Dierk Schaefers Blog

Der Folterbericht des #Vatikan

Posted in Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 16. April 2014

Der Folterbericht des #Vatikan

 

Zwei Dinge sind daran bemerkenswert.

  1. Der Bericht[1] erfolgt für den Vatikanstaat, nicht für die Weltkirche. Damit sind weltweite Mißhandlungen und sexueller Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen nicht Gegenstand des Berichts.
  2. Der Vatikan ließ sich 11 Jahre Zeit mit seinem Bericht. Man darf spekulieren. Wollte der Vatikan auf subtile Weise an das Sprichwort anknüpfen, nach dem Gott Mühlen langsam mahlen, aber sicher? Dann wissen wir jetzt, daß der Vatikan tatsächlich nach göttlicher Ordnung funktioniert. Doch wer hätte das auch bezweifelt?

 

[1] http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/61782.html

Völlig naiv oder gewieftes Schlitzohr?

Posted in Kirche by dierkschaefer on 15. April 2014

»Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, verbindet mit Papst Franziskus Hoffnungen für die Ökumene.«

 

http://aktuell.evangelisch.de/artikel/93884/ekd-ratsvorsitzender-papst-bringt-hoffnung-fuer-die-oekumene

Das Wächteramt der Kirche

Posted in Gesellschaft, Kirche, Soziologie, Theologie by dierkschaefer on 14. April 2014

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider dozierte am 11. März 2014 auf einem Symposium von EKD und Evangelischer Polizeiseelsorge in Berlin über das Wächteramt der Kirche. [1]

Für Theologen ist das nicht weiter spannend, weil nicht neu.

Nicht-Theologen, auch nicht-Christen könnten fragen, ob ein Wächteramt der Kirche einerseits eine Anmaßung, vielleicht gar Bedrohung ist, und ob andererseits die Kirche die angemaßte Rolle tatsächlich ausfüllen kann und in der Vergangenheit ausgefüllt hat.

Ehemaligen Heimkindern könnte beim Stichwort Wächteramt auch noch die Wächterfunktion der Jugendämter einfallen. Doch das Thema Anmaßung will ich nicht vertiefen.

Interessanter erscheint mir ein anderer Zusammenhang. Wer etwas beansprucht, sollte Referenzen vorweisen können. Schneider erwähnt öffentliche Debatten, die auch in konkreter Wahrnehmung ihres kirchlichen Wächteramtes inspiriert waren. Sie hätten sogar unsere Kirche vor manche Zerreißprobe gestellt. Schneider erinnert an die Formulierung V in der Barmer Theologischen Erklärung[2]: »Sie (die Kirche) erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten.«

Mit der Verkündigung des Evangeliums an »alle Welt« ist als Auftrag mit gesetzt, die Gebote in aller Welt zur Geltung zu bringen. …Wir sehen es als Aufgabe, in Auslegung des Dekalogs [10 Gebote] und in Aufnahme der Weisungen Jesu den Ordnungsrahmen des Gemeinwesens zu beschreiben. Unser Reden schöpft einerseits aus dem Kern der biblischen Botschaft und ist andererseits sachlich argumentierend. In diesem Sinne gibt es tief in der biblischen Überlieferung verwurzelte Grundentscheidungen, die für unsere ethische und politische Kultur prägend sind. Ich nenne nur die Stichworte: Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaatlichkeit und Schutz der Schwachen.1

 

Nun, da mag er ja Recht haben. Auch ich bin der Meinung, daß wir Christen den Auftrag haben, Gerechtigkeit und Menschlichkeit nicht nur zu praktizieren, sondern auch einzufordern und uns in den politischen Prozeß einzumischen, und dies auch dann, wenn es Nachteile bringt.

Doch wer mit diesem Anspruch fordert, sollte auch liefern. Dabei denke ich nicht an die Verbrechen in kirchlichen Erziehungseinrichtungen in der Vergangenheit. Die hat Schneider nicht zu verantworten. Ich denke an den Betrug an den ehemaligen Heimkindern in der Gegenwart. Entschuldigungsgestammel gab es – nach geraumer Anlaufzeit – zuhauf. Aber die Kirchen haben den ehemaligen Heimkindern jede Entschädigung versagt. Wo waren da Menschenwürde, Gerechtigkeit und Schutz der Schwachen?

Da blieb dann wohl allein die Rechtsstaatlichkeit, dank derer die Kirche sich mit der Verjährungseinrede aus der Bredouille ziehen konnte.

So wurde eine theologisch wie ideengeschichtlich interessante Vorlesung zum Wortgeklingel und damit zur Täuschung der Öffentlichkeit. Wächteramt in christlicher Verantwortung sieht anders aus.

 

[1] epd-Dokumentation 16/14 Polizeiseelsorge

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Theologische_Erkl%C3%A4rung

»Oft werden die Kinder in Institutionen gesteckt, die dann nicht mehr kontrolliert werden.«

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität, Religion by dierkschaefer on 11. April 2014

Ja, hinten weit in Mexiko.[1] Bei uns wäre das unvorstellbar.

 

[1] ) http://www.20min.ch/panorama/news/story/Sekte-haelt-Heimkinder-sechs-Jahre-gefangen-22991694

#Gott ist aus der #Kirche ausgetreten

Posted in Kirche, Theologie by dierkschaefer on 10. April 2014

Gott ist aus der Kirche ausgetreten[1] , das sagt Hanns-Dieter Hüsch[2], der Gott besser versteht, als so manche Kirchenfunktionäre[3].

