Dierk Schaefers Blog

Wir NOBOS, Nobodies im Netz …

Posted in Gesellschaft, Politik, Soziologie by dierkschaefer on 26. Juli 2013

… sind nicht allein. Doch das ist kein Trost.

Zunächst zu uns NOBOS: Da sitzen wir an unseren Tastaturen, bloggen und twittern, meinetwegen auch facen, und das Netz gibt uns ein Echo, mehr oder weniger stark.

Auch andere NOBOS bloggen und twittern im ähnlichen Sinne wie wir.

Schön, aber: so what?

Dann gibt es Zeitgenossen, die offene Briefe schreiben, so die Schriftsteller jetzt einen Brief an die Bundeskanzlerin[1]. Da die Unterzeichner keine NOBOS sind, druckt sogar die FAZ ihren Brief ab.

Doch erinnern wir uns: Vor nicht einmal einem Jahr haben nicht nur wir NOBOS uns in Blogs, Tweets und online-Kommentaren gegen die Beschneidung von Kindern eingesetzt (die Mehrheit lag eindeutig über dem zweitdrittel-Bereich). Auch Fachleute argumentierten fachkundig (Kindeswohl, Kinderrechte, Risiken) und wandten sich damit an den Bundestag. Aber wie wurde abgestimmt? So what?

Ich erinnere mich an zahlreiche Fachtagungen in meiner „Tagungsreihe Kinderkram“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Die Fachleute waren sich weitestgehend einig, was sich in Sachen Kindeswohl ändern müsse. Die Einigkeit war weihnachtlich: Alle Jahre wieder. Aber es änderte sich nichts! So what?

 

In dieser Bananenrepublik muß man zahlungskräftig sein oder über einen zahlenstarken Verband verfügen, um politischen Einfluß zu haben. Sachargumente zählen nicht.

 

Sie wollen das schwere Gewicht ihrer Stimme einer Partei geben? Das ist brav. Aber wozu?

Forget it.

 

Wir Nobodies sind nicht allein. Doch das ist kein Trost.


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5 Antworten

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  1. Heidi Dettinger said, on 26. Juli 2013 at 16:25

    Kein Mensch ist illegal und kein Mensch ist ein Nobody (Niemand).
    Die Bitterkeit und Wut kann ich verstehen und fühle sie auch selbst. Ohnmacht.

    Aber ob die „bodies“, die den offenen Brief unterschrieben haben, gehört werden, ist doch noch völlig offen.

    Und ob ich so gerne zu denen gehören möchte, die in FAZ und BILD und WELT, in STERN und BUNTE womöglich zitiert werden? Nee, ich glaub eher nicht. 😛

    • m.dahlenburg said, on 28. Juli 2013 at 06:24

      „Kein Mensch ist illegal und kein Mensch ist ein Nobody (Niemand).“

      Der Hund beißt nicht … nur doof dass Hunde das nicht wissen.
      So ist das nun mal. Ganz egal von welcher Warte aus man es betrachtet.
      [ Unser Hund beißt auch nicht 🙂 Ob er auch weiß dass er ein braver legaler überaus wichtiger Hund ist? ]


      Anlass zu Wut und Verbitterung bietet die Verfasserin des offenen Brief selbst mit eben diesem, und die – nun nicht mehr ganz so – unbekannten Schriftsteller als Erstunterzeichner.

      Es beginnt schon bei der Anrede, „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin“
      Es hört noch lange nicht auf,wo die ach so g´scheiten Schriftsteller der Verfasserin durch ihre Unterschrift bestätigen, das alles so ganz neu ist und niemals nicht geahnt werden konnte. Wer sein Hirn nur zuweise einschaltete,konnte aber über die Jahrzehnte hinweg schon bei kleiner Recherche fündig werden. Aus genau diesem Grund unterschreibe ich die Lügen wider besseres Wissen – genau das sind sie schon wegen der seit Wochen andauernden Flut an Information, die selbst schläfrigsten, politisch unmotivierten Schriftstellern eigentlich nicht entgangen sein kann.
      Es war und es ist wie in der DDR: Wer sich nicht rührt, spürt seine Fesseln nicht. Die erst-unterzeichneten Schriftsteller haben sich offensichtlich allesamt bisher nicht gerührt. Vielleicht hätten sie mal bei mir anfragen sollen, um zu wissen wie das so ist, wenn man sich nur ein ganz klein wenig rührt.

