Dierk Schaefers Blog

Österreich, du hast es besser – letztlich auch mit deiner Kirche.

Posted in Kirche, Medien, Religion, Weltanschauung by dierkschaefer on 16. März 2017

Ja, auch Österreich hatte seine Skandalbischöfe, hatte seine Missbrauchsskandale – und damit viel Präsenz „im Netz“.

Aber Österreich hat „kathpress“[1] – wir nur den „epd-pressedienst“[2]

Kathpress hat Geburtstag und uns wurde die Netzpräsenz vorgeführt.[3]

Ich will das gar nicht mit dem epd-pressedienst vergleichen, dachte aber an ein anderes Netzversagen unserer Kirche(n) und schrieb einen Kommentar:

 

»Unsere Kirchen sind – nicht nur bei der Präsenz im Netz – eher ein Trauerspiel. Sie sind eine Welt für sich. Allein der Kirchenjargon und die vielfach enge Vorstellungswelt!

Doch bleiben wir beim Thema Netz. Ich habe 15 Jahre als „Studienleiter“ an einer Evangelischen Akademie gearbeitet. Von Studien in der Regel keine Spur. Tagungsleiter waren wir. Bei uns wurde auch nicht „wissenschaftlich“ gearbeitet, wie einer der Direktoren wähnte. Wie denn auch! Wer die Differenziertheit von Wissenschaften auch nur ahnungsweise kennt, weiß, dass eine Akademie dazu weder die Manpower noch die Sachausstattung hat, auch nicht haben kann. Ein „Thinktank“ sollten wir sein. Pustekuchen! Jeder hatte sein Gärtlein für sich und verteidigte es.

Angetreten waren die kirchlichen Akademien mit der anspruchsvollen Aufgabe, öffentliche Themen „ins Licht des Evangeliums“ zu rücken und ein Podium für kontroverse gesellschaftliche Positionen zu bieten. Das hat punktuell auch gut geklappt. Doch die Zeiten, in denen die Politiker und sonstige gesellschaftliche Akteure einen Platz auf dem Podium einer Akademie zu schätzen wussten oder gar ein Referat hielten, sind – mit Ausnahmen – vorbei. Schließlich gibt es Talkshows zum Einnicken und die sozialen Medien. Mit Twitter erreicht man mehr Leute als über ein Referat in einer Akademie, für das die Teilnehmer viel Zeit und Geld mitbringen müssen.

Als es dann vornehmlich darum ging, den Hotelbetrieb der Akademie auszulasten, schlug ich meinem Akademiedirektor vor, eine Internetakademie zu gründen. Das hätte nicht nur die verpflichtende Koordination der Tagungsleiter erfordert (illusorisch), sondern auch die Aufteilung der gesellschaftsrelevanten Themenbereiche unter den Akademien bundesweit – also auch kirchenweit – noch illusorischer: „Schaue die Zertrennung an, / der sonst niemand wehren kann; / sammle, großer Menschenhirt, / alles, was sich hat verirrt. / Erbarm dich, Herr“.

Aber dermaßen gebündelt wären wir Kirchen auf Dauer ein kompetenter, aktueller Gesprächspartner und anerkannter Meinungsfaktor in der gesellschaftlichen Diskussion geworden. Mein Direktor hat müde abgewinkt. Ja, klar, aussichtslos. Und so dämmern wir unserer Bedeutungslosigkeit entgegen. Bald wird uns nicht einmal mehr der Wind ins Gesicht wehen – warum sollte er auch.«[4]

 

„Meine“ ehemaligen Heimkinder werden wohl eher zufrieden sein, dass die Kirche nicht nur bei ihnen versagt hat – dort allerdings gründlicher.

