Dierk Schaefers Blog

Gefangen in der Parallelwelt

Posted in Geschichte, Gesellschaft, heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität, Pädagogik, Politik, Religion by dierkschaefer on 2. September 2013

Gefangen in der Parallelwelt

Spannend! Jenna wächst in einer Parallelwelt auf. Schon als Kind hat sie einen Vertrag unterschrieben. Für eine Milliarde Jahre hat sie sich verpflichtet, im Dienst der Church an der Erlösung des Planeten, seinem clearing mitzuarbeiten. Sie selbst? Nein, der Thetan in ihr, der wie schon seit Millionen von Jahren immer wieder in einem neuen Körper lebt, diesmal ist er in Jenna. Ihre Eltern gehören zur Führungsspitze der Church. Doch die sind der großen Aufgabe verpflichtet und haben kaum Zeit für ihre Kinder. Nur selten ist die Familie beieinander. Jenna wächst also wie die anderen Kinder der Church in deren Einrichtungen auf, bestimmt durch ständige Gedankenkontrolle per Lügendetektor und harte Kinderarbeit; Kost und Logis sind spartanisch karg, schließlich braucht die Church viel Geld und Ressourcen, um die Welt zu retten. Jenna kennt nur diese Welt und hat den Willen, hier ihren Aufstieg zu machen. Und doch hat sie ganz normale Wünsche: nicht so viel und so harte Arbeit. Sie weiß auch, daß sie später wird heiraten dürfen, aber Kinder kriegen ist verboten, notfalls eine Zwangsabtreibung. Wird sie aus diesem realen Albtraum aufwachen und aus der Parallelwelt herausfinden?

 

Zwei aktuelle Ereignisse machen gerade auf die Scientology-Church aufmerksam. Kürzlich wurde das Buch von Jenna Miscavige Hill, Mein geheimes Leben bei Scientology und meine dramatische Flucht in der FAZ vorgestellt, und heute bringt die SZ einen Bericht über Scientology und Hollywood – Massenexodus der Prominenz[1].

 

Der Name Miscavige war mir geläufig und machte mich neugierig. Darum las ich das Buch. Jenna Miscavige Hill[2] ist die Nichte des Nachfolgers von Lafayette Ronald Hubbard (L. Ron Hubbard)[3], dem Gründer der Scientology-Church. Seit seinem Tod leitet ihr Onkel David (Dave) Miscavige[4] die Einrichtung, die seit langem umstritten ist. Ihr wird Gehirnwäsche vorgeworfen und in Deutschland wird ihr der Status als Kirche verwehrt. Der Verfassungsschutz beobachtet sie und eine zeitlang gab es im Stuttgarter Kultusministerium eine Stelle, die sich speziell mit Scientology beschäftigte. Ich habe mehrfach erlebt, daß ich in meinen Weiterbildungsveranstaltungen für den Öffentlichen Dienst schriftlich versichern mußte, nicht nach den Methoden von Hubbard zu arbeiten.

Seit ich mich in den 70er Jahren an der Uni mit „Sekten“ (ein kirchlicher Kampfbegriff) beschäftigt habe, interessieren mich solche Weltanschauungsgruppen, die es schaffen, ihre Mitglieder in eine Parallelwelt zu locken und in ihr festzuhalten.

Wir wachsen zunächst alle in unserer eigenen Welt, der unserer Familie auf. Doch dann öffnet sich der Kreis. Kindergarten und Schule, Freunde und Medien zeigen uns, daß die Welt größer ist als unsere Familie. Dann sind wir in der „Normalwelt“ angekommen, wenn auch diese weithin nur auf einer Übereinkunft ihrer Bewohner beruht, die reale Welt zu sein. Die „Gemachtheit“ dessen, was wir als Realität erfahren, erklärt uns die Wissenssoziologie.[5] Da geht es mitunter recht bunt zu. Scientology sticht hervor durch seine Science-Fiction-Grundlage und seine Öffentlichkeitsarbeit. Die Leute verkaufen eine Art von Psycho-Kursen und benutzen für die Anwerbung und auch später im Verlauf ein E-Meter, ein simpel konstruierter Lügendetektor. Wer ihnen ins Missionsnetz geht, verliert viel Geld und Lebenszeit.

Jennas Buch berichtet bedrückend vom Aufwachsen in der Scientology-Version eines Bootcamps[6], schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte. Man lese und staune.

Staunen mußte ich auch, weil mir manches aus einem anderen Kontext bekannt vorkam. Die Kinderarbeit, die harten Strafen, die Kontrolle und die Indoktrination. So funktionierten die kirchlichen Erziehungseinrichtungen, so funktionierten manche Klöster und manche „Mutterhäuser“.

