April 2015

»Franz Anthöfer ist krank und weiß nicht, wie lange er noch zu leben hat. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete darüber[1] und hier im Block war es auch zu lesen.[2] Franz Anthöfer hat kein Geld, keins für Schmerzmittel oder gar für Therapie und erst recht keins für den Rückflug nach Deutschland.« So schrieb ich vor knapp einem Monat hier im Blog.[3]

Nun erhalte ich die Meldung: »Franz Anthöfer hat es geschafft! – »Er landete am 29.04.2015 in aller Früh in Frankfurt, wo er erst einmal ein paar Tage in einer Klinik ausruhen und sich erholen wird, ehe er den Rest des Weges aus West Virginia nach Köln in einem Krankenwagen zurücklegen wird. Ermöglicht wurde dem schwerst krebskranken Franz Anthöfer dieser Wunsch, weil sich eine Reihe von Menschen zusammengetan hatten, und wochenlang alles daran setzten, die Deutsche Botschaft in Washington DC, das Auswärtige Amt in Berlin, das Familienministerium und den Fonds Heimerziehung zu überzeugen, eine helfende Hand auszustrecken.«[4]

Ein schöner Erfolg und ein Dank an das ganze Unterstützernetzwerk!

[1] http://www.ksta.de/koeln/koelner-schicksal-sein-letzter-wunsch–zurueck-nach-koeln,15187530,29980392.html

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/03/01/ein-besatzungskind-will-nach-hause/

[3] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/03/01/ein-besatzungskind-will-nach-hause/

[4] http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/uncategorized/geschafft/

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Ein Besatzungskind wartet auf die Hilfe der Deutschen Botschaft in Washington

Posted in Geschichte, heimkinder, Politik by dierkschaefer on 5. März 2015

Franz Anthöfer ist krank und weiß nicht, wie lange er noch zu leben hat. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete darüber[1] und hier im Block war es auch zu lesen.[2] Franz Anthöfer hat kein Geld, keins für Schmerzmittel oder gar für Therapie und erst recht keins für den Rückflug nach Deutschland. Nötig wäre ein Lazarettflug, den gibt’s es nicht zum Economy-Tarif. Doch es gibt die Deutsche Botschaft in Washington. Sie sollte dem Deutschen, der im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gestrandet ist und totkrank darniederliegt helfen.

Was ist seitdem geschehen?

Auf den Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger meldete sich ein Arzt, der einen Spendenaufruf anregte, der Kölner Stadt-Anzeiger hat noch nicht reagiert, aber der Arzt stellt 100,00 Euro zur Verfügung und ein Bett in seinem Krankenhaus.

Heute bekam ich von Herrn Anthöfer den Mailwechsel zwischen dem Arzt und der Deutschen Botschaft und hatte endlich die Mailadresse des dort zuständigen Mitarbeiters.

Ihm habe ich folgendes gemailt:

[Die Personennamen habe ich hier aus Datenschutz-Gründen ausgelassen, mit Ausnahme den von Herrn Anthöfer]

 

Sehr geehrter Herr …,

Herr Anthöfer hat, wie Sie diesem Mail entnehmen, den Mailwechsel zwischen Ihnen und Herrn … weitergeleitet. Er hat, das werden Sie vielleicht nicht wissen, Frau … vom LVR von der Schweigepflicht mir gegenüber entbunden. Zusätzlich hat er mich gebeten, mit Ihnen in Kontakt zu treten, doch ich hatte Ihre Mailadresse bis heute nicht, und es wäre wohl schwer gewesen, Ihnen am Telefon meine Legitimation darzulegen, warum ich mich für Herrn Anthöfer in seinem Interesse einsetze. Hierzu nur kurz: Ich lernte Herrn Anthöfer auf einer meiner Kriegskindertagungen in der Evangelischen Akademie Bad Boll kennen. Das war im Jahr 2000 oder 2001. Er referierte über seine Erfahrungen als Besatzungskind und über seine durch die US-Behörden behinderte Suche nach seinem amerikanischem Vater. Seine Mutter war übrigens bei der Tagung zugegen und wurde von ihrem Sohn fürsorglich begleitet.

In der Folgezeit hielt mich Herr Anthöfer in gewissen Abständen telefonisch, zuweilen auch per Mail, auf dem Laufenden über seine Situation und die seiner Mutter in den USA. Das muss ich hier nicht weiter ausführen.

Inzwischen hat sich sein gesundheitliches Befinden dramatisch zugespitzt und er möchte zurück nach Deutschland. Das dürfte Ihnen bekannt sein.

