Dierk Schaefers Blog

Friesenhof-Skandal: Neue Kinder- und Jugendhilfeverordnung ab Ende Juli

Posted in heimkinder, Kinder, Kinderheime, Kinderrechte, Kindeswohl, Pädagogik, Politik, Recht, Staat by dierkschaefer on 12. Juli 2016

„Mit der Verordnung tragen wir zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen bei“, sagte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD). Die bisherige Verordnung stammt aus dem Jahr 1994.

Ob das wohl was wird?

Die Sozialministerin hatte ja schon einmal Anlauf genommen und scheiterte an der Betonwand der Sozialhilfeträger.[1] »Die Solidarität der freien Träger und Wohlfahrtsverbände sah im Fall Friesenhof so aus: „Pikant ist nicht nur, dass sich AWO, DRK, Diakonie & Co dagegen wehren, Heimkindern größere Zimmer, mehr Briefkontakte und Spielgeräte zuzubilligen, sondern dass sie dasselbe Anwaltsbüro einschalteten, mit dem sich jüngst die Friesenhof-Betreiberin gegen das Ministerium zur Wehr setzte. Wie berichtet, führte diese Intervention dazu, dass die strengen Auflagen, die die Alheit-Behörde zum Schutz der Friesenhof-Mädchen erlassen hatte, nicht umgesetzt werden konnten und in einer von den Anwälten durchgesetzten Vereinbarung so verwässert wurden, dass die Grundrechte der 12- bis 18-jährigen Mädchen weitgehend außer Kraft waren.“«[2]

 

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/06/24/die-zahnlosigkeit-der-gesetze-zum-recht-von-schutzbefohlen/

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/09/12/gewerbeschutz-von-traegern-der-jugendhilfe-im-gesetz-besser-geschuetzt-als-das-kindeswohl/

6 Antworten

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  1. ekronschnabel said, on 13. Juli 2016 at 05:54

    Und was lernen wir aus der Unfähigkeit der Politik? Schmierige, menschenfeindliche Bagage ohne Arsch in der Hose, gegängelt durch Lobbyisten der Konzerne, die verlogen von Menschlichkeit, Christlichkeit und einem Gott labert, den sie vor den kommerziellen Karren spannt, mit dem sie Menschen in ihre Ausbeutungsanstalten karren,
    In den oberen Etagen füllen sie sich schamlos die Taschen, denn dort sitzen nur zu oft die Schmierlappen, die
    als gewählte Abgeordnete dieses ganze Schweinesystem von AWO, DRK, Diakonie, Caritas und wie die Konzerne mit Kreuz und Verlogenheit im Logo und Konzept alle heissen, erst ermöglichen. Da sitzt dann Graf
    Rotz im Vorstand und heuchelt Wohltätigkeit, gestützt und geschmiert schon zu aktiven Politikerzeiten von Hochmerkwürden, der sich als Bischof die schmierig-fettigen Pfoten küssen lässt (hoffentlich hat er sie sich auch gewaschen, der speckige Typ). Und da gibt es dann auch schon mal eine frühere Abgeordnete, die
    scheinheilig in einer Kommission einer Landeskirche sitzt, die so tut, als arbeite sie die kriminelle Vergangenheit früherer Kirchendiener auf, die sich sexuell an Kindern vergriffen hatten.

    Im Tierreich haben wir die Gattung der Schweine. Da gibt es gemeine Hausschweine, Wildschweine, Stachelschweine und Meerschweine.
    Unter uns Menschen gibt es im „Wohltätigkeitsbereich“ immer mehr ganz gemeine Schweine. Die verstehen sich perfekt darauf, ausschliesslich zu ihrem Wohl tätig zu sein – auf Kosten von Kindern und alten Menschen. Klangvolle Namen wie „Friesenhof“ „Stephansstift“ „Mutter Kunigunde-Heim“ u.ä. lassen die Menschen glauben, dass die Konzerne für Ausbeutung von Menschen aus Christlichkeit und Menschlichkeit handeln. Sie zucken nicht mal zusammen, wenn solches Gelichter wie dafür bekannte Anwaltskanzleien aufgeflogene Schweinereien gegen Kinder und Alte schönreden, sogar juristisch wegklagen! Kann doch nichts dran sein, denn sonst hätte der Pfarrer doch in der Sonntagspredigt davon gesprochen, der gute Mann kämpft doch für Glauben, Moral und Menschlichkeit. Tut er vielleicht ja auch, innerlich – nur schweigt er dabei, sieht weg, hat SEIN Wohlergehen im Auge, nicht das der Schwachen und Hilflosen.

