Dierk Schaefers Blog

Kinder als Versuchskaninchen

Arzneimittelstudien an Heimkindern kamen angeblich nur selten vor. Das sieht aber anders aus. Die Studie[1] nennt es „ein Versäumnis des Runden Tisches Heimkinder“ und fragt, „warum es der RTH abgelehnt hat, sich mit diesem Thema näher zu befassen.“

Als pauschale Antwort bietet sich an, dass der Runde Tisch unter Vorsitz von Antje Vollmer offensichtlich bemüht war, die Verantwortlichkeiten nicht ausufern zu lassen. Die staatlichen und kirchlichen Heime und ihre Schwarze Pädagogik[2] konnte man schlecht aussparen, dafür aber deren finanzielle Risiken gering halten. Doch für die Medikamentation waren nicht nur die verabreichenden Mitarbeiter der Einrichtungen verantwortlich, sondern große Firmen, die in den Heimen Versuchsreihen starten konnten,[3] Versuchsreihen, die von Medizinern geplant wurden, deren Berufsbiographien in zahlreichen Fällen bruchlos in die Zeit zurückreichten, in denen sie für NS-Verbrechen verantwortlich waren.[4] – Damit hätte man die Pharma-Firmen belastet. Das wollte Frau Vollmer wohl nicht.

Auch im Falle der Zwangsarbeit[5] hat sie abgeblockt und damit heute noch bestehende und renommierte Firmen unter ihren Schutzmantel[6] genommen. [7] [8]

Mir fallen keine unverfänglichen tiefer schürfenden Antworten auf die Frage ein, warum es der RTH abgelehnt hat, sich mit diesen Themen näher zu befassen.

Die Sache mit den Medikamententests an nichteinwilligungsfähigen Personen ist leider ein aktuelles Thema geworden.[9]

Fußnoten

[1] http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-42079/04_Wagner_Heime.pdf

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Pädagogik

[3] https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/02/03/demenz-die-medikamente-dafuer-wurden-an-heimkindern-getestet/

[4] Die „Moderatorin“ des Runden Tisches, die den Begriff Zwangsarbeit nur für Nazi-Zwangsarbeit verwendet sehen wollte. Sie sah darüber hinweg, daß die „Arbeitstherapeuten“ in den Heimen vielfach ehemalige SA-Leute und die Gutachter einschlägig belastet waren. In den Heimen – kirchlich wie staatlich – hatten wir die Fortsetzung des Nazi-Systems. Frau Vollmer in ihrer grün-christlichen Bigotterie hat das nicht bekümmert. Sie sprach zwar von erzwungener Arbeit, bat jedoch die Profiteure nicht zur Kasse und sah völlig darüber hinweg, daß es Zwangsarbeit nicht nur für Jugendliche gab, sondern auch für Kinder. https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/06/17/zwangsarbeit-in-ost-und-west-was-sind-die-unterschiede/

[5] https://dierkschaefer.wordpress.com/2012/05/05/zwangsarbeit-nicht-nur-fur-ikea/

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzmantelmadonna

[7] Die Zwangsarbeit. Eine geringe Pauschalentschädigung als Rentenersatz gibt es, anders als in Irland, bei uns nur für Jugendliche, die Zwangsarbeit leisten mußten, wobei der Begriff Zwangsarbeit peinlichst vermieden wird. Es gibt keine Lohnnachzahlung, weder von den kirchlichen, noch von den staatlichen Einrichtungen, die von der Zwangsarbeit profitiert haben. Auch nicht von der Privatwirtschaft, die gut an den Kindern verdient hat. Es schien wohl nicht opportun, die Betriebe, darunter Firmen mit großer Bedeutung, zwangszuverpflichten. Zwangsarbeit ja, Zwangsentschädigung nein.

Und für die Zwangsarbeit von Kindern gibt es GAR NICHTS. https://dierkschaefer.wordpress.com/2013/07/09/er-ist-ein-priester-du-must-ihm-gehorchen/

[8] Antje Vollmer, Moderatorin des westdeutschen Runden Tisches für ehemalige Heimkinder, mied wie der Teufel das Weihwasser die Anwendung des Begriffs Zwangsarbeit auf die Ausbeutung der ehemaligen Heimkinder (West!) durch respektable Industriebetriebe und einzelne Bauern. Sie wollte den Begriff ausschließlich für die Zwangsarbeit für Nazi-Deutschland gelten lassen. Und so tauchten weder der Begriff noch der Sachverhalt im Abschlußbericht des Runden Tisches auf. Die Nutznießer der Zwangsarbeit wurden nicht nur nicht am Fonds beteiligt, sondern blieben unerwähnt. https://dierkschaefer.wordpress.com/2013/09/29/zwangsarbeit-ost-und-zwangsarbeit-west/

[9] https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/05/25/medikamententests-und-nicht-einwilligungsfaehige-personen-ein-ideales-menschenmaterial/

22 Antworten

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  1. ekronschnabel said, on 20. September 2016 at 14:31

    Man gehe auf die Homepage von Antje Vollmer – und dort trifft man auf die geballte Bigotterie dieser Kirchentante mit grünem Mäntelchen. Warum sie lavierte wie sie lavierte? Sie erhob sich zur Richterin in eigener Sache, die in ihrer Kirchenverbundenheit ruht. Wenn man am RTH ehrlich gearbeitet hätte, wären die
    Verbrechen der Kirchen und deren Drecksfirmen = Heime noch stinkender hervorgetreten. Antje und ihre
    Brüder im Glauben schämten sich keinesfalls, erneut Verbrechen an den Opfern zu begehen. Sie wussten ja, dass man sie nicht juristisch belangen kann. Und moralische Verpflichtungen gegenüber den Opfern der Kirchenganoven? Pipikram, da steht man drüber, ging und geht doch nur um Heimkinder. Medikamentenversuche, na und? Scheissegal, ob ein paar mehr oder weniger dieser Heimbastarde verrecken oder nicht, die Jugendämter sorgten schon dafür, dass neue Sex- und ZwangsarbeiterInnen nachgeliefert wurden!

