Dierk Schaefers Blog

Ehemalige Heimkinder aus Mönchengladbach werden aktiv und fordern die Herausgabe ihrer Heimakte !

Posted in heimkinder, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 18. Februar 2015

Am 18. Februar 2015 treffen sich mehr als 15 ehemalige Heimkinder aus Mönchengladbach  und wollen von HEPHATA und dem St. Josefshaus, die
Herausgabe ihrer Heimakten fordern.
Diese Heimakten werden benötigt, damit sie einen Antrag an den „Fond Heimerziehung-West“  stellen können, welcher bei der Anlauf-u.
Beratungsstelle LVR Köln angesiedelt ist.
Bisher waren ehemalige Heimkinder, welche seinerzeit  (1945 – 1975) in einer Behindertenanstalt, oder einer Behinderteneinrichtung, wie Hephata,
oder das St. Josefshaus untergebracht waren, von diesem Fond ausgeschlossen.
Vorrausetzung aber ist, das sie nachweisen können,  in welchen Heimen sie damals untergebracht waren und zu welchen Arbeiten sie herangezogen wurden.
Dafür sind Heim-u. Jugendamtsakten, sowie Arbeitsnachweise von immenser Wichtigkeit.
Diese Akten werden jetzt über einen Rechtsanwalt, für jedes einzelne Ehemalige Heimkind angefordert.
Desweiteren dient das o.g. Treffen dazu, sich auszutauschen und weitere Schritte und Aktionen vorzubereiten, um diese Heimzeiten aufzuarbeiten.
Viele dieser ehemaligen Heimkinder sind heute noch traumatisiert und  leiden unter den Folgen der damaligen unsäglichen Zuständen in den Heimen.
Wegen dem geringen Einkommen (Grundsicherung), musste sich jedes ehemalige Heimkind, beim Amtsgericht, einen Beratungsschein für den Anwalt besorgen und 15,00 Euro eigenanteilig zahlen.
Kosten, welche für viele nur schwer zu stemmen sind, zumal weitere Kosten für die Antragstellung an den Heimfond, auf sie zukommen werden.
Dennoch werden die Strapazen auf sich genommen, um aufzuzeigen, wie unwertig und unmenschlich es in den Heimen seinerzeit zuging und viele noch heute traumatisiert sind.
Für nähere Informationen und Kontakte, wie Unterstützung jeglicher Art, bitte ich um Kontaktaufnahme mit mir, über FB-persönliche Nachricht, oder 02161-5734277  /  01522-3627521
Vielen Dank, Uwe Werner

KINOSTART 12. März 2015: „VON JETZT AN KEIN ZURÜCK“

Posted in heimkinder, Kirche, Kriminalität, Medien by dierkschaefer on 17. Februar 2015

»Der Film thematisiert die geschlossene Heimerziehung in der BRD. … VON JETZT AN KEIN ZÜRUCK entstand auf der Basis von Gesprächen mit Opfern und Tätern. Konkret werden die Zustände im berüchtigten Heim der Diakonie “Freistatt” und in einem katholischen Mädchenheim exemplarisch gezeigt. Der Film beginnt im Jahr 1967 und endet 1977.«

Wer meinen Blog kennt, versteht, dass ich diesem Film ein großes Publikum wünsche. Das Publikum ist mit sachorientierten Filmen kaum zu gewinnen. Es muß eine Story her, die auch unterhält. Darum sind Filme wie dieser wichtig, immer in der Hoffnung, dass sie nicht verpuffen, weil das Gedächtnis vom nächsten Unterhaltungsfilm überlagert wird. Leider gilt: There is no business but showbusiness.