Soviel zu Ihren Datenschutzbedenken. Ich war übrigens der Datenschutzbeauftragte der Evangelischen Akademie Bad Boll und verstehe, dass Sie sich soweit wie nötig bedeckt halten müssen. Doch das ist angesichts der Aktivitäten von Herrn Anthöfer nicht mehr nötig. Die Zeit drängt – und er drängt auch.

Wenn Sie schreiben Herr Anthöfer befindet sich geraumer Zeit nicht mehr im Krankenhaus in Weston, so zeigt das offenbar Ihren Kenntnisstand, sollte aber kein Problem darstellen. Herr Anthöfer ist über Mail erreichbar und wird angeben können, wo Sie ihn abholen lassen können, damit er als deutscher Staatsbürger dank der Unterstützung der Deutschen Botschaft wieder zurück nach Deutschland kommen kann. Ein Angebot liegt vor, ihn hier in einem Krankenhaus aufzunehmen. Es bleibt also nur der Transport. Da setzt Herr Anthöfer – und ich auch – voll auf Sie in der Deutschen Botschaft.

Meines Wissens ist auch eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die ich gern auch in meinem Blog veröffentliche, zusammen mit Auszügen aus den verschiedenen Mails: Wie schon gesagt: Herrn Anthöfer nützt der Datenschutz nichts mehr, er hat ihn eher zu fürchten.

Damit wir ihm aber noch helfen können, sollte Ihre Botschaft in Vorleistung gehen und den Transport in die Wege leiten.

Mit freundlichem Gruß

Dierk Schäfer

[1] http://www.ksta.de/koeln/koelner-schicksal-sein-letzter-wunsch–zurueck-nach-koeln,15187530,29980392.html

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/03/01/ein-besatzungskind-will-nach-hause/

USA auch nicht besser als die Saudis: Mutmaßlich geistig Behinderter hingerichtet

Posted in Justiz, Kriminalität, Psychologie by dierkschaefer on 1. Februar 2015

»Tatsächlich hatten drei vom Staat angeheuerte Gutachter im Jahr 2000 bescheinigt, dass Hill nicht geistig behindert sei. Sie widerriefen diese Bewertung aber vor zwei Jahren – zum Teil mit der Begründung, dass sie den Häftling seinerzeit nur flüchtig untersucht hätten.«[1]

Da hatten die furchtbaren Juristen in Georgia eigentlich genug Zeit, das Todesurteil zu revidieren. Was für ein Urteil kriegen die denn nun?

[1] http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/usa-mutmasslich-geistig-behinderter-hingerichtet-13394726.html

 

KK: KirchenKonkurs

Posted in heimkinder, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 19. Januar 2014

Bankrotte Kirchen

»Die zehnte US-Diözese, die in Folge des Missbrauchsskandals der Katholischen Kirche Insolvenz anmelden muss. Alle berufen sich dabei auf das Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts, das eine vom Gericht überwachte Reorganisation der Firmenfinanzen von Unternehmen regelt.«[1]

»Derzeit sind noch vier Missbrauchsfälle anhängig, in denen die Diözese aber laut Blaire keine weiteren  Entschädigungen mehr zahlen kann. Die Beträge in solchen Fällen beginnen bei etwa 1,5 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro), könne sich aber auch auf drei Millionen Dollar summieren.«

Das heißt, die letzten gehen leer aus, wie bei jedem Konkurs.

 

Dennoch: Das US-Entschädigungsrecht hat dafür gesorgt, daß die Diözesen finanzielle Verantwortung übernommen haben, übernehmen mußten. Ein gut dotierter Topf hätte vielleicht allen mehr genutzt.

Die deutsche Regelung, bei Mißbrauch wie bei Mißhandlung, Ausbeutung und lebenslange Schädigungen unterschiedlicher Art, spricht gegen das deutsche Recht, daß sich weitgehend auf Sachschäden beschränkt. Damit ist die menschenverachtende Spielart des Kapitalismus wohl bei uns wohl System.

 

Angesichts der beschämend geringen Summen, die Kirchen und Staat – „völlig freiwillig“ – für  die Kinderopfer in ihren Einrichtungen aufbringen, bleibt ihnen die Mahnung von Bischof Stephen Blaire erspart: »Wir sollten niemals vergessen, dass diese bösen Handlungen – und nicht die Opfer des Missbrauchs – für unsere finanziellen Schwierigkeiten verantwortlich sind.« Wenn man die Entschädigungen, die keine sind, aus der Portokasse nehmen kann, erliegt man nicht der Versuchung, den Opfern die Schuld an der finanziellen Misere zu geben. Es ist eben ein Unterschied, ob man den finanziellen Bankrott erklären muß oder billig über den moralischen hinweggeht.

War da was?


Peinlich, benimmt sich wie ein Groupie

Posted in Politik by dierkschaefer on 14. Juli 2013

Interessant aber ist, wie die USA als Menschenfänger agieren[1]. Fehlt nur noch der Aufruf: Wir wollen Snowden tot oder lebendig!