[1] https://www.kathpress.at/

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelischer_Pressedienst

[3] http://www.theologiestudierende.de/2017/03/16/tritt-frisch-auf-tus-maul-auf/

[4] http://www.theologiestudierende.de/2017/03/16/tritt-frisch-auf-tus-maul-auf/#comment-56356

„Ein Ausschluss von Menschen mit Behinderung ist nicht mit der UN Behindertenrechtskonvention zu vereinbaren“…

Posted in Staat by dierkschaefer on 20. Oktober 2015

… „und auch unter Gleichbehandlungsaspekten nicht akzeptabel. Mit einem einstimmigen Beschluss der 90. Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) 2013 haben die Länder daher bekräftigt, dass sie eine Gleichbehandlung aller betroffenen Personenkreise anstreben.“

Wer immer strebend sich bemüht, den wollen wir erlösen.

http://www.dtoday.de/regionen/lokal-nachrichten_artikel,-Hilfe-fuer-Opfer-von-Unrecht-und-Misshandlungen-in-Einrichtungen-der-Behindertenhilfe-und-Psychiatrie-_arid,447400.html

Internationaler Kindertag? Kinder kosten nur!

Posted in Gesellschaft, Kinder, Kinderrechte by dierkschaefer on 31. Mai 2015

Keine Kinder kosten auch. Doch wenn das der Allgemeinheit bewusst wird, ist es zu spät.

Es ist noch schlimmer als mit dem Strom aus der Steckdose. Kommt keiner mehr, wird man schon eine Lösung finden. Wenn das Rentensystem zusammenbricht, können wir auch die polnische Pflegerin nicht mehr bezahlen.

Als ich einen Ethiker bat, über den „Wert von Kindern“[1] zu referieren, sagte er ganz richtig, das gehe nicht. Menschen hätten aus ethischen Gründen keinen bezifferbaren Wert.

Wir einigten uns dann auf die Wertschätzung, die Kindern entgegengebracht wird.

Damit steht es bei uns in Deutschland nicht gut. Man sieht es an der Geburtenquote: Wir sind Schlußlicht – weltweit.

Na und, mögen Sie fragen. Das heißt doch weniger Lärm, und die wirtschaftlichen Folgen bezahlen wir mit der demographischen Dividende:[2] Weniger Kindergärten, weniger Schulen, weniger Lehrer, weniger ist mehr, das ist die Dividende.

Inzwischen gibt es Alarmmeldungen: »WENIGER SIND WENIGER, Der demografische Wandel erreicht den Arbeitsmarkt«[3]. Kinder als Gesamtbegriff haben also doch einen Wert, der sich in wirtschaftlichen Kategorien ausdrücken lässt.

Doch bleiben wir ethisch korrekt: Kinder haben keinen Geldwert. Und so werden sie bei uns auch behandelt. Ihre Grundrechte[4] sind nicht im Grundgesetz verankert, sie haben keine Stimme bei den Wahlen[5], viele Kinder leben in Armut, weil ihre Eltern auf Sozialhilfe angewiesen sind und Flüchtlingskinder werden mit ihren Eltern abgeschoben, auch wenn diese Kinder hier gut integriert sind, bleiben wollen und auch könnten, wenn sie dürften.[6]

Der Bundestag hat seine Aufgaben an eine Enquete-Kommission Demographischer Wandel [7] delegiert und folgt den Expertisen nicht. Nicht nur der Bundesfinanzminister, sondern auch die Bundesländer sparen an kinderfördernden Reformen. Kinder sind bei uns nur dann Thema, wenn andere Interessen damit bedient werden: „Herdprämie“ gegen Betreuungs­einrichtungen, Streik der Kindertagesstätten-Mitarbeiterinnen, ….

Ach, da ließe sich noch vieles aufzählen, wie man mit Kindern Kasse machen kann.[8]

Vor vielen Jahren habe ich einmal einen Text verfasst „Für eine neue Politik in Kinder- und Jugendlichen-Angelegenheiten“[9]. Keine Folgen, mir ging es nicht besser als den Demographieexperten. Doch Herwig Birg erklärte schon in den 90er Jahren bei einer Befragungsrunde in unserer Akademie, dass es aus der negativen Entwicklung des demographischen Aufbaus keinen Ausweg mehr gebe, denn die Frauen, die mehr Kinder zur Welt bringen sollten, fehlten bereits. Immigration sei nur eine zeitweise Milderung der Problemlage, weil sich Immigranten in diesem Punkt anpassen würden.