      Was nötig wäre, ist eine Petition, die die Politik auffordert, ständige Menschenrechtsverbrechen, getätigt durch Regierung, samt zugehöriger kirchlicher Sektenvereinen, Psychiatrie, Militär und Großkapital-Mafia zu beenden und dann künftig unmöglich zu machen. Man wird ja mal träumen dürfen 😉

  2. Martin MITCHELL said, on 27. Juli 2013 at 05:36

    .
    Die Initiatorin des Offenen Briefes an Angela Merkel und der gleichlautenden Petition auf CHANGE.ORG, den/die u.a. ( als den in der FAZ veröffentlichten „Offenen Brief“ ) 48 weitere deutsche Autoren und Autorinnen mitgezeichnett haben ist die deutsche Juristin und Autorin Juli Zeh, die in WIKIPEDIA @ http://de.wikipedia.org/wiki/Juli_Zeh wie folgt vorgestellt wird:

    ANFANG DES ZITATAUSZUGS.

    Juli Zeh (* 30. Juni 1974 in Bonn) ist eine deutsche Juristin und Schriftstellerin.

    Zeh ist die Tochter des ehemaligen Direktors beim Deutschen Bundestag, Wolfgang Zeh.

    Sie besuchte das Pädagogium Otto-Kühne-Schule in Bonn und legte dort das Abitur ab. Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften mit Studienschwerpunkt Völkerrecht in Passau, Krakau, New York und Leipzig. Nach einem Praktikum bei der UNO in New York folgte ein juristischer Aufbaustudiengang „Recht der Europäischen Integration“, den sie mit dem Magister der Rechte (LL.M.Eur.) abschloss.

    Das Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig hatte Zeh 1996, noch vor Abschluss des Jurastudiums, begonnen und im Jahr 2000 mit dem Diplom abgeschlossen. Ihren literarischen Ruf setzt Juli Zeh mittlerweile auch politisch ein. Im Bundestagswahlkampf 2005 gehörte sie zu den Autoren, die den Aufruf von Günter Grass zur Unterstützung der rot-grünen Koalition unterschrieben haben. 2009 war sie Mitglied der 13. Bundesversammlung. Außerdem leiht sie als „Tierschutzbotschafterin“ der Stiftung Vier Pfoten ihre Stimme.

    Im Januar 2008 reichte Zeh beim Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde gegen den biometrischen Reisepass ein,[1][2] da nach ihrem Dafürhalten die obligatorische Erfassung von Fingerabdrücken in Reisepässen keine wirksame Maßnahme der Sicherheitspolitik, sondern als „sinnlose[r] Grundrechtseingriff“[3] ein „grundsätzliches Problem in einer freiheitlichen Gesellschaft“[1] darstelle. Bislang habe noch kein Politiker erklären können, wie die Erfassung einen Terroranschlag verhindern solle, da in keinem der bisher durchgeführten oder geplanten Attentate gefälschte Pässe eine Rolle gespielt hätten.[3] Sie plädiert „für ein Menschenbild, das den Menschen nicht grundsätzlich als potenzielle Gefahr für sich und andere betrachtet“.[4] Das Bundesverfassungsgericht hat die Klage aus formellen Gründen nicht zur Entscheidung angenommen.

    ENDE DES ZITATAUSZUGS.

    Bitte selbst weiterlesen in dem diesebezuglichen langeren WIKIPEDIA-Artikel.

    Ich habe mich dazu entschieden diese, m.M.n. wichtigen Petition mitzuzeichnen sowohl wie dazu entschieden die Existenz dieser Petition weiterzuverbreiten.
    .

  3. m.dahlenburg said, on 28. Juli 2013 at 06:45

    @ dierk schäfer, ….. jetzt bloß nicht depressiv werden … (lieber in den SpamOrdner sehen)

    „In dieser Bananenrepublik muß man zahlungskräftig sein oder über einen zahlenstarken Verband verfügen, um politischen Einfluß zu haben. Sachargumente zählen nicht.“

    Ich weiß da von zahlungskräftigen und mitgliederstarken MärchenVereinen. . Wann stehen deren Zuhörer auf und rufen … Wir sind die KIRCHE und leiten Macht und Kohle dahin, wo es ihre Märchen nur vorgeben.


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