In diesem Jahr besuchte ich ein Zisterzienserkloster in Belgien. Dabei fiel mir auf, wie das ora et labora verteilt war. Beten und studieren taten die Patres, die einfachen Arbeiten verrichteten die Konversen[7], das sind die Laienbrüder, die Fratres. Und so wie in den Kinderheimen die Erzieher beim Essen unter sich blieben, so waren auch in diesen Klöstern die Speisesäle – und die Schlafsäle – fast apartheidmäßig getrennt. Auch die eigene Gerichtsbarkeit von Scientology findet ihre Parallele in der Zeit, in der die Kirchen noch Zähne hatten. Zur Klosterzucht lese man die Nonnen von Sant’Ambrogio[8] oder die Fabrikation des zuverlässigen Menschen.[9] Die Autoren dieses Buches, Treiber und Steinert ziehen die Entwicklungslinie von der klösterlichen Erziehung und Zurichtung der Menschen bis hin zu ihrer Verwendung in Fabriken.[10]

Es ist viel darüber geschrieben worden, ob Scientology eine Kirche oder nur eine skurrile Geldmaschine ist. Nach meiner Lektüre bin ich überzeugt: Beides trifft zu. Dafür sprechen die Skurrilität und die Rigorosität der Scientology-Routine, einschließlich des Gebrauchs einer Sondersprache. Das Dummhalten der Mitglieder, ihre Gedankenkontrolle, die Abschottung von störenden Einflüssen und die Bewertung der Außenwelt als feindlich, all dies sind in vielen Fällen Merkmale von Religion[11] und wurden in der Kirchengeschichte immer wieder praktiziert. Die Ausbeutung von Menschen und gar von Kindern dagegen ist keine religiöse Spezialität, sondern entspringt der allgemeinen Habgier und Rücksichtslosigkeit der Menschen, die sich religiös tarnen kann – wie auch bei Scientology.

Was lehrt uns das alles? Totale Institutionen[12] werden sehr leicht zu totalitären, mit all dem, was wir aus Kinderheimen, Altenheimen, Gefängnissen und Krankenhäusern u.a.m. kennen. Dies besonders, wenn der Zweck ein „guter“ ist. Wir kommen ohne solche Einrichtungen zwar nicht aus, aber sie und ihr Personal brauchen regelmäßige Kontrolle, die von außen kommen muß. Dagegen wehren sich diese Einrichtungen – und man muß sie dazu zwingen – und angemessen bezahlen.

 

PS: Falls jemand zum zweiten Mal diesen Beitrag liest und irritiert ist: Ich habe ihn überarbeitet.


[5] Ein wahrer Augenöffner ist Berger, Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Frankfurt a.M., 1969. Wer dieses Buch gelesen hat, ist weitgehend immun gegen eindimensionale Weltanschauungen. (s. auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_gesellschaftliche_Konstruktion_der_Wirklichkeit )

[9] Hubert Treiber, Heinz Steinert, Die Fabrikation des zuverlässigen Menschen, Über die  „Wahlverwandtschaft“ von Kloster- und Fabrikdisziplin, Münster 2005

[10] „Die Regel des Ordens verlangte eine strenge Disziplin, der Tagesablauf war genau vorgeschrie­ben, und ein Abweichen von der Regel wurde bestraft. All dies erinnert in einem gewissen Sinne an die Arbeitsvorschriften, die Henry Ford für seine Fließbandarbeiter erließ.“ Jean Gimpel über die Cistercienser, zitiert bei Treiber/Steinert. Die heutigen Formen der Zurichtung des Menschen laufen subtiler und ausgefeilter. Es ist meist eine Zurichtung ohne Zwang, sondern läuft freiwillig über Trends, die man befolgt, um in zu sein.

[11] Auch von absolutierten politischen Weltanschauungen.

15 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 3. September 2013 at 14:48

    Während meines Urlaubs hatten wir drei Diakonissen zu Gast. Sie bestätigten schon Jahrzehnte zuvor Gehörtes. Die Schwestern wurden gefragt: „Was ist euer Lohn?“ Die Antwort musste lauten: „Dass wir dienen dürfen!“

  2. Heidi Dettinger said, on 3. September 2013 at 20:33

    Keine Sekte kann in meinen Augen so gefährlich sein, wie die Kirchen. Denn die bekommen ihre Hände bereits an die kleinsten Kinder und haben deren ganzes Leben lang die Hand drauf: Taufe, Kindergarten, Religionsunterricht, Eheschließung, Tod.

