Dierk Schaefers Blog

Beachtlich – und ein Beleg für die Erbärmlichkeit unserer erbarmungslosen Gesellschaft

Posted in Uncategorized by dierkschaefer on 7. September 2014

Die Spitzen der Schweizer Gesellschaft und viele Schweizer Politiker haben eine Wiedergutmachungsinitiative[1] gestartet, deren Forderungen hier auszugsweise wiedergegeben werden.

Meinen Dank an Uve Werner, der auf die Initiative aufmerksam gemacht hat.

 

 

»Wiedergutmachung für Verdingkinder und Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen (Wiedergutmachungsinitiative)

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 124a Wiedergutmachung für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen
1 Bund und Kantone sorgen für die Wiedergutmachung des Unrechts, das insbesondere Heimkinder, Verdingkinder, administrativ versorgte, zwangssterilisierte oder zwangsadoptierte Personen sowie Fahrende aufgrund fürsorgerischer Zwangsmassnahmen oder Fremdplatzierungen erlitten haben.
2 Sie sorgen für eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Massnahmen und fördern die Diskussion darüber in der Öffentlichkeit.

Art. 196 Ziff. 12. Übergangsbestimmung zu Art. 124a (Wiedergutmachung für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen)
1 Der Bund errichtet einen Fonds in der Höhe von 500 Millionen Franken für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen, die vor dem Jahre 1981 vorgenommen wurden.
2 Anspruchsberechtigt sind Menschen, die von solchen Massnahmen unmittelbar und schwer betroffen waren. Die Höhe der Wiedergutmachung richtet sich nach dem erlittenen Unrecht. Über die Ausrichtung der Leistungen entscheidet eine unabhängige Kommission.
3 Der Fonds wird zwanzig Jahre nach seiner Errichtung aufgelöst. Ein allfälliger Restbetrag wird den Einlegern anteilsmässig rückerstattet.«[2]

[1] http://www.wiedergutmachung.ch/de/komitee/

[2] http://www.wiedergutmachung.ch/initiative/

Irische und deutsche Verhältnisse

Posted in heimkinder, News by dierkschaefer on 3. Dezember 2009

Gerade höre ich in den Nachrichten, daß ein irischer Nonnenorden erhebliche Summen zur Entschädigung der ehemaligen Heimkinder aufwenden will.

Und die Nachricht aus Deutschland steht als Kommentar auf der Petitionsliste

http://www.petitiononline.com/heimkids/petition.html

Dort schreibt Margret Hamm, die Geschäftsführerin vom „Bund der  ,Euthanasie‘-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ)“:  „Viele der von uns betreuten Opfer mußten auch nach der NS-Zeit in Heimen und Anstalten bleiben, manche bis in die 70er Jahre. Ihre psychischen und physischen Verletzungen bleiben ihnen, wie den ehemaligen Heimkindern, bis ins hohe Alter. Wir wünschen Ihnen Erfolg für Ihr Anliegen. Mit uns wünscht die evangelische und katholische Kirche in einem ähnlichen Anliegen bislang keinen Kontakt.“

Die ehemaligen Heimkinder stehen in der „Opferhierarchie“ noch unter den „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten. Aber vielleicht schaffen die Heimkinder dank ihrer größeren Zahl und der gewachsenen Sensibilität der Öffentlichkeit den erforderlichen Druck. Der könnte auch dieser Opfergruppe helfen.