    „Was wollt ihr eigentlich noch von mir?“ fragt die Vollmer heute. Die muss ihre Pfoten nicht mal in Unschuld waschen,das Weib trug schon am RTH Gummihandschuhe und Fischerstiefel, weil sie genau wusste, dass sie am Ende ihrer „Moderation“ bis zu den Hüften in der Scheisse steht, die sie und die anderen Knilche aus der Ecke der Täternachfolger anrührten.

    Die Frau Ex- und hopp – Bundestagspräsidentin…ein herrliches Beispiel für bigotte, größenwahnsinnige, menschenverachtende und ekelhaft auftretende,abgebrühte Kirchenleute. Stalin, dessen krankes Denken und Handeln ich verabscheue, lag aber in einem Punkt richtig: Weg mit allem, was KIRCHE heisst!

    • dierkschaefer said, on 20. September 2016 at 15:03

      Das ist nett, lieber Herr Kronschnabel, dass Sie die Kirchenleute, die Sie meinen, genauer beschreiben. Das ist eine in welchem Umfang auch immer begrenzte Gruppe. Das lässt den Möglichkeit offen, dass es darüber hinaus auch anständige Leute geben könnte. Ich kenne viele davon, und sie verstehen sich als Kirche.

      • ekronschnabel said, on 20. September 2016 at 19:53

        Lieber Herr Schäfer, ich dachte, wir hätten unter uns mein Verständnis zur Kirche und einzelnen Gläubigen
        geklärt?! Sie ziehen sich immer Schuhe an, die nicht für Sie hingestellt wurden…
        Helmut Jacob schrieb richtig: Wir sehen immer nur einen, der öffentlich auf der Seite der Schwachen steht.

        Von Ihren Amtsbrüdern lese ich nichts, denen sind die Dinge um Schmutzkirche und Repräsentanten wie die der EKD (Wissende übersetzen EKD so: EisKalteDrecksäcke) so ziemlich scheißegal, denn sie erheben ihre Stimmen nicht gegen Menschenverachtung und Unrecht. Wozu steigen diese Kirchenmänner überhaupt auf die Kanzeln???

        Wenn ich in einem Verein bin, dessen Vorsitzende sich als Schmierlappen zeigen, verlasse ich den Verein –
        aber erst dann, nachdem ich die Schmierlappen als solche dargestellt habe. Kann Pastor X. nicht, auch klar. Aber aus Furcht schweigen ist einfach erbärmlich. SOLCHE Fuzzis sollen sich nicht „Seelsorger“ sondern
        Selbstversorger nennen.

        Sie müssen Ihre Kirche nicht verteidigen, Sie verteidigen schon die Rechte der Schwachen.

      • dierkschaefer said, on 20. September 2016 at 21:00

        Die Schuhe habe ich mir nicht angezogen, lieber Herr Kronschnabel, ich fische auch nicht nach Komplimenten, sehe aber in dieser Pauschalität Kollegen verunglimpft, die einen ordentlichen und möglichst ehrlichen Job machen. Sie sehen sich halt hauptsächlich an ihre Gemeinde verwiesen, da dürfte es genug Probleme sozialer Art geben. Die müssen sich nicht auch noch um ehemalige Heimkinder kümmern, es sei denn, sie würden persönlich in ihrer Gemeinde damit konfrontiert. Natürlich gibt es Dumpfbacken, wie Herr Jacob seinen Gemeindepfarrer erlebt hat. Durchaus kritisch formuliert: Eine Kirchengemeinde will häufig so etwas wie eine Wohlfühlgemeinde sein. Dies zu pflegen ist eine nicht gering zu schätzende Aufgabe des Gemeindepfarrers und es kann ihn völlig ausfüllen. Wenn ich mich richtig entsinne, ergaben Umfragen unter Pfarrern im Schnitt eine knapp 70-Stunden-Woche. Ob die 70 Stunden immer richtig investiert sind, ist eine andere Frage. Manche Kollegen haben einen Kirchengemeinderat am Hals, der sie nicht nur kaum Luft schnappen lässt, sondern sie auch noch mit Wünschen drangsaliert, denen sie ehrlicherweise nicht nachkommen können. Es ist nicht mein Verdienst, dass ich mich nie habe anpassen müssen. Doch während meines Vikariats hatte ich mit Pietkong zu tun, die meinten, sie müssten nach der Predigt in der Sakristei meinen Glauben überprüfen. Ich hatte das Glück, immer „sonder“ zu sein: Sondervikariat, Sonderpfarrer für die Polizei und Sonderpfarrer an der Akademie. Da wird man zum „Sonderling“, wohl auch zum Leidwesen meiner Kirche, die Wert darauf legt, dass solche Sonderberufsverläufe nicht mehr vorkommen. Und dieser Sonderpfarrer i.R. publiziert auch noch im Pfarrerblatt. http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/index.php?a=show&id=4128 Aber Sie wollen ja ihren Focus nicht wechseln.

  2. Helmut Jacob said, on 20. September 2016 at 15:37

    Dass Vollmer und andere moralische Dreckspatzen dieses Thema nicht an den RTH gelassen haben, ebenso nicht das Thema „Behinderte Heimkinder“ und „Zwangsweise in die Psychiatrien Eingewiesene“ ist verständlich. Der Dreckhaufen würde so hoch wachsen, dass der gesamte RTH in der Scheiße ersticken würde. Die Dame wusste genau, wo es heikel wird. Und die Kirchenadvokaten ebenso. Dabei haben sie sich dreier, völlig überforderten „Heimopfervertreter“ bedient, die nicht einmal erwünscht waren. Sie haben diese drei für ihre schmutzigen Machenschaften missbraucht. Hätten sie diese Themen aufgearbeitet, wären Milliarden auf Staat, Länder und Kirchen zugekommen. Sie hätten sich in ihrer moralischen Verkommenheit nicht mehr hinter 10.000,-€ verschanzen können.

