Dierk Schaefers Blog

»Meine Glaubwürdigkeit wird angezweifelt.« Nix da! Weg ist weg!

Posted in Kirche by dierkschaefer on 17. Juli 2010

Nun haben wir (fast) einen Fall Mixa in der Evangelischen Kirche.

»Meine Glaubwürdigkeit wird angezweifelt«, sagt laut FAZ von heute Bischöfin Jepsen.

http://www.faz.net/s/Rub79FAD9952A1B4879AD8823449B4BB367/Doc~ED09366E85389441DB970B841CB2C32E6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

SPIEGEL ONLINE schildert den Fall ausführlicher.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,druck-706974,00.html

Wenn diese Darstellung stimmt, geht es nicht nur darum, daß Frau Jepsen nicht erkannt hat, was sie zur Chefsache hätte machen müssen, sondern es geht viel gravierender darum, daß sie in einer Situation von Angesicht zu Angesicht mit der Schwester des Opfers seelsorgerlich versagt hat.

Fehler sind menschlich, nicht nur Fehler im Management, auch Fehler in der Seelsorge – und wir alle müssen uns vor Selbstgerechtigkeit hüten.

Manche Fehler erfordern einen hohen Preis. Frau Käßmann hat das schneller erfaßt als die Hamburger Bischöfin.

Eine Antwort

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  1. Helmut Jacob said, on 19. Juli 2010 at 14:05

    An der Legendenbildung des Opferlamms, das zur Rettung der Kirche auf dem Altar der Öffentlichkeit abgeschlachtet wurde, strickt Frau Jepsen nicht allein. Behilflich sind ihr dabei sogenannte Journalisten. So wurde in der Sendung „ZIB“ im ORF soeben einer von ihnen nach Gründen für den Rücktritt gefragt. Sie wäre nicht als Täterin zurückgetreten, sondern, um den guten Ruf der Kirche zu wahren, blubberte dieser Journalist ins Mikrofon. Das ist natürlich, wie der Jugendmund manchmal flapsig formuliert „gequirlte Kacke“. Täterin ist Frau Jepsen schon darum, weil sie wenigstens ein Sexualverbrechen, über das sie informiert wurde, nicht bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat. Durch ihre Geheimhaltung hat sie mögliche weitere Verbrechen nicht verhindert. Täterin ist sie auch darum, weil sie sich trotz wenigstens zweimaliger Ansprache nicht um den Fall gekümmert hat. Auch damit hat sie Schaden verursacht. Beispielsweise in der Psyche des Opfers und in diesem Fall der Schwester des Opfers. Über das Versagen in der Seelsorge, das auch schwer wiegt und an den Fundamenten der Glaubwürdigkeit einer Kirche sägt, hat Pastor Schäfer schon geschrieben. Nein, der Rücktritt war selbstverständlich, längst überfällig und verdient keine Mitleidsbekundungen. Mitleid verdient das Opfer oder mögliche weitere Opfer aufgrund des Versagens der Frau Jepsen und die mit den Opfern verbundenen. Zwischen den Rücktritten von Jepsen und Käßmann bestehen auch sonst Unterschiede. Käßmann hat zu tief ins Glas geschaut und Jepsen unterschlug ein Verbrechen. Käßmann zog sofort die Reißleine, Jepsen erst nach Jahren und als ihr Versagen allzu öffentlich wurde. Käßmann trat aus einem eher nichtigen Grund zurück. Jepsen hat mehrere Gründe, das Amt freizugeben. Käßmann wurde auf dem Kirchentag in einer virtuellen Sänfte durch die Gläubigerreihen getragen. Zu Jepsens Rücktritt bleibt wirklich nur zu sagen: höchste Zeit!
    Helmut Jacob


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