    Dem zu entgehen ist anstrengender, als auf einer Party Alkohol abzulehnen.

    Die „Sekten“ können mit Sicherheit Schaden anrichten – aber in der Regel bekommen sie ihr Klientel erst als Erwachsene in die Finger. Außerdem gehe ich jede Wette ein, dass nur die Menschen sich auf Sekten einlassen, die von der Kirche vorgeschädigt sind. Wer es nicht gelernt, religiöse „Problemlösungen“ zu suchen, wird sich auch nicht von einer Sekte aufsaugen lassen.

    Dass Sekten das Ziel haben, möglichst viel Geld von ihren Mitgliedern zu erpressen und für sich zu horten – das kommt mir irgendwie bekannt vor: Kirchensteuern, Staatsknete für die Kirchen, Testamente, Geschenke…

    Und wofür werden die Gelder gehortet? Ach ja, stimmt, um die ehemaligen SklavenarbeiterInnen und Überlebende von Folter und Vergewaltigung großzügig zu entschädigen…

    • dierkschaefer said, on 3. September 2013 at 20:51

      „Dass Sekten das Ziel haben, möglichst viel Geld von ihren Mitgliedern zu erpressen und für sich zu horten – das kommt mir irgendwie bekannt vor: Kirchensteuern, Staatsknete für die Kirchen, Testamente, Geschenke…“
      Na ja, die Fakten sollten schon stimmen.
      Erpressung: Wer aus der Kirche austritt, braucht keine Kirchensteuer zu zahlen.
      Kirchensteuern: Den Einzug läßt sich der Staat von den Kirchen bezahlen, und zwar recht gut. Staatliche Zahlungen: Die sollten nach Meinung der Kirchen selbst abgelöst werden. Das macht der Staat aber nicht, weil er dafür kein Geld hat. Die Zahlungen beruhen auf der Enteignung der Kirchen durch den Staat (war gestern gut in der FAZ zusammengefaßt).
      Testamente, Geschenke: Die Zeiten sind doch längst vorbei, weil die Leute kaum noch Angst vor Fegefeuer und Hölle haben, und das ist gut so, auch theologisch gesehen.

      An den Kirchen gibt es sehr viel auszusetzen, und gerade die ehemaligen Heimkinder haben ein besonderes Recht dazu. Was die erlebt haben, liefert Munition genug. Mit der sollte man aber scharf zielen und treffen – und nicht auf Pappkameraden schießen.
      Und ansonsten: Lesen Sie doch mal das Buch von Frau Miscavige.

      • Heidi Dettinger said, on 4. September 2013 at 00:37

        Nö. So sehr interessiert mich das nicht.
        Kirchensteuern: Wer aus der Kirche austritt, braucht nicht mehr zu zahlen – aber schwer wird es gemacht. Und zwar nicht zu knapp!
        Staatliche Zahlungen: Abgelöst werden? Sie meinen, in der Kirche gibt es wirklich Heilige? Ich meine, wer auf Milliarden-Zahlungen freiwillig verzichtet, muss schon so eine Art Heiliger sein… Ach so… ablösen…

        Was Sie „Enteignungen“ nennen, hat schlicht etwas mit der versuchten Trennung von Staat und Kirche zu tun. Vor doch etwas längerer Zeit. Und da die Kirchen zuvor alles taten, um zu raffen, zu erpressen, an sich zu reißen wäre es eigentlich auch gut und richtig und sinnvoll gewesen, diese tatsächlich zu enteignen (was de facto nicht geschehen ist) bzw. sogar moderat und in Maßen zu entschädigen. (Entschädigung, Entschädigung… klingelt es da? Ich höre in diesem Zusammenhang immer „Einrede der Verjährung, Einrede der Verjährung!“ Öh, naja, stimmt… ist ja auch schon 30 oder 40 oder sogar 50 Jahre her).

        Und nun dieses – als Entschädigung für die „Enteignung“, die, wie gesagt, de facto keine war:
        Ablösung für Verträge, die mindestens 200 Jahre alt sind und sich auch so anhören: Da muss eine Gemeinde den Herrn Pfarrer mit Brennholz versorgen. Oder ihm einen Jahresvorrat an Hülsenfrüchen liefern. Dächer von Kirchen müssen von den Gemeinden mitfinanziert werden, etc. pp. Bischofsgehälter und -renten werden vom Staat bezahlt, Theologiefakultäten bezahlt wer? Na, die Kirche nicht. Militärseelsorge, Krankenhäuser auf denen Kirche draufsteht (die damit auch Personalpolitik etc. bestimmen dürfen) aber Staatsgelder drin ist, Kindergärten, in denen die Kinder das Beten lernen, Kommunen, Staat, Länder bezahlen, die Kirche aber steht drauf. Die Liste könnte so ziemlich endlos weiter geführt werden.