 

Der Drehbuchautor und Regisseur des Kinospielfilms schreibt mir: »Der erste Anstoß zu dem Film war, dass ich vor 7 Jahren jemanden kennen lernte, der Opfer dieser „Erziehung“ wurde und ich darauf hin unbedingt wollte, dass dieser dunkle Teil der Geschichte mit einem Spielfilm gewürdigt wird. Es ging mir in dem Film nicht nur um die Rekonstruktion der äußeren Tatsachen, sondern auch darum, zu zeigen, was für (innere) Konsequenzen und Traumata die Folge sind. Ferner wollten wir den gängigen Bildern der 60er Jahre, die durch Pop, Revolte und Sexuelle Revolution dominiert werden, etwas entgegen halten. Das Bewusstsein über Geschichte wird ja wesentlich auch durch Bilder aus Filmen geprägt. Unser Film will die Ereignisse im Bewußtsein halten und Diskussionen auslösen. Die Geschichte soll auch nach dem „Runden Tisch“ nicht ad acta gelegt werden. Von JETZT AN KEIN ZURÜCK ist auch das Portrait einer Zeit in der Bundesrepublik, in der die Gegensätze aufeinander prallten.

„Die Geschichte ist nicht tot. Sie ist nicht einmal vergangen.“ (William Faulkner)«

 

Links zum Film : http://www.salzgeber.de/presse/pressehefte/VONJETZTAN_ph_Web.pdf

https://www.youtube.com/watch?v=DVWduLYcbBM

Kirchenasyl – Der eiskalte Innenminister

Posted in Gesellschaft, Justiz, Kirche, Menschenrechte, Politik, Theologie by dierkschaefer on 12. Februar 2015

»Nur ein Bruchteil der 200.000 Flüchtlinge, ein paar Hundert Menschen, findet derzeit in deutschen Kirchen Asyl und damit für eine Zeit Schutz vor Abschiebung. Etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Weil diese Zahl höher ist als in den vergangenen Jahren, streitet jetzt die Politik darüber. Innenminister Thomas de Maizière (CDU), selbst Protestant, hat die Kirchen gerügt und die Praxis sogar mit der Scharia verglichen. Und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will den Kirchen die Praxis nun erschweren, indem es Flüchtlinge, die dort beherbergt sind, als untergetaucht betrachtet.«[1]

 

Es knirscht zwischen Kirche und Staat.[2] Es ist gut, dass es Organisationen gibt, die unseren Politikern auf die Finger schauen – und notfalls auch klopfen. Warum Kirchenasyl? »Diese Menschen sind da, weil Gemeindemitglieder von ihren Einzelschicksalen erfahren haben, sie für glaubwürdig halten und die Not für groß. Solches Mitgefühl und Engagement machen eine gute Gesellschaft aus – und sind ein Korrektiv. Denn Behörden sind nicht unfehlbar, wenn sie über Abschiebung entscheiden. Härtefälle werden oft gar nicht mehr bearbeitet.«[3]

[1] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/warum-thomas-de-maiziere-beim-kirchenasyl-falsch-liegt-kommentar-a-1017876.html

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/02/04/kirchenasyl-es-knirscht-zwischen-kirche-und-staat/

[3] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/warum-thomas-de-maiziere-beim-kirchenasyl-falsch-liegt-kommentar-a-1017876.html

Die Justiz, hellsichtig und zynisch zugleich

Posted in heimkinder, Justiz, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität, Theologie by dierkschaefer on 12. Februar 2015

»Die Chancen auf eine finanzielle Entschädigung des ehemaligen Heimkindes Detlev Zander durch die Brüdergemeinde Korntal stehen schlecht. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat Zanders Antrag auf Prozesskostenhilfe abgelehnt, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Der Grund ist vor allem, dass die Taten nach mehr als 30 Jahren verjährt sind. Das Gericht sieht daher offenbar keine Möglichkeit auf eine erfolgreiche Klage.[1]

 

Das Gericht hat die Brüdergemeinde Korntal vermutlich richtig eingeschätzt. Die Frommen, sie lassen auf Erden so leicht nichts umkommen. Zwar predigen sie das Jüngste Gericht, aber hier auf Erden soll ihnen die irdische Gerechtigkeit frommen. Und die bietet Verjährung – Halleluja!

 

Doch warum greift das Stuttgarter Gericht dem theologischen Offenbarungseid der frommen Brüder vor? Es ist zu hoffen, dass es auch ohne Prozesskostenhilfe zum Prozess kommt und damit zur Demaskierung der Brüdergemeinde.