Ausblick?!

Morgen wird in vielen Ländern der internationale Kindertag gefeiert.[10]

Die Value of Children Forschung [11]forscht weiter, die Demographen auch.

Der Strom kommt weiterhin aus der Steckdose und die Rente von der Deutschen Rentenversicherung.

Kinder werden weiter von den Jugendämtern in die Einrichtungen freier Träger eingewiesen, ohne dass diese kontrolliert werden.

Irgendwelche Probleme?

Kinder sollten in allen behördlichen Angelegenheiten einen Anwalt des Kindes beantragen können, nicht nur in familienrechtlichen. Darüber müssten sie aber informiert werden und diese Anwälte des Kindes müssten fachgerecht ausgebildet sein und müssen kontrolliert werden.

[1]  Der Wert von Kindern

[2] „Die demografische Dividende bezeichnet in der Demografie und der Ökonomie den möglichen wirtschaftlichen Nutzen, der sich durch die entwicklungsbedingte Veränderung der Altersstruktur eines Staates erzielen lässt.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Demografische_Dividende

[3] So die Studie: Die halbierte Generation – Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und ihre Folgen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland, The Boston Consulting Group, http://www.bcg.de/documents/file189466.pdf

[4] „Mit der Aufnahme der Kinderrechte als Grundrecht würde Deutschland … nicht nur der neuen Sicht auf Kinder als eigenständige Rechtssubjekte Rechnung tragen, sondern zugleich die Charta der Grundrechte der Europäischen Union (Art. 24) [ http://de.wikipedia.org/wiki/Charta_der_Grundrechte_der_Europ%C3%A4ischen_Union ]in nationales Recht umsetzen.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderrechte

[5] Sind also nicht einmal „Stimmvieh“

[6] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/armutsstudie-von-bertelsmann-belegt-benachteiligung-von-kindern-a-1032892.html

[7] „Im Bundestag bestand zwischen 1992 (12. BT.) und 2002 (14. BT) eine Enquete-KommissionDemographischer Wandel – Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft an den Einzelnen und die Politik“. Diese Kommission sollte für den Bundestag die Zahlen der Bevölkerungsentwicklung (Demographie) aufbereiten und bewerten, welche gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen für alle Generationen sich daraus ergeben. Sie sollte (und hat das zwischenzeitlich) den absehbaren Handlungsbedarf feststellen und Empfehlungen für politische Entscheidungen geben.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Enquete-Kommission_Demographischer_Wandel

[8] http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Mit-Kindern-Kasse-m/Das-Erste/Video?documentId=26694946& http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/videomitkindernkassemachenwieheimkinderinsauslandverbrachtwerden100.html http://www.tagesspiegel.de/politik/pflegekind-misshandelt-jugendamt-muss-haften/556556.html

[9] Hier anklicken: Für eine neue Politik in Kinder

[10] „Der Kindertag, auch Weltkindertag, internationaler Kindertag oder internationaler Tag des Kindes ist ein in über 145 Staaten der Welt begangener Tag um auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und speziell auf die Kinderrechte aufmerksam zu machen. [1] Die Art seiner Ausrichtung reicht von einen einem Ehrentag für Kinder über einen Quasi-Feiertag mit Festen und Geschenken bis zu politischen Aktionen in der Tradition eines Kampftages, die die Kinderrechte in das öffentliche Bewusstsein rücken sollen.

