Dierk Schaefers Blog

Schach ist das Spiel der Könige

Posted in Geschichte, Menschenrechte, Politik by dierkschaefer on 7. Juni 2014

Leichen im Keller der deutschen Politik[1], ein Kommentar

Erika Tkocz hat sich den Film über Elisabeth Käsemann angeschaut und ihn kommentiert.

Hier der Kommentar, auf den Herr Genscher[2] wohl nicht antworten wird, auch nicht Herr Neuberger. Sie spielten und spielen das Spiel der Oberen und gehen über Leichen. Schach ist das Spiel der Könige, die Bauern werden geopfert.

»Ich habe die Sendung dazu am Donnerstag geschaut. Neben Genscher, der sich nicht dafür interessierte, was Frau Käsemann in Argentinien bevor sie getötet wurde noch durchmachen musste, hat mich auch der damalige deutsche Botschafter Jörg Kast besonders angewidert. Nein, er fühlte sich nicht schuldig, denn sie -die Frau Käsemann- sei ja mit besonders explosiven Gedanken nach Argentinien gekommen. In dem Interview mit diesem widerlichem Kerl ist deutlich zu spüren, dass er damals nicht einmal darüber nachgedacht hat etwas für Frau Käsemann zu tun und auch mit der Militärdiktatur paktierte. Es ist unfassbar was diese Frau bevor sie ermordet wurde an Folter ertragen musste und einmal wieder bemerkenswert, dass Deutschland das einzige Land war, dass sich damals nicht für seine Gefangenen eingesetzt hat. Genscher hatte durch sein „bewusstes“ wegschauen und ignorieren aller Informationen das Todesurteil über Frau Käsemann vollstreckt. Über eine Frau, die nichts weiter gemacht hat, als arme Menschen in diesem Lande zu helfen. Also das umgesetzt hat was damals die 68iger Bewegung wollte, die ja auch die Probleme der Dritten Welt erst einmal in die Öffentlichkeit brachten. Sie war konsequent und setzte sich für die Armen ein, aber Genscher hat sich einen Dreck dafür interessiert was sie wirklich in Argentinien gemacht hat. Er hat sie schlicht weg der RAF zugeordnet und genau diese Gedankengänge -wenn auch nicht so direkt- hat Kast im Interview sehr wohl angedeutet. An Frau Käsemann wird auch noch einmal deutlich, dass die Menschenrechte bzw. das GG auch ignoriert wurden.

Interessant fand ich die Fußballspieler Breitner, Rummenigge et. al., die sehr betroffen waren und es nicht fassen konnten, dass der damalige DFB Präsident H Neuberger davon wusste und schwieg und dabei wäre es so einfach gewesen Frau Käsemann zu befreien. Statt dessen war es dem Präsidenten nur wichtig das Testspiel der Nationalmannschaft laufen zu lassen. Die Fußballspieler wären bereit gewesen dieses Spiel zu verweigern, aber er nicht.

Ich kann nur hoffen, dass etwas Farbe von der weißen/gelben Weste Genschers abblättert. Er hat es nicht verdient wegen des Mauerfalls in Erinnerung zu bleiben, sondern man sollte nicht vergessen, dass er kein Mitgefühl für eine Frau hatte, die in der Gefangenschaft der Militärdiktatur unfassbare Folter erlebt hat.«

 

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/06/05/leichen-im-keller-der-deutschen-politik/

[2] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/9889670573/in/set-72157611920574709

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10 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 7. Juni 2014 at 16:55

    Unter Kennern der politischen Szene ist sein Ruf längst ruiniert. Wir erinnern uns: 1982 nutzte die FDP die Gunst der Stunde, die sich durch einen völlig herzkranken, auf einen Herzschrittmacher wartenden Helmut Schmidt ergab, der öfter vor seinem Schreibtisch besinnungslos zusammengebrochen von seiner Sekretärin gefunden wurde. In dieser Zeit strickte die FDP Beziehungen zur CDU mit dem einzigen Ziel, mitzuregieren. Das war eine menschliche Schweinerei, die sich selbst für gewissenlose Parteien nicht gehört. Das Ergebnis von 16 Jahren Kohl mit der FDP liegt klar auf der Hand: Schmidt ist Legende und wird heute noch verehrt. Wer ist noch Kohl? Oder anders gefragt: Was hat er außer einen Skandal nach dem anderen (Wörner-Kießling-Affäre, Schmiergeldaffäre, herrenlose Koffer mit Geld neben Schreibtischen, etc. etc.) zum Wohle des deutschen Volkes geleistet? Jetzt soll mir keiner mit der Wiedervereinigung kommen; das war einzig und allein ein Geschenk von Gorbatschow.