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Ehemalige Heimkinder im Wiener Parlament!

Posted in heimkinder, News by dierkschaefer on 8. März 2010

Ehemalige Heimkinder im Wiener Parlament!

Zwar war es nur das Gebäude des österreichischen Parlaments, in das ehemalige Heimkinder am 5. März 2010 eingeladen hatten.

Programm/Einladung Wien

Doch das hatte einen mehrfach symbolischen Charakter.

Zum einen galt die Veranstaltung jenem Jenö Alpár Molnár, der dem österreichischen Staat zu verdanken hat, daß seine Herkunft verschleiert blieb und er nach einer fürchterlichen Zeit in österreichischen Heimen ohne Papiere und damit auch ohne Staatsangehörigkeit auf der Straße stand. Zum anderen wurde durch das Schicksal von Herrn Molnár erstmals in Österreich, und dies sogar im Parlamentsgebäude öffentlich gemacht, wie es in den dortigen Heimen zuging. Nicht anders als in Deutschland: Kinder wurden gedemütigt, mißhandelt und manche auch mißbraucht. Es fehlte an Bildungsangeboten und als Lehrberufe kamen nur solche infrage, die für die Jugendämter, also für den Staat, nichts kosteten, das war vielfach die Bäckerlehre.

Zu Herrn Molnár verweise ich auf meine Rezension seines Buches hier im Blog:

https://dierkschaefer.wordpress.com/2010/02/18/geschichte-einer-geraubten-kindheit-rezension/

Das Podium im Budget-Saal des Parlaments war fachkundig besetzt und zur Überraschung der meisten entpuppte sich Prof. Dr. Bauer, Kommunikationswissenschaftler an der Wiener Universität als Heimkamerad von Herrn Molnár. Er war der lebendige Beweis dafür, daß Heimkinder sogar in Spitzenpositionen gelangen können, doch die Umwege zum Erfolg waren, wie Herr Bauer nicht ohne innere Bewegung vorbrachte, nicht „zielführend“, wie man heute sagt, denn sie führten durch Obdachlosigkeit und den Kampf ums nackte Überleben. Im Publikum saßen noch mehr Menschen, die Zeuge waren für die damals üblichen Menschenrechtsverlet­zungen in den Heimen.

Ich muß die Veranstaltung hier nicht ausführlich beschreiben, denn sie wurde komplett dokumentiert vom ORF, dem österreichischen Fernsehen, und von Peter Henselder, der seine Videoaufnahme ins Netz stellen wird. Sobald ich den Link habe, werde ich ihn hier einfügen.

Die Frage ist: Was wurde erreicht, was sind die nächsten Schritte?

Erreicht wurde, daß die Heimkinderdiskussion nun auch in Österreich angekommen ist. Im Unterschied zu Deutschland waren die meisten Heime in staatlicher Hand.

Dieser Staat muß nun seine Verantwortung erkennen und Entschädigung leisten – eine Klage ist auf dem Weg. Die österreichische Gesellschaft muß sich fragen (lassen), wie man angesichts der schuldhaften Verstrickung des Staates und dem eigenen damaligen Wegsehen nun Strukturen schafft, die einerseits den Familien helfen, ihrer erzieherischen Verantwortung gerecht zu werden, aber im Falle eines anhaltenden familiären Versagens Kindern und Jugendlichen so zu Hilfe kommt, daß sie in die Lage versetzt werden, erwachsen geworden ihr Leben zu „meistern“. Das wird der Staat nicht allein schultern können, sondern hier ist die Gesellschaft zur Mitwirkung aufgerufen, freundliche soziale Kontrolle zu leisten, Pflegschaften zu übernehmen, Lehrstellen zu bieten, Talente zu fördern und nicht zuletzt, den Aufwand über Steuern zu finanzieren. Das wird um so bereitwilliger geschehen, wenn wir endlich lernen, Ausgaben für Kinder und Jugendliche nicht als Unkosten zu begreifen, sondern als Investitionen, ein Lernfortschritt, den wir in Deutschland auch noch nicht erreicht haben.

Eigentlich wäre es ganz einfach. Am Wiener Parlament ist Artikel 1 der Menschenrechte eingemeißelt.

Problem ist nur, daß dieser repräsentative Eingang des Parlaments nicht mehr benutzt wird. Man betritt das Gebäude heutzutage ein Stockwerk tiefer, auf der Erdgeschoßebene. Also müßte das Menschenrecht im wahrsten Sinne des Wortes etwas tiefer gehängt werden, tief genug, daß man es lesen, tief genug aber auch, daß man nicht drunterdurch schlüpfen kann.