    Übrigens, lieber Herr Schäfer, das mit den anständigen Talarträgern glaube ich Ihnen gerne. Aber die haben den Weg Christi sicher nicht so ganz aufmerksam verfolgt. Der stand auf der Seite der Schwachen und hat auch seinen Mund gegen Pharisäer aufgemacht. Ich sehe immer nur einen, der öffentlich auf der Seite der Schwachen steht. Sie tragen, wenn Sie es noch tun, dieses schwarze Gewand zurecht.

  3. ekronschnabel said, on 20. September 2016 at 21:39

    @ dierkschaefer

    Ich war mal so blöde, meinen Focus zu wechseln – und bekam prompt einen Beutel mit Dreck draufgeworfen…von den Täternachfolgern!Die hielten Anstand für SCHWÄCHE! Das war der Auslöser, um zum Gossenjargon überzuwechseln. Und die Gossenjungs aus den oberen Etagen der Mafia mit Kreuz im Logo begriffen, dass da einer ihren (gedanklichen!) Jargon versteht und beherrscht. Die Ergebnisse kennen Sie und die Opfer, die ich als Beistand vertrat. Frage an Sie: WER ist da die arme Sau…wer stellte sich ein Armutszeugnis aus?

    70 Wochenstunden sind für jeden Unternehmer eine Selbstverständlichkeit – und wenn ich in der Branche der
    Heilsbringer unterwegs bin, lamentiere ich darüber nicht. Jeder Großkranfahrer bringt eine 70 Stunden-Wochenleistung, mit geringerer Entlohnung als sie ein Pastor bekommt! Mein Mitleid mit beamtenähnlich alimentierten und abgesicherten Pastoren/Pfarrern hält sich in engsten Grenzen. Wenn sich einige Ihrer Kollegen verunglimpft fühlen, dann frage ich die, ob sie wissen, wie verunglimpft sich die Kirchenopfer heute
    SCHON WIEDER

  4. ekronschnabel said, on 20. September 2016 at 21:39

    @ DIERKSCHAEFER

    • ekronschnabel said, on 20. September 2016 at 21:51

      Techniksalat, meine Kiste spinnt…also nochmals als Fortsetzung:

      ….Wenn sich einige Ihrer Kollegen verunglimpft fühlen, dann frage ich die, ob sie wissen, wie verunglimpft sich die Kirchenopfer SCHON WIEDER fühlen, nachdem diese RTH-Farce mit ihnen abgezogen wurde. Ihnen muss niemand erklären, WER die Initiatoren dieser Opferverhöhnung waren.

      Die gesamten Medien griffen die Verbrechen an den Heimkindern auf. Und nur Ihre Kollegen fühlten sich nicht angesprochen? Geht gar nicht, lieber Herr Schäfer, ist einfach zu billig. Ich hatte Diskussionen mit solchen
      „Seelsorgern“, ich erinnere mich auch noch gut an Ihren erzkonservativen Kollegen aus dem Black Forest-
      Gebiet,der auf mich los ging. Nee, Herr Schäfer, diese Sorte Pastor braucht kein Mensch.

      • dierkschaefer said, on 20. September 2016 at 21:59

        Manche Dinge, lieber Herr Kronschnabel, muss man einfach so stehen lassen und hoffen, dass sich die richtigen Leute angesprochen fühlen.

  5. Werner Bösen said, on 21. September 2016 at 09:04

    Es geht nicht nur um Arzneimittelstudien. Als Heimkind hatte ich mich für alles zur Verfügung zu stellen was die Erzieherwelt von mir erwartete. So mussten sich Heimkinder in einem Bürgerhaus bei einem medizinischen Fachforum bis auf die Unterhose ausziehen und sich nacheinander auf einen Tisch stellen. Ein Mediziner bzw. Mann in weißem Kittel erzählte dann etwas über den kindlichen Körperbau und entkleidete dazu einige Kinder komplett. Anschließend wurden wir mit einer Tafel Schokolade „entlohnt“.
    Eine Steigerungsform von Erniedrigung gibt es nicht. Wenn der Staat Elternersatz spielt, dann bemächtigt sich der Staat in Vertretung ihrer Fachvertreter über die „Anliegen“ des Staates. Ein Staat kann jedoch die Elternrolle persönlich nicht wahrnehmen, da er nur ein Herrschaftsgebilde und Rechtssystem ist. Kraft fehlender Kinderrechte im Grundgesetz verteilt sich die Interessenslage über ein Kind auf viele „Herrschaftsdiener“. Ein Elternersatz bleibt dem Kind in einem Kinderheim verwehrt, denn ein Kinderheim ist keine Familie, wie auch David Archard in seinem Werk Children Rights and Childhood, 3. Auflage 2015 feststellt.
    Was soll nun ein Interessensvertreter wie Frau Vollmer ernsthaft hier bewirken? Ihr Auftrag als Vertreterin von Staatsinteressen ist es Schaden vom Volk abzuwenden. Dazu stellt sie den Schaden fest und versucht die Kosten für den heutigen Staat so gering wie möglich zu halten. Es macht nach Schadensfeststellung keinen Sinn darüber zu fachsimpeln, welche Steigerungsformen und Abarten es von Erniedrigung, Folter, sexuellem Missbrauch gibt. Das befriedigt bestenfalls das Neugierinteresse von Außenstehenden. Die Schadenshöhe legen sodann nicht die Opfer fest, sondern die Nachfolgeorganisationen der Täter. Und hier spricht Frau Vollmer als Beauftragte des Staates für den Staat und das sind wir alle. Es bleibt dann nur für sie zu klären, wie sie dem beidseitigen Interesse gerecht werden kann, zur Wahrung der Friedenspflicht. Nicht unerwähnt möchte ich die Tatsache lassen, dass Frau Vollmer ihren Auftrag terminiert hatte, d.h. der Abschlussbericht wurde Ende 2010 in Aussicht gestellt und auch realisiert. Politisches Interesse ist es also auch innerhalb einer zuvor festgelegten Zeit einen Abschluss zu finden. Der Abschlußbericht des RTH in der Verantwortung von Frau Vollmer zeigt ja, wo noch die heutigen Defizite in der Heimerziehung liegen. Und da gilt es anzusetzen. Aus meiner Sicht eines ehemaligen und langjährigen jungen Heimkindes entnehme ich dem Abschlußbericht, dass an den Grundübeln keine Änderung sichtbar ist. Kraft fehlender Kinderrechte expressis verbis im Grundgesetz ist weiterhin Tür und Tor geöffnet für sexuellen Mißbrauch, die Täter müssen nun nur noch etwas vorsichtiger sein. Kinderheime bleiben für verwaiste Kleinkinder weiterhin für den Staat die erste Wahl, obwohl Wissenschaftsvertreter klar feststellen, dass Kinderheime keine Familien sind. Die Herausforderung heißt demnach Zukunftsgestaltung unter Kenntnis der Geschichte. Nun wurde eine sog. Aufarbeitungskommission gegründet, die für mich staatlichem Zeitvertreib entspricht zur Bedienung von „Hofnarren des Königs“. Die „Letzten beißen die Hunde“ und die Letzten müssen sehen wie sie mit diesen Bissen überleben. Heimkinder bleiben eine Minderheit in der Gesellschaft und der Staat toleriert sie in seinem Sinne und da reicht es, sie überleben zu lassen.