Es gibt kein international einheitliches Datum, was historisch begründet ist (siehe Geschichte). In über 40 Staaten wie in der China, vielen mittel- und osteuropäischen Ländern sowie Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird am 1. Juni der internationaler Kindertag begangen. In vielen anderen Ländern sind es gänzlich andere und sehr verschiedene Daten. In Deutschland und Österreich wird am 20. September offiziell der Weltkindertag ausgerichtet, aber auch der 1. Juni als internationaler Kindertag gefeiert.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Kindertag

[11] http://www.pairfam.de/uploads/tx_sibibtex/arbeitspapier_07p.pdf

»Wer finanziell darbt, sollte etwas erhalten«

Posted in Geschichte, heimkinder, Kinderheime, Kinderrechte, Politik by dierkschaefer on 25. März 2015

Kann sein, dass es in der Schweiz[1] anders läuft als bei uns, – wäre gut.

Da Gerechtigkeit in der Entschädigung für ehemalige Heimkinder – aus welcher Sorte Heim auch immer – nicht zu erreichen ist, wäre neben der symbolischen Anerkennung für alle eine angemessene Entschädigung wenigstens für die Bedürftigen ein Kompromiss gewesen. Wer im Heim war und heute ein Einkommen hat, das nicht mehr als 100,00 € über dem Sozialhilfesatz liegt, bekäme eine monatliche Ausgleichszahlung von bis zu 300,00 €. Man hätte die Bedürftigkeit ganz einfach als Beleg für die behinderten Startchancen ins Leben nehmen können.

Ja, es hätte einen Aufschrei gegeben.

  • „Ich will 20.000,00 € von der Kirche (die sein Arbeitgeber ist). Mir geht es finanziell gut, aber ich bin unfähig gemacht worden für Partnerschaften“. – Recht hat er, den ich hier nur als Beispiel anführe. Aber Recht wird er allenfalls vor Gericht bekommen.
  • „Warum kriegen DIE einen Zuschlag zur Stütze? Ich war nicht im Heim, bin aber auch bedürftig und bin nicht schuld daran“. – Auch der mag Recht haben, kann es aber nicht kriegen, weil er eine Lawine lostreten würde.

Gerechtigkeit ist ein unerreichbares Ziel. Wäre man etwas großzügiger gewesen, wäre man ihr aber etwas näher gekommen.

[1] http://www.derbund.ch/bern/kanton/Wer-finanziell-darbt-sollte-etwas-erhalten——/story/25756970

„Schnelle Entschädigung für ehemalige Heimkinder mit Behinderung nötig“

Posted in Kinderrechte, Politik by dierkschaefer on 11. März 2015

Da ist schon einmal das Wort Entschädigung falsch. Denn die gibt es nicht, auch nicht für ehemalige Heimkinder, die ohne Behinderung von ihren kirchlichen und staatlichen Erziehern fürs Leben behindert wurden.

Was ist noch falsch? Die Piraten haben die Forderung erhoben[1]. Piraten, das ist so, wie wenn es die LINKE gefordert hätte. Das ist für die ehrenwerten anderen Interessenvertreter, äh, die Vertreter anderer Interessen im Bundestag – na ja, was ist das schon?!

Das kann ja nix werden.

[1] http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/31290/Schnelle-Entsch%C3%A4digung-f%C3%BCr-ehemalige-Heimkinder-mit-Behinderung-n%C3%B6tig.htm

Ein Besatzungskind wartet auf die Hilfe der Deutschen Botschaft in Washington

Posted in Geschichte, heimkinder, Politik by dierkschaefer on 5. März 2015

Franz Anthöfer ist krank und weiß nicht, wie lange er noch zu leben hat. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete darüber[1] und hier im Block war es auch zu lesen.[2] Franz Anthöfer hat kein Geld, keins für Schmerzmittel oder gar für Therapie und erst recht keins für den Rückflug nach Deutschland. Nötig wäre ein Lazarettflug, den gibt’s es nicht zum Economy-Tarif. Doch es gibt die Deutsche Botschaft in Washington. Sie sollte dem Deutschen, der im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gestrandet ist und totkrank darniederliegt helfen.

Was ist seitdem geschehen?