    Und mich fragt man immer wieder mal, warum ich so gegen die Kirchen bin? Man fragte mich noch nie, warum ich so gegen Charakterschweine bin. Würde man mich danach fragen, lautete meine Antwort „Ich bin gegen sie, weil zahllose Menschen unter zahllosen Charakterschweinen im Dienst der Kirchen und deren Tochterfirmen leiden müssen!“ .

    Es gibt den Begriff der 68er, ich gehöre in diese Zeit. Und ich bedauere es zutiefst, dass die Kopfkranken der RAF-Bewegung gegen die falsche Gesellschaftsgruppe agierten. Es gab gerade damals jede Menge Tätigkeitsfelder, die hätten beackert werden müssen. Um die Schützer der Kinderficker und die Schützer der Heimträger vom Kaliber Friesenhof und Stephansstift hätte man sich kümmern sollen. Die Welt würde dann
    vielleicht etwas menschlicher aussehen.

    .

    • dierkschaefer said, on 13. Juli 2016 at 10:39

      Was lernen wir aus dieser „hate-speech“, wenn wir weiter denken als der Autor?
      Charakterschweinen begegnen wir in vielen Positionen – besonders in den gehobenen fallen sie auf. Auch die Heuchelei ist nicht auf die Kirchen beschränkt, – was die Kirchen nicht entschuldigt.
      Ein ketzerischer Gedanke: Könnte es sein, dass sich nur die kleinen Leute Moral leisten können, weil es sie nichts kostet?
      Der Mensch unten ist wohl nicht besser als der Mensch oben. Die oberen haben aber in jeder Hinsicht mehr Möglichkeiten, im Guten wie im Schlechten. Nicht jeder ist der Verantwortung gewachsen.
      Übrigens, so ganz uneigennützig war die Heimkampagne nicht: »Rückblickend ist festzuhalten, dass sich die Vorstellungen der Studentenbewegung, die Heimkampagnen zu einem Instrument des Klassenkampfes zu machen, rasch als illusionär erwiesen. Zu groß waren die Interessengegensätze und lebensweltlichen Differenzen zwischen Studierenden und den von ihnen Aufgenommenen. Die Jugendlichen wehrten sich nach einiger Zeit gegen ständigen Diskussionszwang im Plenum und die Bevormundung durch die Studenten und wollten ihre Angelegenheiten lieber selbst in die Hand nehmen. Umgekehrt waren viele Studenten zutiefst enttäuscht über das fehlende revolutionäre Bewusstsein der Heimjugendlichen. Dass die Heimkampagnen dennoch nicht wirkungslos blieben, lag wesentlich an der enormen öffentlichen Resonanz, die die Aktionen von Beginn an fanden. Im aufgeheizten Medienklima der ausgehenden sechziger Jahre griff eine Flut von Presseberichten, Rundfunk- und Fernsehsendungen das Thema auf und setzte sich gleichfalls kritisch mit den Zuständen in den Erziehungsheimen auseinander.« [ https://de.wikipedia.org/wiki/Heimkampagne ].
      Die Heimkinder ließen sich ebenso wenig instrumentalisieren wie die Arbeiterschaft.

      • ekronschnabel said, on 13. Juli 2016 at 12:16

        Lieber Herr Pastor….
        „Die Heimkinder liessen sich ebenso wenig instrumentalisieren wie die Arbeiterschaft“ – weil die Pittbulls und Rottweiler der Kinder-KZ-Betreiber das zu verhindern wussten! Da gab es statt Frühstück was in die Zähne, da kam Faust, aber nicht von Goethe!
        Sagt Ihnen einer der den ganzen Zirkus damals ebenso erlebte wie Sie. Ich bin zwar zwei gewaltige Jahre jünger wie Sie, habe aber ein gutes Gedächtis…

        Ihr ketzerischer Gedanke hat was, ich sehe aber noch einen anderen Grund: Die kleinen Leute leisten sich
        Moral, weil sie sich (leider) nur zu oft von der Verlogenheit der selbsternannten Moralisten in Kirche und
        Staat verdummen lassen. Obrigkeitshörigkeit nennt man das wohl auch, und auch dagegen gingen wir damals auf die Strassen.