  6. Walter P. said, on 26. September 2016 at 13:52

    Sicher sind Heimkinder eine Minderheit, doch trozdem sollten sie nicht an den Rand der „Gesellschaft“ gedrängt werden.
    Auch zu diesem Thema gibt es Hinweise das die „Gesellschaft“ Bescheid wusste.
    Und die Geschichte wiederholt sich immer. Die Gesellschaft blickt immer weg und solidarisiert sich nicht, weiter hält sie es nicht für nötig den Oberen mal auf die Finger zu klopfen.
    Und weil sie so agiert, sind solche Schweinereien erst möglich.
    Vieleicht lernt die Gesellschaft wenn sie für ihre Feigheit bezahlen muss, selbstverständlich auch neben den anderen Verursachern.

  7. Werner Bösen said, on 29. September 2016 at 14:33

    Minderheiten wie Heimkinder bewegen sich am Rande der Gesellschaft, gelten als stigmatisiert. Die Politik hört ja zuweilen auf die Wissenschaft, doch wehe die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind mit kaum übersehbaren Kosten verbunden. Psychologische Fachvertreter wissen schon lange, dass Kleinkinder zumindest eine dauerhafte Bezugsperson benötigen. Noch immer sind Kleinkinder in Kinderheimen und werden von Amts wegen geprüft, ob sie auch familientauglich sind. Im obigen Beitrag zitierte ich einen philosophischen Fachvertreter, der in seinem Werk auch auf die möglichen Kosten seiner Empfehlungen hinweist und die daher nicht jeder Staat umsetzen kann bzw. will. Doch Deutschland hat Geld, sogar sehr viel Geld , nur die Prioritäten werden anders gesetzt.

  8. Martin MITCHELL said, on 5. Oktober 2016 at 13:52

    .
    Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

    Mit Bezug auf Berichte und Aussagen ausgehend vom Evangelischen Pressedienst veröffentlichte das Hamburger Abendblatt schon vor 12 Monaten einen aufschlussreichen Artikel zu diesem Thema, eine Veröffentlichung die auch weiterhin hier festgehalten ist: http://www.abendblatt.de/region/niedersachsen/article205793077/Wurden-Medikamente-an-Bremer-Heimkindern-getestet.html?service=mobil

    ANFANG DES ZITATS DES SEINERZEITIGEN BERICHTS.

    24.9.2015

    BREMEN/DÜSSELDORF

    [ Symbolfoto ]
    Symbolfoto-Beschriftung: In westdeutschen Erziehungsheimen hätten anscheinend verschiedene Firmen flächendeckend Medikamente wie Psychopharmaka ausprobiert, sagt die Doktorandin Sylvia Wagner (Symbolfoto)

    Wurden Medikamente an Bremer Heimkindern getestet?

    Düsseldorfer Forscherin [Silvia Wagner] untersucht Vorgänge in den 50er bis 70er Jahren. Spur führt zu ehemaligen Rotenburger Anstalten in Bremen.

    Bremen/Düsseldorf. – Nach dem Krieg waren Bewohner geschlossener Heime in Deutschland offenbar Opfer von Medikamentenmissbrauch und pharmazeutischen Versuchsreihen.

    Indizien und einen Präzedenzfall hat die Düsseldorfer Doktorandin Sylvia Wagner (51) in den ehemaligen Rotenburger Anstalten bei Bremen gefunden. In westdeutschen Erziehungsheimen hätten anscheinend verschiedene Firmen flächendeckend Medikamente wie Psychopharmaka ausprobiert, sagte Wagner am Donnerstag in Rotenburg. Mit der Forschung dazu stehe sie noch „ganz am Anfang“, das Thema sei schwierig und brisant.