Auf den Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger meldete sich ein Arzt, der einen Spendenaufruf anregte, der Kölner Stadt-Anzeiger hat noch nicht reagiert, aber der Arzt stellt 100,00 Euro zur Verfügung und ein Bett in seinem Krankenhaus.

Heute bekam ich von Herrn Anthöfer den Mailwechsel zwischen dem Arzt und der Deutschen Botschaft und hatte endlich die Mailadresse des dort zuständigen Mitarbeiters.

Ihm habe ich folgendes gemailt:

[Die Personennamen habe ich hier aus Datenschutz-Gründen ausgelassen, mit Ausnahme den von Herrn Anthöfer]

 

Sehr geehrter Herr …,

Herr Anthöfer hat, wie Sie diesem Mail entnehmen, den Mailwechsel zwischen Ihnen und Herrn … weitergeleitet. Er hat, das werden Sie vielleicht nicht wissen, Frau … vom LVR von der Schweigepflicht mir gegenüber entbunden. Zusätzlich hat er mich gebeten, mit Ihnen in Kontakt zu treten, doch ich hatte Ihre Mailadresse bis heute nicht, und es wäre wohl schwer gewesen, Ihnen am Telefon meine Legitimation darzulegen, warum ich mich für Herrn Anthöfer in seinem Interesse einsetze. Hierzu nur kurz: Ich lernte Herrn Anthöfer auf einer meiner Kriegskindertagungen in der Evangelischen Akademie Bad Boll kennen. Das war im Jahr 2000 oder 2001. Er referierte über seine Erfahrungen als Besatzungskind und über seine durch die US-Behörden behinderte Suche nach seinem amerikanischem Vater. Seine Mutter war übrigens bei der Tagung zugegen und wurde von ihrem Sohn fürsorglich begleitet.

In der Folgezeit hielt mich Herr Anthöfer in gewissen Abständen telefonisch, zuweilen auch per Mail, auf dem Laufenden über seine Situation und die seiner Mutter in den USA. Das muss ich hier nicht weiter ausführen.

Inzwischen hat sich sein gesundheitliches Befinden dramatisch zugespitzt und er möchte zurück nach Deutschland. Das dürfte Ihnen bekannt sein.

Soviel zu Ihren Datenschutzbedenken. Ich war übrigens der Datenschutzbeauftragte der Evangelischen Akademie Bad Boll und verstehe, dass Sie sich soweit wie nötig bedeckt halten müssen. Doch das ist angesichts der Aktivitäten von Herrn Anthöfer nicht mehr nötig. Die Zeit drängt – und er drängt auch.

Wenn Sie schreiben Herr Anthöfer befindet sich geraumer Zeit nicht mehr im Krankenhaus in Weston, so zeigt das offenbar Ihren Kenntnisstand, sollte aber kein Problem darstellen. Herr Anthöfer ist über Mail erreichbar und wird angeben können, wo Sie ihn abholen lassen können, damit er als deutscher Staatsbürger dank der Unterstützung der Deutschen Botschaft wieder zurück nach Deutschland kommen kann. Ein Angebot liegt vor, ihn hier in einem Krankenhaus aufzunehmen. Es bleibt also nur der Transport. Da setzt Herr Anthöfer – und ich auch – voll auf Sie in der Deutschen Botschaft.

Meines Wissens ist auch eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die ich gern auch in meinem Blog veröffentliche, zusammen mit Auszügen aus den verschiedenen Mails: Wie schon gesagt: Herrn Anthöfer nützt der Datenschutz nichts mehr, er hat ihn eher zu fürchten.

Damit wir ihm aber noch helfen können, sollte Ihre Botschaft in Vorleistung gehen und den Transport in die Wege leiten.