        Ach, und die Zeiten mit der Angst vor Fegefeuer und Hölle sind vorbei? Mag stimmen, da habe sogar ich die Tendenz, Ihnen zuzustimmen.

        Nicht vorbei aber sind die Zeiten der kirchlichen Altenheime, nicht vorbei sind die Zeiten der einsamen, alten Menschen, die sogar noch etwas vererben würden, was ihnen gar nicht gehört, nur um einmal die Woche von einem Pfarrer, einem Diakon oder wie sie sich auch nennen mögen und dürfen, besucht zu werden.

        Für sie mögen diese Gelder, die den Kirchen Jahr für Jahr in den Rachen geschoben werden, Pappkameraden sein. Für mich würden sie (theoretisch) die Möglichkeit bedeuten, Heimkinder angemessen zu entschädigen. Angemessen (http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2013/08/27/fall-don-carli-700000-euro-schadenersatz.html) – nicht mit höchstens 10.000 Euro abspeisen!

      • dierkschaefer said, on 4. September 2013 at 09:15

        da könnte und sollte man auf vieles eingehen, und manche antworten würden sogar in ihr konzept passen. doch ihre worte entlasten mich: „Nö. So sehr interessiert mich das nicht.“

  3. m.d. said, on 4. September 2013 at 06:50

    Heidi, du könntest ruhig bissl was für andere übriglassen 😉 Na ja, wenigstens haste mir die Psychiatrie gelassen. Krankenhaus kann man die ja wirklich nicht nennen. Im Gegenteil ! Da ist fast immer Kirche drin, . es steht bloß nie (?) Kirche drauf,

    @Hr. Schäfer,
    „Was lehrt uns das alles? Totale Institutionen[12] werden sehr leicht zu totalitären, mit all dem, was wir aus Kinderheimen, Altenheimen, Gefängnissen und Krankenhäusern u.a.m. kennen.“

    Hr. Schäfer, Krankenhäuser sind keine totale Institutionen. Psychiatrien, samt all ihren Zweigbereichen, sehr wohl. Steht so auch im verlinkten Wiki. Warum schreiben sie es nicht aus. Gerade beim Thema Scientology.
    P S Y C H I A T R I E . Es ist ganz einfach …. ehrlich.

    Freiheitsberaubung und zwangsweise Körperverletzung in großem Stil passen wohl nicht zum Pseudo-Heiligenschein christlicher Kirchen. Gleichartige Psychiatriefolter und Freiheitsberaubung kann man den Psychiatriekritikern jedenfalls nicht vorwerfen. Die können noch 100 Jahre missionieren und Schäfchen missbrauchen, sie werden niemals auch nur annähernd die Schuld anhäufen können, von der die Kirchen nichts hören wollen,die sie sich aber ohne Unterlass aufladen.

    Der Kampf der Kirche gegen Scientology ist nicht der Kampf gegen eine Konkurrenzsekte, Wenn es um Menschenrechte oder Kinderrechte ginge, wäre der Kampf zb gegen die Amish vielfach wichtiger. Es ist der ausnahmslos dreckige Kampf gegen eine kleine Konkurrenzsekte, die ein winzig kleines Stück vom Kuchen abhaben will und das ausgerechnet beim wahrscheinlich zweitbesten Geschäft nach Angriffskriegen

    Im Übrigen gab es in Hamburg, ich sach mal .. die Lachnummer mit Kaberta (oder so ähnlich).

    @@@

    Als hätte er ihr erneutes Schönreden vorausgeahnt, hat der Vater im Himmel wieder einen interessanten Artikel parat.
    http://skydaddy.wordpress.com/2013/08/25/kirchenfinanzen-dichtung-und-wahrheit/#more-4592
    Das mit den erzwungenen Zahlungen eines jedes Einzelnen hatten wir schon mal, bis es peinlich wurde. Wiederholung gefällig?