    Wagner recherchiert zurzeit in den jetzigen Rotenburger Werken der Inneren Mission [ d.h. im Verbund der Diakonie – MM ] für eine Dissertation zum Thema „Medikamenteneinsatz in Erziehungseinrichtungen der BRD in den 1950er bis 1970er Jahren“. DIE ARBEIT SOLL BIS ANFANG 2017 IM FACHBEREICH GESCHICHTE DER PHARMAZIE AN DER UNIVERSITAT DUSSELDORF VORLIEGEN. Die Werke seien kooperativ und hätten selbst ein Interesse an der Aufarbeitung. Es sei gut, dass es hier überhaupt Akten gäbe: „Das ist oft nicht der Fall.“

    Den Opfern sind Wagner zufolge oft verschiedene Pharmazeutika gleichzeitig in häufig viel zu hoher Dosierung verabreicht worden. Die Werke seien in dieser Hinsicht aber nur eine Einrichtung unter vielen. „Das hat größere Dimensionen.“

    Die Wissenschaftlerin ist über einen ehemaligen Bewohner auf die diakonische Einrichtung aufmerksam geworden, in der heute knapp 1.600 Beschäftigte etwa 1.130 Bewohner begleiten. Der heute 56-Jährige war elf Jahre in den Rotenburger Anstalten für geistig behinderte Menschen, obwohl er gar nicht behindert war. „Wegen familiärer Probleme, meine Eltern waren ja nicht verheiratet, ich war ein uneheliches Kind, hielt man es für nötig, mich in einem Heim unterzubringen“, sagte er dem Deutschlandfunk.

    Unter dem Medikamentenmissbrauch und der damals ihm gegenüber ausgeübten auch sexuellen Gewalt leide er bis heute, sagte der Mann, der mittlerweile in Berlin lebt. Die Erlebnisse in den Rotenburger Anstalten seien ihm „in den Knochen steckengeblieben, das werde ich auch mit in mein Grab nehmen“.

    Forschungsteam soll Vorwürfen ehemaliger Bremer Heimkinder nachgehen

    Zeitgleich zu den Recherchen von Wagner will ab November ein dreiköpfiges Forschungsteam Vorwürfen ehemaliger Rotenburger Heimkinder nachgehen, die von zum Teil massiven Gewalterfahrungen berichten. Das solle durch Aktenstudium und Interviews geschehen, erläuterte der Bielefelder Historiker Karsten Wilke. Die Studie soll dann im Sommer 2017 vorliegen.

    Die historische Aufarbeitung liege der Einrichtung sehr am Herzen, sagte die Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, Jutta Wendland-Park. Nur so könnten Gegenwart und Zukunft gut gestaltet werden. „Wir bitten alle um Entschuldigung, die Leid und Unrecht erfahren haben“, fügte die leitende Theologin hinzu. „Wir sind beschämt und werden alles tun, um das aufzuarbeiten.“ Das müsse jetzt geschehen, um die Zeitzeugen zu hören. Es gebe jetzt Fragen, „die wir vor ein paar Jahren noch nicht hatten“.

    (epd) [ Der Evangelische Pressedienst (epd) ist eine unabhängig arbeitende Nachrichtenagentur, die von der evangelischen Kirche getragen wird. – MM ]

    ENDE DES ZITATS DES SEINERZEITIGEN BERICHTS.

    Siehe diesbezüglich auch den aufschlussreichen Artikel in der ROTENBURGER RUNDSCHAU vom 26. September 2015, betitelt »Illegale Medikamententests?« @ http://www.rotenburger-rundschau.de/lokales/rotenburg-wuemme/rotenburger-werke-arbeiten-duestere-seite-der-geschichte-auf-von-dennis-bartz-113730.html
    .

  9. ekronschnabel said, on 5. Oktober 2016 at 18:59

    Ich hatte Kontakt mit einem ehemaligen Opfer der Rotenburger Anstalten, der Mann lebt heute in Berlin.
    Als ich mit ihm Kontakt hatte, gab es den heute erkennbaren Wandel im Denken der Führungskräfte der
    Rotenburger Anstalten noch nicht. Der damalige Vorstand und seine Helfershelfer versuchten noch, die früheren Sauereien schönzureden.

    Es ist erfreulich, dass man inzwischen auch auf Menschen in Führungspositionen trifft, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und die Fehler der Vergangenheit nicht schönreden. Dieses idiotische Schönreden und Bagatellisieren durch EKD, Landeskirchen und Heimbetreiber sorgte für den Hass der
    Opfer. Mir geht immer noch das Messer in der Tasche auf, wenn ich an die Großkotzigkeit und Borniertheit
    der Typen aus den Kreisen der Täternachfolgeinstitutionen denke, als die ersten Anklagen kamen.

    Es geht also auch anders, wie die Rotenburger jetzt beweisen. Mich freut das und ich habe Respekt vor diesen Menschen, die Verantwortung für die Schweinereien früher Zeiten erkennen und zeigen.

  10. Martin MITCHELL said, on 12. Oktober 2016 at 02:13

    .
    Siehe diesbezüglich auch die weitere Stellungnahme von Dierk Schäfer vom 05.10.2016, um 18:47 Uhr betitelt »Es geht nicht um das Ob von Medikamentenversuchen an Kindern und Jugendlichen, denn daran besteht kein Zweifel. Es geht um das Ausmaß – und das soll verheerend sein.« @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/10/05/es-geht-nicht-um-das-ob-von-medikamentenversuchen-an-kindern-und-jugendlichen-denn-daran-besteht-kein-zweifel-es-geht-um-das-ausmass-und-das-soll-verhehrend-sein/
    .

  11. Martin MITCHELL said, on 12. Oktober 2016 at 02:15

    .
    Ich dokumentiere dies jetzt mal auch hier zum Zwecke der Vollständigkeit (ich hatte es schon einige Zeit vor der Sendung zur vorherigen Bekanntgebung vorbereitet).

    Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

    ANFANG DES ZITATS EINES AUFSCHLUSSREICHEN BERICHTES AUS DEM NORDEN DEUTSCHLANDS.