Mit freundlichem Gruß

Dierk Schäfer

[1] http://www.ksta.de/koeln/koelner-schicksal-sein-letzter-wunsch–zurueck-nach-koeln,15187530,29980392.html

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/03/01/ein-besatzungskind-will-nach-hause/

Seit 5 Jahren überfällig: Die Frage der ehemaligen Heimkinder mit Behinderung

Posted in Geschichte, heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Menschenrechte, Pädagogik, Politik by dierkschaefer on 3. Januar 2015

»Als Betroffener und Pressesprecher der AG JHH [Arbeitsgemeinschaft Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein] bin ich sehr dankbar für die Rezension, weil sie unter Anderem auch das zum Ausdruck bringt, was von den Betroffenen in der Arbeitsgruppe empfunden wird und auch für ihre Zukunft befürchtet und dazu aufruft, was sich die Arbeitsgruppe JHH erhofft.

Auf dem Hintergrund dieses Buchinhaltes wirkt es besonders diskriminierend und diskreditierend, daß ehemalige behinderte misshandelte Kinder in der heutigen öffentlichen Diskussion weder in der politischen noch kirchenverbandlichen einbezogen werden. Diakonisches Werk, Evangelische Kirche Deutschland aber auch die Politiker/innen im Bund und Ländern beziehen diesen Personenkreis in ihre Überlegungen zur Rechtsfolgen und Entschädigungsgedanken nicht mit ein. Behinderte misshandelte ehemalige Kinder sind wieder die Benachteiligten, bei deren Problemlösung scheinbar auf die natürliche Lösung des Ablebens gesetzt wird«.[1]

[1] klaus dickneite said, on 22. März 2010 at 09:51 : https://dierkschaefer.wordpress.com/2010/03/21/im-herzen-der-finsternis/

Mein Gott, was soll aus Deutschland werden?

Posted in Gesellschaft by dierkschaefer on 20. Dezember 2014

Es geht um Winfried Stöcker aus Görlitz, der etwas gegen Benefizkonzerte für Flüchtlinge hat und gegen den Weihnachtsfirlefanz.[1]

 

»Aber er hat Recht und die Mehrheit der Bürger ist seiner Meinung.«

Da ist wohl was dran. Jedenfalls wenn man die Leser-Reaktionen auf diesen Artikel liest http://www.focus.de/politik/deutschland/moslems-bilden-staat-im-staate-kaufhaus-investor-schockiert-mit-fremdenfeindlichen-aeusserungen_id_4359292.html ). Man schaue sich auch die Bewertungen der Kommentare an.

Da bin ich geneigt, Adenauer zu zitieren: Mein Gott, was soll aus Deutschland werden?

 

Doch der Appell Deutschland erwache! kommt zu spät. Der Islam hat bereits wichtige Bastionen erobert, so Dresden[2]; in Stuttgart dominiert der Halbmond sogar einen Vergnügungspark[3] und hat das Symbol der Fruchtbarkeit okkupiert[4]. Auch in Schwetzingen steht eine große Moschee[5]. Es gibt sicher noch mehr Spuren der Islamischen Eroberung unseres Kulturraumes.

Andere levantinische Bauten wurden nach ihrem zeitbedingten Verfall sogar wieder neu errichtet.[6]

Doch es gibt noch anständige Deutsche[7]. Sie kennen auch die Abstammung der afrikanischen Horden[8].

 

„Denk ich an Deutschland in der Nacht,

dann bin ich um den Schlaf gebracht“.

Geh ich dann ans Internet,

sehn ich mich wieder nach dem Bett.

Doch dann … [9]

 

Na dann gute Nacht Deutschland.

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/20/ach-weihnachten-horen-sie-auf-mit-dem-firlefanz-das-mit-der-krippe-ist-doch-nur-ein-marchen-ohne-jeden-historischen-hintergrund/

[2] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/2939477152/in/set-72157607697145204

[3] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/2521768019/in/set-72157605262874913

[4] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/5512194941/in/set-72157605262874913

[5] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/3801303529/in/set-72157621983263720

[6] http://www.berlin.de/tourismus/fotos/sehenswuerdigkeiten-fotos/1355636-1355138.gallery.html?page=1

[7] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/9821358815/in/set-72157605018442503

[8] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/11292901005/in/set-72157605018442503

[9] http://www.arts.uwaterloo.ca/~acheyne/Fuseli.html

Deutschlandkarte: Wo die meisten armen Kinder wohnen

Posted in Gesellschaft, Kinderrechte, Politik, Soziologie by dierkschaefer on 10. Januar 2014
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Kindesmißhandlungen in Irland – und in Deutschland?