    Vielleicht sollten sie mal erzählen, woher ihr Gehalt früher kam und ihre Pension jetzt kommt. Okay, zu persönlich. Dann erzählen sie uns einfach, woher das Gehalt und die Pensionen ihrer Pfarr-Kollegen kommt. .
    Ich bin gespannt. (Nein, ich rechne – schon lange nicht mehr – mit einer Antwort)

  4. m.d. said, on 4. September 2013 at 07:17

    Hr Schäfer, ihr Link zur SZ ist ja wohl ein Scherz. Ich hab schon viel Kritik über SO gelesen, aber das was da präsentiert wird, reicht bestenfalls dazu, dass sich der Autor abgrundtief lächerlich macht. Liest man dann noch die Kommentare lohnt der Link doch noch. „Das Volk“ ist offenbar doch nicht ganz so blöde …..

    Zur Buchempfehlung, ist noch anzumerken, dass sie als Psychologe und Kriminologe vom idR zweifelhaften Wahrheitsgehalt solcher Erzählungen eigentlich wissen sollten, Ein entsprechender Hinweis neben der Empfehlung wäre hilfreich.

    Bevor jetzt jemand fragt, Nein, ich verteidige SO nicht. Ich mag die so wenig, wie die Christenheuchler

    • dierkschaefer said, on 4. September 2013 at 09:12

      auf beide kommentare zusammen:
      1. klar, renegatenliteratur muß man kritisch lesen, das tue ich unter plausibilitätsgesichtspunkten. dazu gehören die differenziertheit der geschichte, die schonungslosigkeit des autors sich selbst gegenüber, die glaubwürdigkeit der austrittsgründe und die übereinstimmung mit anderen zeugnissen unterschiedlicher herkunft.
      2. was haben sie gegen frau caberta, soweit es ihre haltung zu scientology betrifft? ( http://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_Caberta )
      3. neben den amish könnten sie noch mehr gruppen aufzählen. ich erinnere mich noch an eine geradezu typische verwechslung, als ein flyer gegen die kinder gottes (http://de.wikipedia.org/wiki/Children_of_God ) irrtümlicherweise mit photos der jesus-people (http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_People ) illustriert wurde. doch die parallelen waren deutlich. „sekten“ tendieren dazu, ihren geschlossenen horizont geschlossen zu halten. das ist auch für manche kirchliche gruppen so. wer einen offenen horizont hat, wird nicht übersehen, daß diese gruppen nicht die mehrheit in den kirchen darstellen. Wem aber bei „church“ nur church-bashing einfällt, dem wird man seinen horizont wohl nicht für mehr differenzierung öffnen können.
      4. ja, die psychiatrie, besonders die „geschlossene“ ist, wie der name sagt, geschlossen und ermöglicht machtmißbrauch. muß aber nicht sozusagen regelmäßig vorkommen. krankenhäuser sind dagegen offene anstalten. wer sie kennt, weiß, daß sie viele ähnlichkeiten mit totalen institutionen haben.
      6. mein gehalt: es wird von der kirche aus kirchensteuern gezahlt. da sie wohl keine kirchensteuer zahlen, sollte sie das nicht weiter aufregen. typisch ist aber der generalverdacht, pfarrer würden vom staat bezahlt. in aller regel nicht.

      • dierkschaefer said, on 13. Oktober 2013 at 05:50

        Sehr geehrter Herr Dahlenburg!

        Den Link zu Herrn „Skydaddy“ aus Singapur habe ich freigeschaltet. Es scheint vieles in der Publikation der Rheinischen Landeskirche im Argen zu liegen – in der Argumentation von Skydaddy übrigens auch. Können Sie aber bitte fairnesshalber außerdem die die besagte Landeskirche um eine Stellungnahme dazu bitten? (Ich fürchte, sie wird kneifen, was dann ja auch eine Stellungnahme ist.)
        Zu „Skydaddy“: Immerhin kann man auf seiner Web-Seite den Klarnamen lesen. Auch mein Klarname steht immer dabei.
        Offen gesagt, und das betrifft nicht nur Sie: Mir stinkt das Versteckspiel hinter „Indianernamen“ im Internet. Wenn Kinder „Häuptling Adlerauge“ spielen, ist das ja o.k. Erwachsene sollte ihr Visier hochklappen – oder besser noch, den Helm abnehmen.

  5. m.d. said, on 4. September 2013 at 15:32

    „die psychiatrie, besonders die „geschlossene“ ist, wie der name sagt, geschlossen und ermöglicht machtmißbrauch“

    das ist wie sie sicher wissen nur der allerkleinste Teil psychiatrischen Terrors. Nicht umsonst erwähne ich die Zweigstellen.

    – weil manche christliche Gruppen nicht die Mehrheit der Kirche ausmachen … . naja, geschenkt ..

    – ich hab nichts gegen die Frau, hab nur was gegen masslose Übertreibungen und …… so weiter
    – keine Zeit ..


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