    NDR.de – Schleswig Holstein
    Stand: 11.10.2016 05:00 Uhr – Lesezeit: ca.6 Min.

    Medikamenten-Studien mit Schleswiger Heimkindern

    [ @ http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Medikamenten-Studien-mit-Schleswiger-Heimkindern,heimkinder168.html ]

    von Eike Lüthje, Stefan Eilts [ siehe sein Profil @ http://www.ndr.de/wellenord/wir_ueber_uns/eilts150.html ], ConstantinGill [ siehe sein Profil @ http://www.ndr.de/wellenord/wir_ueber_uns/gill124.html ]

    Wie sehr sich Franz Wagle überwinden muss, an diesen Ort zurückzukehren, zeigt sich erst später. Sein rauer Humor, seine körperliche Präsenz lassen ihn – trotz Gehstocks – selbstsicher wirken. Wagle war ein Heimkind, hat viele Einrichtungen erlebt. Auch im früheren Landeskrankenhaus Schleswig war er mehrmals. Nach 37 Jahren betritt er das Grundstück zum ersten Mal wieder. Zwischen den Backsteinbauten und Grünflächen kommen die Erinnerungen hoch: Säfte und Tabletten habe er bekommen, ohne sich krank zu fühlen. „Du bist festgehalten worden, Nase zugehalten, Tablette rein“, sagt Wagle. Die Wirkung der Tabletten? Er sei „nicht mehr Herr seiner Sinne“ gewesen und habe nicht gewusst, welcher Tag gerade war. Auch an EEG-Untersuchungen und Spritzen erinnert er sich. Später an diesem Tag wird er sagen, ihm hätten sich bei seinem Besuch in Schleswig die Nackenhaare aufgestellt.

    [Fotos zeigen Franz Wagle – heute und damals]

    Was ihm in Schleswig damals passiert sein könnte, hat Wagle erst Jahrzehnte später, im Gespräch mit anderen ehemaligen Heimkindern, einordnen können. Sie berichteten teilweise von ähnlichen Erlebnissen. Der Verdacht kam auf: War Wagle in Schleswig Teil von medizinischen Versuchsreihen?

    50 Versuchsreihen in ganz Deutschland

    Für seinen konkreten Fall lässt sich das bislang nicht sicher belegen. Dass es medizinische Studien in Heimen und auch in Schleswig gegeben hat, bestätigt nun aber erstmals eine wissenschaftliche Untersuchung. Die Krefelder Pharmazeutin Sylvia Wagner hat umfangreich Archive und historische Fachzeitschriften ausgewertet, in denen die Mediziner damals ihre Ergebnisse publizierten.

    In einem Fachartikel hat Wagner nun erste Ergebnisse veröffentlicht [ siehe @ http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-42079/04_Wagner_Heime.pdf ]. Insgesamt hat sie bundesweit Belege für etwa 50 Versuchsreihen gefunden, die bis in die 70er-Jahre in deutschen Heimen durchgeführt wurden. Auf Grundlage dieser Ergebnisse hofft sie, Zugang zu weiteren Archiven zu bekommen.

    Zwei der rund 50 Studien lassen sich ins Landeskrankenhaus Schleswig zurückverfolgen. In der jugendpsychiatrischen Abteilung erprobte damals ein mittlerweile verstorbener Arzt zwei Medikamente. 1966 berichtete er in einer Fachzeitschrift von seinen Erfahrungen mit „Haloperidol“. Das Medikament gibt es bis heute. Es wird bei Psychosen und schizophrenen Syndromen eingesetzt, zum Beispiel wirkt es gegen Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. Das Medikament war seit 1958 auf dem Markt.

    Versuche mit Psychopharmaka in Schleswig

    In Schleswig startete der Mediziner einen Versuch mit 65 Kindern und Jugendlichen ab drei Jahren, bei denen „Zustände geistig-seelischer Behinderung im Sinne des Schwachsinns“ festgestellt worden waren. Er wolle untersuchen, ob Haloperidol auch bei „psychomotorischen Erregungen“ seiner Patienten eine Wirkung habe, hielt der Arzt in seiner damaligen Publikation fest. Offenbar sollte die sedierende, stark beruhigende Wirkung des Stoffes erforscht werden. Das Ergebnis der Studie: Der Wirkstoff helfe vor allem gegen „psychische Erregungszustände mit Neigung zu Aggressionen und Selbstbeschädigung“ und auch bei „exzessiver Masturbation.“ auch bei „exzessiver Masturbation.“

    In einer zweiten Versuchsreihe testete der gleiche Mediziner 1969 den Wirkstoff Encephabol, der eine Leistungssteigerung des Gehirns bei „antriebsarmen Kindern (…) mit Hirnschäden“ bewirken sollte. Das Mittel wird bis heute bei Demenzerkrankungen oder Konzentrationsstörungen eingesetzt. In Schleswig bekamen gleich 300 „geistig-seelisch entwicklungsbehinderte“ Kinder den Wirkstoff als Saft verabreicht. Die Ergebnisse interpretierte der Mediziner positiv: Das Intelligenzniveau sei in günstigen Fällen um bis zu zehn Prozent angehoben worden.