Die meint anscheinend, die ewige Gerechtigkeit dauere doch noch eine bequeme Ewigkeit. Vielleicht setzt man entgegen kirchlicher Dogmatik aber auf die „Wiederbringung aller“[2].

Eine Alternative: Wenn im Jüngsten Gericht die Hurenböcke zum König sagen: „Wann haben wir dich entblößt und vergewaltigt?“ und dann der König antwortet: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“[3] Dann könnten die Böcke rotzfrech auf Verjährung pochen.[4] – Vielleicht ist das aber nur ein Wunschtraum.[5]

[1] http://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article137325000/Gericht-sieht-keine-Chance-fuer-Heimopfer-auf-Millionen-Entschaedigung.html

[2] Noch der Kirchenlehrer Hieronymus (347–420) schrieb in seinen Erklärungen zu Jesaja, die Verdammten würden später reichlicher Tröstungen teilhaftig, aber das müsse geheim gehalten werden, damit die Gläubigen aus Furcht vor den ewigen Höllenstrafen nicht sündigen. https://de.wikipedia.org/wiki/Apokatastasis

[3] Vom Weltgericht Matthäus, Kapitel 25

31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit,

32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,

33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.

34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!

35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.

36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?

38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet?

39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

41 Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!

42 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben.

43 Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht.

44 Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?

45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.

46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

[4] https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2011/07/das-jc3bcngste-gericht2.pdf

[5] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/09/01/traumhaft/

Das Organigramm der römisch-katholischen Kirche in einfache Worte gefaßt.

Posted in Kirche, Politik, Theologie by dierkschaefer on 10. Februar 2015

Dafür greift man am besten auf den islamischen Begriff Schura zurück: Die Schura ist ein bloßes Beratungsgremium des Herrschers. Sie „ist nicht mit säkularer bzw. freiheitlicher Demokratie zu verwechseln … «[1]

 

So hält es auch die katholische Kirche: Dort klingt es aber komplizierter. Nur ein Auszug:

»Bei allen geschichtlichen Wandlungen hat sich die Grundidee durchgehalten, dass die römische Kirche in der Form des Kollegiums der Kardinäle den universalen Hirten- und Lehrauftrag des Papstes mitträgt. Größere Gruppen von Kardinälen und einige Bischöfe, die vom Papst ernannt werden, bilden die römischen Kongregationen, denen ein bestimmter Sachbereich zugewiesen ist. Die römische Kurie besteht im Kern aus den Kongregationen, den Päpstlichen Räten und den Gerichtshöfen. Sie bildet keine Zwischeninstanz zwischen dem Papst und den Bischöfen, weil durch die bischöfliche Kollegialität eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Papst und jedem einzelnen Bischof gegeben ist.

Die Kardinäle und Bischöfe der Kurie unterstützen den Papst in seinem Dienst an der katholischen Einheit und stellen ihm die geeigneten Mittel für die Ausübung seines Hirten- und Lehramtes bereit. Im Rahmen ihres Auftrags und ihrer Entscheidungskompetenz garantieren die Kardinalpräfekten das Zusammenwirken der Mitglieder, der Konsultoren, der Mitarbeiter eines Dikasteriums und der zugeordneten Kommissionen und verantworten die Beratungs- und Arbeitsergebnisse vor dem Papst. Dieser wird durch die Tätigkeit der Kurie in keiner Weise eingeschränkt, sondern nur unterstützt in dem Primat, der ihm als dem Nachfolger Petri für die Weltkirche übertragen ist.«[2]

Alles klar? Bei Wiki sieht es noch komplizierter aus.[3]

Vielleicht also doch besser, von der Schura ausgehen.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schura_%28Islam%29

[2] http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/150209_mueller_zu_kurienreform.php

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Kurie

Wenn das Glanzstück des Stadtmarketing an Glanz verliert …

Posted in Kirche, Kriminalität, Politik, Wirtschaft by dierkschaefer on 10. Februar 2015

… gilt dann: Augen zu und durch? Nach dem Motto: Da war doch nix!

 

»Keine Aufklärung im Missbrauchsskandal – und die Stadt schaut schweigend zu.«

In Regensburg ist die Welt noch in Ordnung, will heißen, das Verhältnis von Thron und Altar ist ungestört.