Posted in heimkinder, News by dierkschaefer on 22. Mai 2009

Kindesmißhandlungen in Irland – und in Deutschland?

Fünf Bände, 2600 Seiten mit dokumentierten Mißhandlungen von Kindern in irischen Kinderheimen!

1700 Zeugen trugen innerhalb von 10 Jahren zu dem Bericht der Untersuchungskommission ihre Leidensgeschichten zusammen: Mißhandlungen, Mißbrauch, Zwangsarbeit und durchgängige Demütigungen.

Dieser Bericht kommt aus Irland und findet seit gestern umfassende Resonanz in den deutschen Medien.

In Deutschland tagt zur Zeit, auf zwei Jahre angesetzt, der „Runde Tisch“. Es geht um dasselbe Thema.

Was bedeutet der irische Bericht für die deutschen Verhältnisse?

Einerseits nicht viel, Irland ist Irland. Das Untersuchungsergebnis ist ein irisches, kein deutsches.

Andererseits sind Parallelen deutlich. Hier wie dort wird und wurde geleugnet, wurde von bedauerlichen Einzelfällen gesprochen, wurde auf zeittypische Erziehungsmethoden verwiesen. Der irische Bericht macht klar, daß das Unvorstellbare Realität gewinnen kann. Nein, nicht für die ehemaligen Heimkinder, die haben nie daran zweifeln können, sie leiden noch heute unter dieser erlebten Realität.

Realität haben die unvorstellbaren Menschenrechtsverletzungen für die irische Öffentlichkeit gewonnen, für den Staat und für die Heimträger, doch manche leugnen immer noch.

Nach den vorliegenden Berichten der ehemaligen Heimkinder ist für Deutschland kein wesentlich anderes Ergebnis zu erwarten: Mißhandlungen, Mißbrauch, Zwangsarbeit und durchgängige Demütigungen.

Was bedeutet das?

Der Runde Tisch will »ergebnisoffen« arbeiten. Dieses Ziel ist nicht länger haltbar. Der Runde Tisch muß davon ausgehen, daß es in Deutschland kaum anders aussehen dürfte als in Irland. Er muß also heute schon deutlich machen, an welche Entschädigungen er denkt, wenn die Daten, wie zu erwarten, erhärtet werden. Hierzu liegen bereits von anderer Seite Vorschläge auf dem Tisch, auch auf dem Runden. Anlage  Verfahrensvorschläge-RT

Wenn der Runde Tisch nach dem von ihm nicht zu verantwortenden Startschwierigkeiten Glaubwürdigkeit gewinnen will, muß er nach den erschreckenden aber objektivierten Daten aus Irland vom worst case ausgehen, also, daß es ähnlich teuer werden wird, wie in Irland, das vielleicht auch noch auf größerer Zahlenbasis. Doch es hilft nichts, vergangenes Unrecht muß man anerkennen und dafür bezahlen, auch wenn man nur Rechtsnachfolger ist.

Noch etwas anderes lehrt ein Vergleich. Das wird die ehemaligen Heimkinder weniger interessieren, denn wer gequält wurde, denkt an die Qual und nicht an die Erklärungen. Dennoch:

Es war so logisch: In den deutschen Heimen arbeitete vielfach Personal, das in den Wertvorstellungen der Nazi-Zeit erzogen war, so dachte und so handelte. Doch das kann keine Erklärung sein, denn Irland hat keine Nazi-Vergangenheit.