    ZITATE AUS DEN FACHAUFSÄTZEN ZU DEN VERSUCHSREIHEN [ingesamt fünf Auszüge aus diesen damaligen Schriftsätzen werden hier wiedergegeben! – der erste Auszug lautet:]
    „Bei diesem Versuch (mit Haloperidol, d.Red.), dem bisher 65 Heranwachsende im Alter von 3-18 Jahren unterzogen wurden, die mehr oder weniger ausgeprägte Zustände geistig-seelischer Behinderung im Sinne des Schwachsinns zu erkennen gaben, stellten wir uns folgende Fragen:“
    [für alle weiteren Auszüge siehe das ORIGINAL]

    Für die Forscherin Sylvia Wagner ist das Vorgehen des Arztes in Schleswig bedenklich. Vor allem zwei Zitate aus dessen Studien stoßen ihr auf. So schreibt der Mediziner in einer Studie, er wolle klären, ob das Mittel toxische Eigenschaften hat. Und bei der anderen Testreihe geht es ihm auch darum, „die Grenzen der Medikation“ sowie eventuelle Nebenwirkungen kennenzulernen. „Das sind ganz klare Versuchsbedingungen“, interpretiert Wagner die schriftlichen Schilderungen des Arztes: „Es wurden EEG-Untersuchungen gemacht, es wurden Blutbildkontrollen gemacht, die Leberwerte wurden untersucht, Harnwerte bestimmt. Das sind ganz klar keine therapeutischen Maßnahmen, sondern Versuchsbedingungen.“

    Auch für Professor Philipp Osten, Medizin-Ethiker am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, waren die damaligen Patienten „Probanden eines Pharmaversuches.“ Zwar sei Encephabol als Wirkstoff eher unproblematisch – den Einsatz des stark sedierenden Haloperidols sieht er aber kritisch. Leider seien solche Mittel in Heimen damals nicht ungewöhnlich gewesen.

    Rechtliche Bewertung ist schwierig

    Wie aber sind die Versuchsreihen rechtlich zu bewerten? Diese Frage lässt sich mit den bisher bekannten Fakten nicht eindeutig klären. Ein gesetzliches Zulassungsverfahren für Medikamente gab es damals noch nicht. Allerdings weist Medizin-Ethiker Osten auf berufsständische Regeln wie den „Nürnberger Kodex“ hin, der auch damals medizinische Versuche verbot, wenn keine Einwilligung der Betroffenen vorlag. Hinweise auf eine solche Einwilligung durch Eltern oder gesetzliche Vertreter der Kinder hat die Pharmazeutin Wagner für die Schleswiger Fälle bislang jedenfalls nicht gefunden. Der „Runde Tisch Heimerziehung“, der in Berlin die Geschichte der deutschen Kinderheime aufgearbeitet hat, hatte keine Kenntnisse von solchen Versuchsreihen. Er hielt aber fest: Sollte es entsprechende Tests gegeben haben, könne das eine schwere Körperverletzung darstellen. Die Fälle wären aber heute verjährt.

    Sozialministerium will Aufarbeitung vorantreiben

    Der Verein der Heimkinder in Schleswig-Holstein fordert nun, die Geschehnisse aufzuklären und aufzuarbeiten. Unterstützung bekommen die Mitglieder von Wolfgang Dudda. Der Abgeordnete der Piratenpartei hat einen Antrag in den Landtag eingebracht und fordert darin auch eine Entschädigung: „Was den Heimkindern in Schleswig angetan worden ist, ist moralisch und ethisch so entsetzlich, dass sich alleine daraus schon eine Bringschuld für eine Wiedergutmachung durch das Land ergibt.“

    Im Kieler Sozialministerium kennt man die Schilderungen der ehemaligen Heimkinder. Allerdings seien die entsprechenden Akten in Schleswig nicht mehr vorhanden, so Staatssekretärin Anette Langner. Welche Heimkinder konkret welche Mittel bekommen haben, lasse sich nicht nachvollziehen. Das Ministerium setze sich aber für eine wissenschaftliche Aufarbeitung ein. Und ab 2017 können Betroffene Gelder aus einem Entschädigungs-Fonds beantragen. Im Maximalfall erhalten sie 9.000 Euro und außerdem eine Renten-Ersatzleistung von bis zu 5.000 Euro.

    ENDE DES ZITATS EINES AUFSCHLUSSREICHEN BERICHTES AUS DEM NORDEN DEUTSCHLANDS.

    Das Ganze kannn man sich auch in einem dazugehörenden Interview anhören (Länge: 3 Min. 4 Sek.), zu dem es in folgendem einleitenden Text heißt:

    ANFANG DES ZITATS DER DAZUGEHÖRENDEN DIESBEZÜGLICHEN PROGRAMM-VORHERSAGE DES NDR.

    Heimkinder berichten: Medizin gab es zwangsweise

    NDR 1 Welle Nord – Guten Morgen Schleswig-Holstein – 11.10.2016 06:40 Uhr

    In den 50er bis 70er-Jahren sind in Schleswig Psychopharmaka an Heimkindern getestet worden. NDR Redakteur Stefan Eilts hat in dem Fall recherchiert. Er spricht darüber mit Moderator Jan Bastick.

    Schleswig-Holstein Magazin

    Mehr zu diesem Thema erfahren Sie heute Abend ab 19.30 Uhr im Schleswig-Holstein Magazin.

    ENDE DES ZITATS DER DAZUGEHÖRENDEN DIESBEZÜGLICHEN PROGRAMM-VORHERSAGE DES NDR.
    .

  12. Werner Boesen said, on 13. Oktober 2016 at 19:45

    Und was lernen wir daraus? Meine Schlussfolgerung: Kinder bleiben Versuchskaninchen, denn es gibt keine Kinderrechte, so dass Kinder selbst kein Veto einlegen können, da das Elternrecht nach Artikel 6 Grundgesetz das höherrangige Durchgriffsrecht ist. Und wenn Eltern fehlen, dann ist der Staat mit seiner Bürokratie und seinen Verwahranstalten zuständig. Denn Verwahranstalten, auch Kinderheime genannt, sind keine Familien, die Privatsphäre und elterliche Autonomie bieten. Kinder, die in einer Verwahranstalt in ihrem Reifungsprozeß der Liebe kalt gestellt werden, gehen auf jegliche Belohnungspotentiale staatlicher Stellen ein, zuweilen hilft eine Tafel Schokolade, die ich als Dankeschön für eine öffentliche Leibesvisitation vor medizinischem Fachpublikum erhielt.