Ein Schlußstein hält das Gewölbe zusammen. Im Regensburger Dom ist das der Staat.[1] Siegreich reckt Ludwig I. sein Zepter gegen den Dom.[2]

Doch das ist – wenn auch bildhaft – nur Theorie. Die Machtverhältnisse in Regensburg scheinen umgekehrt: »Die Stadtführung bezuschusst und wirbt für eine sich abschottende kirchliche Einrichtung, die unter massivem öffentlichen Druck steht und deren Führung von verschiedenen Seiten der Vertuschung von körperlichen Misshandlungen und sexuellen Missbrauchs geziehen wird. Sie missachtet dabei Betroffene, die als solche wahrgenommen und unterstützt werden möchten, und jene schamvollen Sprachlosen, die in ihrer Stadt leben und angesichts der unhinterfragten Förderung der Institution der Täter verzweifeln dürften.«[3]

 

Was macht man, wenn der Skandal nicht mehr zu vertuschen ist? Wenn die Leute bei Regensburg und bei den Domspatzen eher den Skandal im Kopf haben als den wunderschönen Chor[4], der den Namen der Stadt in alle Welt trägt?

Natürlich muß die Stadt ihr „Maskottchen“ weiterhin fördern. Aber sie ist schlecht beraten, wenn sie zu den nunmehr sattsam bekannten Missbräuchen schweigt. Sie sollte, auch öffentlich, auf Transparenz drängen. Zudem: Wer fördert, kann die Förderung auch entziehen, so lange, bis die Domspatzen wieder vorführbar sind.

Doch es braucht schon Mut und List, um gegen einen Goliath anzutreten. Das Vorbild dafür gibt’s auch in Regensburg.[5]

[1] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/9900744754/in/set-72157635735292516

[2] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/9900678934/in/set-72157635735292516

[3] http://www.regensburg-digital.de/und-die-stadt-schaut-schweigend-zu/09022015/

[4] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/9900848814/in/set-72157635735292516

[5] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/10001140616/in/set-72157635735292516

Weitere Links:

http://www.regensburg-digital.de/fall-neu-aufrollen-missbrauchsopfer-reagiert-mit-offenem-brief/19012015/

http://www.regensburg-digital.de/wendet-euch-nicht-an-dieses-bistum/15012015/

„Das muss man auch realpolitisch betrachten“

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität, Politik by dierkschaefer on 8. Februar 2015

Das sagt Corina Rüffer, (MdB)[1], im Interview[2]. Doch dabei belässt sie es nicht, sondern bezieht deutlich Position zur sukzessiven Endlösung der Frage des Umgangs mit ehemaligen Heimkindern, die in Behinderteneinrichtungen dasgleiche erlebten, wie andere Heimkinder in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen auch.

Es ist bekannt: Das Kindeswohl liegt in unserem föderalen Staat in den Händen der Länder und ihrer Kommunen. Da liegt es denkbar schlecht, auch das Kindeswohl der derzeitigen Kinder. Das Kindeswohl ehemaliger Kinder ist völlig durch die Finger der Länder gerutscht. Wenn Kinder Geld kosten, geht das Sparen dem Kindeswohl vor nach dem Motto: Warum sollen wir zahlen, was der Bund beschließen will? Das ist sicherlich ein grundlegendes Problem zwischen Bund und Ländern.

Aber: Wer war für die Heimaufsicht zuständig, wer für die finanzielle Ausstattung der Heime und die Anforderungen an die Ausbildung des Personals? Das war nicht der Bund, das waren die Länder und ihre Kommunen. Sie sind verantwortlich für die Zustände in ihren Einrichtungen und auch denen der Kirchen, von deren Preisdrückerei sie gern profitiert haben.[3]

Die Forderung nach Entschädigungen gründet in der heutigen wie damaligen Zuständigkeit von Ländern und ihren Kommunen.

Hier dürfte einer der Gründe liegen, das Kindeswohl nicht ins Grundgesetz aufzunehmen.  Doch da gehört es rein, um die Lage der Kinder in unserem Staat deutlich zu verbessern. Kinder haben Rechte, Grundrechte!