  2. Erika Tkocz said, on 7. Juni 2014 at 22:38

    Ja Helmut es ist schon so, dass der „Mauerfall“ nicht der Verdienst der damaligen Regierung war, der Wegbereiter war Gorbi und man müsste schon selten dämlich sein diese Chance nicht genutzt zu haben. Nun Genscher war ….wenn ich es richtig in Erinnerung habe….auch nicht bereit für ein Interview, im Gegensatz der Hildegard Hamm-Brücher und Klaus von Dohnanyi, die ihre Mitschuld zugaben.
    Nein was sollte dieser Mensch denn auch zu sagen haben, wie soll man sich erklären jede Form des Mensch seins verloren zu haben. Es waren nicht nur diese Waffengeschäfte, die vermeintliche Nähe zur RAF, nein Genscher hat für mich als Mensch verloren, weil er keinen Zugang hat zu dem was einem Menschen angetan werden kann, dass macht ihn zu einem Monster und ich wünschte mir, dass das Thema nicht mit diesem Bericht beendet ist, sondern Genscher nicht in die Geschichte des Mauerfalles eingeht, sondern als seelenloses Monster, denn dieser Mann wäre in der Lage Jesus ans Kreuz zu schlagen, wenn es seinen Interessen dienlich gewesen wäre, ja und so betrachtet Herr Schäfer war Jesus auch ein Bauernopfer!

    • Helmut Jacob said, on 8. Juni 2014 at 13:35

      „… und ich wünschte mir, dass das Thema nicht mit diesem Bericht beendet ist, sondern Genscher nicht in die Geschichte des Mauerfalles eingeht, sondern als seelenloses Monster, …“
      Dein Wunsch ist berechtigt und müsste eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber inzwischen wurden erfolgreich so viele Legenden um den Herrn gestrickt, dass wenige Journalisten die Traute haben werden, im Zusammenhang mit seinem Ableben kritische Worte über ihn zu formulieren.
      Allein im Zusammenhang mit der Heimkinderdebatte ist zu beobachten, dass die Journalie immer mehr zur Tagesordnung übergeht.

  3. Hans-Peter Scheerer said, on 8. Juni 2014 at 16:02

    Dieser Bericht über Frau Käßmann hat mich überrascht sowie anschließend schockiert, welche Fratze sich hinter dem Gesicht von Genscher versteckt.

    • Hans-Peter Scheerer said, on 8. Juni 2014 at 17:09

      dass Fußballprofis sich mehr um ihre Karriere kümmern und keine Zeit für politischeTagesgeschichte sich nehmen, kann ich nachvollziehen. Aber ich habe noch keinen Fußballprofi kennen gelernt,der sich nach seiner Karriere um seine eigene Zeitgeschichte beschäftigt hat, was in seiner Profizeit um sich herum geschehen ist. Von einem Profispieler, der sein Gehalt vom Volk bekommt,kann ich erwarten,dass er sich nach seiner Profizeit für die Gesellschaft angachiert. Erst dann,sollte ein Profispieler diese Auszeichnung Profispieler verdient haben.
      Bestes Beispiel ist Paul Breitner.Dieser Profi spendet nicht nur, er gibt seiner Gesellschaft zurück, die ihm seine Karriere ermöglicht hat.
      Eine Fratze a`la Genscher , wird sich ein Breitner niemals erlauben.Und wie sieht es bei anderen aktiven Spielern aus? Warten wir es ab, noch sind sie Spieler und dürfen/sollen spielen ohne politische Belastung

    • dierkschaefer said, on 9. Juni 2014 at 00:17

      Nicht Käßmann, sondern Käsemann. Man lese den frisch aktualisierten Aerteikel bei Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_K%C3%A4semann

      • Hans-Peter Scheerer said, on 9. Juni 2014 at 11:17

        oh,peinlich,entschuldigt mich

  4. Erika Tkocz said, on 9. Juni 2014 at 01:52

    Nun Verweis auf Wikki hat mich dazu gebracht einmal über Genscher zu lesen,
    hier nur sehr kurz folgender Hinweis bei Kritik an Genscher:
    „Hans-Dietrich Genscher wird vorgeworfen, nicht genug getan zu haben, um den Tod von Elisabeth Käsemann zu verhindern. Hans-Dietrich Genscher unternahm keine Anstrengungen, um Folterhaft und den Mord an Elisabeth Käsemann zu verhindern, obwohl dies mit geringem Druck auf die argentinische Regierung höchst wahrscheinlich möglich gewesen wäre.[17] “

    …..nicht genug getan zu haben ……ist so nicht richtig, er hat ja überhaupt nichts getan und der Film liefert auch die Begründungen. Das müsste schon genauer beschrieben werden und vielleicht auch mit Querverweise/Links wie der Artikel im Focus, den ich auch jetzt gelesen habe: „Der Tod und das Mädchen“, da wird deutlich was „unterlassene Hilfe“ wirklich bedeutet, weil dort die Foltermethoden an E Käsemann beschrieben werden. Kann es gar nicht einmal empfehlen zu lesen, weil es so grausam ist, aber genau deswegen ist für mich Genscher ein seelenloses Monster.

    Den Artikel im Focus hatte ich gelesen, weil es da bei mir im Gedächtnis klingelte, allerdings eher als ein Film mit dem Titel: „Der Tod und das Mädchen“, ja weiter gegoogelt und es hatte richtig geklingelt. Ein sehr bedrückender beklemmender Film, der Opfer-Täter Dilemma zeigt. Die Verzweiflung einer Frau, die fast alles unternimmt, damit der Täter gesteht.

  5. Ralf Schmidt said, on 7. September 2014 at 23:18

    Jetzt bekommt Genscher den Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Preis für „gesellschaftliches Engagement“. Gibt es noch weitere Leute außer mir, die sich darüber beschweren möchten?


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