        Die Bildungsbürger soffen die Privilegien bereits mit der Muttermilch. Auch Ihr Berufsstand wirkte fleissig am
        Erhalt der Macht mit, noch heute gibt es (für mich weisse) Flecken, wo Hochmerkwürden die moralische Instanz mit den Honoratioren des Kaffs darstellt. Vonwegen mündige Bürger – als Bürger nie mündig gewesen! Beamtentum und Kirche verhinderten gezielt jede wirkliche Veränderung im Heimwesen. Verständlich, suhlten sich diese erzkonservativen Verhinderer doch in Macht und Privilegien, auch heute noch!

        Was da heute „Heimkampagne“ genannt wird, war zu 90% Theorie der Medien. In der Praxis blieb alles wie
        immer. Die dann erlebten „Reformen“ waren die Bezeichnung nicht wert, das lehrte uns das Erlebte.

        Die Heimkinder hätten sich nur zu gerne instrumentalisieren lassen – wenn da nicht die SS der Bodentruppen
        der KZ-Betreiber wie Diakonie und Caritas gewesen wäre…

      • Werner Bösen said, on 13. Juli 2016 at 12:41

        „Kein Mensch kann beim andern sehen und verstehen, was er nicht selbst erlebt hat“ (Hermann Hesse).
        Studenten, mit elterlicher Liebe zu geistiger Höchstleistung geformt stoßen auf ehemalige Heimkinder, deren geistiges Potential auf unterstem Bildungsniveau veranschlagt wird. Das paßt nicht.
        Mit gleichen Waffen heimzuzahlen, d.h. seelischen Totschlag zu bewirken, ist im Erwachsenenleben nicht mehr möglich. Die mögliche Gefühlsregung, die Scham zu spüren, gelingt scheinbar nur mit jenen Worten, mit denen Heimkinder erzogen wurden und der Vulgärsprache entspricht. Ich versuche es mit Erkenntnissen der Wissenschaften und stelle fest, dass die Bundesrepublik Deutschland bei den Kinderrechten noch ein Entwicklungsland ist und der Einsatz für Minderheiten, was Heimkinder sind, nur ein politisches Schlagwort ist. Kinderheime sind die Kapitulation der politischen Erwachsenenwelt vor der Kinderwelt. Die Politik agiert nach dem Motto: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Doch dort wo die Liebe hinfällt und reifen kann, öffnet sich das ganze Herz und es gibt keinen Minimalismus.

  2. Werner Bösen said, on 13. Juli 2016 at 10:34

    o Solange wir keine Kinderrechte im Grundgesetz haben ist jegliche Kinder- und Jugendhilfeverordnung ein Kurieren an irgendwelchen Symptomen und Flickschusterei.
    o Kinderheime sind keine Familie, auch keine Ersatzfamilie. Kinder unterliegen dem Phänomen seelischen Totschlags von Amts wegen, denn eine Familie ist nicht ersetzbar.
    o Die Liebe als Basis menschlichen Aufwachsens und Gedeihens wird auch von Wissenschaftlern persifliert mit der Bemerkung „Liebe allein genügt nicht!“
    o Die Liebe als Reifungsprozess zu sehen, verstehen selbst viele Wissenschaftler nicht
    o In der politischen Verantwortungskette im RTH-Abschlussbericht wird der Wissenschaft kein Platz eingeräumt
    Wie kann die Politik nur so verlogen sein gegenüber der Kinderwelt und grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren? Sie brauchten es selbst nie zu erleben, ohne Elternteil groß geworden zu sein und im politischen Alterungsprozess braucht es viele Jahre, die Bedeutung von Liebe für das Menschsein zu verstehen. Oft sind Politiker offenbar selbst ihrer Herkunftsfamilie überdrüssig und leugnen selbst für die Schwächsten der Gesellschaft das grundlegende menschliche Bedürfnis nach dauerhafter Liebe und Wertschätzung.


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