Eine Frage ist immer noch offen: In welchen Fonds haben kirchliche Behindertenein­richtungen gezahlt, wenn der Personenkreis aus diesen Einrichtungen bis heute – und wohl noch lange – von Zahlungen ausgeschlossen ist? Da hat man wohl den Klingelbeutel als Lügenbeutel genutzt.

[1] Bündnis90 Die Grünen, Obfrau und ordentliches Mitglied im Petitionsausschuss des Bundestages

[2] https://www.youtube.com/watch?v=rOa1-CM86II&sns=embo

[3] Dies entschuldigt die Kirchen keineswegs. Sie haben in ihren Einrichtungen grundlegende Werte ihrer Religion missachtet und pervertiert. Auch bei ihnen kam der Mammon vor dem Kindeswohl. Da sie jedoch in der Verantwortungskette den staatlichen Zuständigkeiten nachgeordnet waren und auch heute noch sind, sollten sie auch in der nachträglichen Verantwortung für die Zustände in ihren Einrichtungen dem Staat nachgeordnet sein, aber von ihm in Regress genommen werden. Dass sie durch ihr Tun ihre Glaubwürdigkeit als christliche Einrichtungen verloren haben, steht auf einem anderen Blatt.

Kirchenasyl – Es knirscht zwischen Kirche und Staat

Posted in Kirche, Menschenrechte, Religion, Theologie by dierkschaefer on 4. Februar 2015

»In kaum einer anderen Frage sind Kirchengemeinden so engagiert, in keiner anderen Frage funktioniert Ökumene, die Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Pfarreien so gut. Kirchenasyl ist für sie die Übersetzung des Evangeliums in die Gegenwart. Da steht im Matthäus-Evangelium das Jesus-Wort: „Ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt. Ich war verfolgt, und ihr habt mir Schutz gewährt“. Und: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“.«[1]

[1] http://www.sueddeutsche.de/panorama/debatte-um-kirchenasyl-christliche-basis-gegen-christliche-parteien-1.2334000

Kirche – Da wird eine Institution unter Generalverdacht gestellt.

Posted in Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 4. Februar 2015

Ein erfreulich nüchterner Blick auf Kindesmissbrauch in der Kirche.[1]

[1] http://www.christundwelt.de/detail/artikel/unter-korpsgeistern/

Der liebe Gott sieht alles – Es wäre sinnvoll, wenn sich unsere Kirchen ausführlicher mit den neuen Göttern beschäftigen würden.

Posted in Gesellschaft, Kirche, Menschenrechte, Politik, Religion, Wirtschaft by dierkschaefer on 2. Februar 2015

Der liebe Gott sieht alles

Wenn es nur der wäre. Es ist bekannt, dass das „Bodenpersonal Gottes“ auch wirtschaftliche und Machtinteresssen hat und dafür erfolgreich die Vorstellung eines alles sehenden bedrohlichen Gottes benutzt hat. Die Überbleibsel dieses Geschäftsmodells funktionieren immer noch, aber auf anderer Basis.

Spannend wird es, wenn irdische Götter mit Wirtschafts- und Machtinteressen auftreten und tatsächlich (fast) alles sehen.

Noch spannender – und deprimierender wird es, wenn wir sehen, wie das Geschäftsmodell mit unserer Unterstützung aufgrund unserer Bequemlichkeit funktioniert.

Marc Elsberg hat mit „ZERO – Sie wissen, was du tust“[1] nicht nur einen spannenden Roman geschrieben, sondern seine Utopie ist dicht an der unserer Realität dran, viel dichter als es uns im „Jesus-Film“ MATRIX gezeigt wurde. Die schöne neue Welt[2] ist noch schöner, als die von Aldous Huxley[3].

 

Es wäre sinnvoll, wenn sich unsere Kirchen ausführlicher mit diesen neuen Göttern beschäftigen würden.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Zero_%E2%80%93_Sie_wissen,_was_du_tust

http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=6690

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article129421433/Marc-Elsberg-oder-das-grosse-Datenschutz-Hahaha.html

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=19500

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Aldous_Huxley

https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/05/04/der-liebe-gott-sieht-alles-und-google-auch/

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