 

[1] ow.ly/vDagA

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Dieter_H%C3%BCsch

[3] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/10958684993/in/set-72157637867592835

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Das hatte sie nun davon, die katholische Kirche – und die ganze Christenheit im Schlepptau

Posted in Geschichte, Kirche, Kriminalität, Religion, Soziologie, Theologie, Weltanschauung by dierkschaefer on 10. April 2014

Der unchristliche Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen war der Auslöser für Karlheinz Deschners Kriminalgeschichte des Christentums. Wohl im Bewußtsein seiner schwindenden Kräfte hatte er vor nicht langer Zeit den „letzten“ Band vorgelegt[1]. Nun ist Deschner gestorben[2]. Schade, er ist nicht mehr bis zu den Erziehungsmethoden in den christlich geführten Kinderheimen vorgedrungen. Die stellten den Umgang mit den wiederverheiraten Geschiedenen komplett in denn Schatten.

RIP – Er möge in Frieden ruhen.

 

[1] http://dierkschaefer.wordpress.com/2013/04/10/kostenaufstellung-der-heilsgeschichte/

[2] http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/zum-tod-des-religionskritikers-deschner-richter-gnadenlos-12889729.html

Die Vinzentinerinnen mögen befriedigt sein,

Posted in heimkinder, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 9. April 2014

…  doch andere üben Kritik an der Entschuldigung[1] von Franz Kaspar: »„Das ist keinesfalls ausreichend, das kann ich als Betroffener nicht akzeptieren“, sagt Alexander Homes zu der Entschuldigung.« [2]

 

[1] http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/04/08/franz-kaspar-ausert-sich/

[2] http://www.fnp.de/rhein-main/rhein-mainhessen/Kaspars-Entschuldigung-reicht-Opfern-nicht;art801,807639

Franz Kaspar äußert sich

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 8. April 2014

Er war mehrfach Thema in diesem Blog. Darum soll seine Stellungnahme zu den Vorwürfen auch hier zu lesen sein[1]

Stellungnahme_Dr_Kaspar

 

[1] http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/04/07/stiftungsdirektor-franz-kaspar-deckte-vinzentinerinnen/

„Der Exorzismus ist ein Gebet in einer seelsorglichen Betreuungssituation.“

Posted in Kirche, Kriminalität, Psychologie, Religion, Soziologie, Theologie by dierkschaefer on 7. April 2014

Wer gutwillig und blauäugig ist, mag das so sehen. Doch für die Lagen, in denen früher, viel früher, ein Exorzismus als die einzig verbliebene Lösungsmöglichkeit angesehen wurde, sind die Zeiten lange vorbei. Wer allerdings nicht nur etwas, sondern sehr viel gegen die entzauberte Moderne hat, der wird den Tod der jungen Studentin bestenfalls als Kollateralschaden seiner Weltanschauung sehen. Doch der Fall hat anscheinend eine Darstellung gefunden, deren Ergebnis die Kirche aufatmen läßt. Immerhin wurde der Bischof exkulpiert.

»Der damalige Bischof Josef Stangl habe den Großen Exorzismus genehmigt und den beiden Priestern, Anneliese Michels „Seelenführer“ Ernst Alt und dem Exorzisten Pater Arnold Renz, vertraut, die später wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt wurden. Michel selbst und deren Familie hatten ärztliche Hilfe verweigert und auf eine spirituelle Lösung gesetzt. Das Fehlen einer ärztlichen Begleitung sei nicht Stangl anzulasten. Die Schuldfrage sei spekulativ.«[1]

Die Schuldfrage ist nicht spekulativ, sondern die Schuld ist in einem Weltverständnis zu suchen, das nicht von dieser Welt ist – und damit ist rein gar nichts entschuldigt. Im Unterschied zum Opfer und ihrer Familie hätten es sowohl der Bischof als auch die beiden Priester besser wissen können – und müssen.

 

[1] http://www.pow.bistum-wuerzburg.de/index.html/erste-wissenschaftliche-aufarbeitung/8f6796dc-2f85-40f4-a298-264823ce1936?mode=detail Montag, 7. April 2014

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Stiftungsdirektor Franz Kaspar deckte Vinzentinerinnen …

Posted in heimkinder, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 7. April 2014

… und der Leiter des Stifts, auch ein Caspar, mit Nachnamen Söling hat’s aufgedeckt.

Mitteilungen über Gewalttaten nicht nachgegangen

»Angeführt werden die Schilderungen einer früheren Mitarbeiterin und von Angehörigen eines ehemaligen Bewohners. Die Mitarbeiterin berichtet, dass sie 1974 dreimal bei Kaspar gewesen und ihn über „Prügel, Strafen und Demütigungen“ informiert habe. „Er hat mir nicht geglaubt und versichert, im St.Vincenzstift gebe es so etwas nicht und ihm sei darüber nichts bekannt.“ Zudem habe er Ordensfrauen und andere Leute gedeckt.«

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/neue-berichte-ueber-missbrauch-im-st-vincenzstift-12879251.html

 

s. auch:

http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/04/06/merkwurdig-die-vinzentinerinnen/

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