  13. Martin MITCHELL said, on 17. Oktober 2016 at 05:26

    .
    ● Medikamententests und jedliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern!

    SLIGHTLY OFF-TOPIC

    Vorgestellt habe ich mich ja schon vielfach über die vielen Jahre meiner Anwesenheit hinweg auch auf diesem DIERKSCHAEFER.WORDPRESS.COM-Blog. Zusätzlich stelle ich jetzt auch – aus gegebenen Anlass (der seinen Ursprung in einem anderen Forum hat) – auf alle Plattformen wo ich im Internet tätig bin (zugeschnitten auf jede jeweilige Internetplattform), folgenden Hinweis:

    Für alle die es interessiert.

    Ich nutze diesen DIERKSCHAEFER.WORDPRESS.COM-Blog, sowie jedes andere Forum und jede Social Network Site wo ich mich betätige, *ausschließlich zu Bildungs- und Lehrzwecken* aller dort Anwesenden über die DIE SCHMERZHAFTE NACHKRIEGSDEUTSCHE GESCHICHTE DER ʹKINDER UND JUGENDHILFEʹ (jahrzehntelang noch „JUGENDWOHLFAHRT“ genannt); und alle Beiträge, die ich jeweilig wo auch immer diesbezüglich tätige und zur Diskussion stelle und jedwede Diskussion an der ich mich beteilige oder die ich versuche anzukurbeln, dienen *ausschließlich diesem Bildungs- und Lehrzweck*; und ich habe nicht vor irgend etwas daran zu ändern.

    Ich betreibe nirgens Werbung und beziehe nicht den geringsten finanziellen Gewinn aus dieser meiner *Aufklärungsarbeit*/*Bildungsarbeit* mit der ich jetzt schon dreizehn Jahre lang beschäftigt bin: innerhalb meinen eigenen beschränkten persönlichen Möglichkeiten, Wissen und Können (auch meinem nicht so voll ausgeprägten deutschsprachlichen Können).

    *Meine Arbeit und wie ich sie ausführe ist überall hochgeschätzt*, aber natürlich nicht von jedem, insbesondere nicht von denjenigen die etwas zu verbergen, zu verschweigen und zu verschleiern haben. Gegen Drohungen von Letzteren, und denjenigen die sich mit ihnen verbunden fühlen, jedoch bin ich völlig immun.

    Gezeichnet

    Martin MITCHELL
    .

  14. Martin MITCHELL said, on 20. Oktober 2016 at 23:41

    .
    Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

    Hier stelle ich euch mal den Fragebogen zu der gerade erst (Ende 2015/Anfang 2016) begonnenen Studie über die »Medikamentenversuche an Heimkindern« ein; da findet sich auch die Adresse der dazu forschenden Doktorantin Frau Silvia Wagner.
    Wir sollten alle nachfragen, denn mich beschleicht so das Gefühl, der Sumpf ist deutlich tiefer, als geahnt.

    FRAGEBOGEN-MEDIKAMENTE.PDF
    http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Attachment/27964-Fragebogen-Medikamente-pdf/ (63.61 KB)

    *Wer selbst persönliches Wissen was dieses Thema betrifft hat, sollte dies unbedingt kund tun.*
    .

    • Werner Boesen said, on 21. Oktober 2016 at 14:27

      der Sumpf wird nicht mehr zu ergründen sein. Was weiß ich als kleines Heimkind im Alter von 8 bis ca. 13 Jahren, was mir alles untergejubelt wurde. Ich erinnere mich an einen sechswöchigen Krankenhausaufenthalt als ich Penicillin verabreicht bekam zur Behandlung meiner schweren Mumpserkrankung. Welche Folgewirkungen Penicillin hat habe ich später herausgefunden. Doch ohne Penicillin wäre ich wohl nicht ganz gesund geworden. Was mit Penicillin zusätzlich verabreicht wurde, weiß ich nicht. Heute weiß ich, dass nicht jeder Penicillin verträgt und sogar eine Todesfolge möglich ist. Da habe ich wohl Glück gehabt.

  15. Martin MITCHELL said, on 4. November 2016 at 02:00

    .
    Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.
    Noch lebende verantwortliche und mitverantwortliche Personen und Organisationen – einschließlich Kirche und Staat – und ihre Rechtsnachfolger, können und könnten, meines Erachtens, durchaus für all solche, unter solchen Umständen begangenen Verbrechen (Medikamentenversuche in Heimen, sowohl wie auch für die systemimanente Zwangsarbeit all der älteren Kinder und Jugendlichen in den Heimen in der Bundesrepublik Deutschland – also im WESTEN!), durchaus auch heute noch (heute erst!) strafrechtlich sowohl wie auch zivilrechtlich belangt werden! Diesen diesbezüglichen Präzidenzfall dafür gibt es in Deutschland schon: Bundesgerichtshof-BESCHLUSS 5 StR 451/99 vom 09.02.2000. Siehe das Original dieses höchstrichterlichen Urteils @ https://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/bgh-pansold-dopingopfer.pdf (hier online gestellt von dem Freien Jornalist Jens Weinreich im Jahre 2009).
    .

  16. Martin MITCHELL said, on 5. Dezember 2016 at 09:15

    .
    Pfarrer i.R. Dierk Schäfer hat auch ganz speziell am 20.11.2016 einen Leserbrief „bei der“, bzw. „an die“ FAZ geschrieben, den er mir erlaubte – mich bat – ebenso weiterzuverbreiten. Ich habe diesen seinen Leserbrief vom 20.11.2016 hier untergebracht:

    @ http://heimkinder-forum.de/v4x/blog/index.php/Entry/131-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/

    Nachdem man den FAZ-Artikel vom 19.11.2016 dort gelesen hat, kann man dann auch sogleich Dierk Schäfers Leserbrief vom 20.11.2016 dazu dort lesen (einfach dort runter scrollen).
    .


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