Ein anderer Erklärungsansatz mag in der Sexualnot zölibatär lebenden Heimpersonals gesehen werden. Auch dieser Ansatz hilft nicht weiter. In evangelischen Heimen hat es anscheinend nicht besser ausgesehen, als in katholischen Einrichtungen. Von einem evangelischen Heim hörte ich, daß dort sämtliche Jungen von den Erziehern und Erzieherinnen mißbraucht wurden.

»Das Personal war nicht gut ausgebildet!« Auch das erklärt nur wenig, denn die Heimleitungen kann man darunter nicht subsumieren. Die hatten eine bessere Ausbildung und wurden zum Teil selber handgreiflich. Sehr ergreifend zu lesen auf Seite 17 im Beitrag von Prof. Manfred Kappeler über den heimleitenden Pfarrer. VORTRAG-am-RUNDEN-TISCH-am-02-04-2009_-_Zur-zeitgechichtlichen-Einordnung-der-Heimerziehung

Was also erklärt die Unmenschlichkeiten?

Ich sehe nur die unkontrollierte Macht als Erklärung, sehe das Fehlen von Gewaltenteilung. Sie läßt die dunkle Seite der conditio humana, der menschlichen Beschaffenheit zum „Vorschwein“ (!) kommen, um eine bekannte freud’sche Fehlleistung hier aufzunehmen. Lord Acton, interessanterweise in Zusammenhang mit der Unfehlbarkeitserklärung des Papstes, schrieb 1887: »Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut«.

Die Erzieher (und Erzieherinnen) waren lauter kleine Päpste, Herren mit Gewalt über die Gewalt- und absolut Wehrlosen. Und sie wurden nicht kontrolliert. „Es gab keine Systematik der Gewaltausübung außer der, daß alle Untaten toleriert wurden.“ schreibt der Historiker Zoran Janjetovic im Ausstellungskatalog „Daheim an der Donau – Zusammenleben von Deutschen und Serben in der Vojwodina“, über das Schicksal der deutschen Donauschwaben in der ersten Zeit nach dem verlorenen Krieg (zitiert nach FAZ/18. Mai 2009). Die Brutalität, mit der Heimkinder behandelt und mißbraucht wurden, ist tatsächlich die gleiche, wie die, von der mir Kriegskinder berichtet haben. siehe: kriegskinderkongress_frankfurt

Wozu wir selber fähig wären, wenn wir unkontrollierte Macht über Wehrlose hätten, wissen wir nicht. Hoffentlich funktionieren dann unsere Spiegelneuronen und bewirken unser Mitleiden, wenn andere leiden.

Etwas weiter sind wir in der deutschen Diskussion aber schon:

»Ich habe mir bis vor zwei Jahren nicht vorstellen können, dass wir so etwas in unserer Geschichte der Diakonie mitschleppen«, sagte Kottnik [Präsident des Diakonischen Werks/EKD]. Mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche waren in der frühen Bundesrepublik oft aus nichtigen Anlässen in vorwiegend kirchliche Heime eingewiesen worden. Viele von ihnen wurden geschlagen und zur Arbeit gezwungen, zudem gab es sexuelle Mißhandlungen. Eine Schulausbildung erhielten die Kinder häufig nicht.

Er habe früher von Einzelschicksalen gesprochen, sagte der Präsident. Heute wisse er, daß dies eine unzulässige Bagatellisierung sei. »Ich will, dass es für die Betroffenen in irgendeiner Form eine Wiedergutmachung gibt«, betonte Kottnik. Der vom Bundestag eingerichtete Runde Tisch, an dem sich auch die Diakonie beteiligt, wolle Ende Juni erste Vorschläge unterbreiten. url: http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/westfalen/2009/5/15/news-119900605/detail.html

Hoffen wir, daß die Wiedergutmachung »in irgendeiner Form« nicht im und Irgendwann und Irgendwie stecken bleibt.

Jetzt muß der Runde Tisch Perspektiven aufzeigen.

Die Zeit der Ergebnisoffenheit ist vorbei.