»ehemaliger Kirchenmitarbeiter sagt: «
»Der Artikel ist vom ‘Wunschdenken’ getragen und hat mir der Lebens-Realität nichts zu tun: “300 Euro [monatlich] oder 54.000 Euro bar…” stehen als Forderung hier im Artikel.
Zurück zu den Fakten: Es wurde 2 Jahre am Runde Tisch Heimerziehung (RTH) unter Vorsitz von Frau Vollmer verhandelt. Als Ergebnis ist herausgekommen, dass unter bestimmten Umständen Sachleistungen beantragt werden können. Ich wiederhole: SACHLEISTUNGEN. Ein besseres Ergebnis konnte vom RTH nicht erzielt werden. Es sei daran erinnert, dass ehemalige Heimkinder, die an den Verhandlungen beteiligt waren, diesem Ergebnis zugestimmt haben.
Bis Ende 2014 laufen die Fristen, danach werden die Anlaufstellen geschlossen, und der Laden wird dicht gemacht.
Die freiwillige Erziehungshilfe in den 50er Jahren sollte damals eine Strafe für Eltern und Kinder sein. Wie kann man Eltern oder Mütter am besten bestrafen: durch Kindesentzug. Wie bestraft man Kinder, indem diese in einer Institution unterbringt. Zuchthaus geht natürlich nicht, aber wenn wir das Ding ‘Kinderheim’ nennen, in dem Zucht und Ordnung herrschen, haben wir genau die Ziele erreicht, die damals beabsichtigt waren.
Die Kirchen haben sich entschuldigt und damit ist der Fall erledigt. Endgültig! Basta!«
Der vorstehende Basta-Kommentar gehört zu einem Beitrag von Helmut Jacob in Readers Edition.[1]
Diese Basta-Haltung ist genau die, die zu den Ergebnissen des Runden Tisches geführt haben. „Was geht uns Eure beschissene Lage an? It’s history. Kapiert das doch endlich – und haltet die Klappe!“
Eine wahrhaft christliche, nein, eine kirchliche Einstellung.
Diözese Regensburg: »Über 50 Jahre Vertuschungsgeschichte«
Diözese Regensburg: »Über 50 Jahre Vertuschungsgeschichte«
»Dass sich die Täter dabei wenig um staatliche Gesetze geschert haben, findet seine Ursache unter anderem darin, dass kirchliche Stellen die übergriffigen Priester bis 2010 fast nie von sich aus an die staatlichen Justizbehörden meldeten. Und nicht zuletzt: Es geht um geistliche Täter, die wesentliche Teile ihrer zweifelhaften Sozialisation in elitären katholischen Einrichtungen zur Schaffung von Priesternachwuchs erhalten haben.«
»Der Bamberger Kirchenrechtler Alfred E. Hierold trug im Jahr 2004 auf einer kirchenrechtlichen Tagung zu dem Thema „Pädophilie und Ephebophilie: Rechtsschutz für Opfer und Beschuldigte“ eine stimmige Bestandsaufnahme vor: „Opfer schweigen, weil sie sich schämen“, Verantwortliche in den Gemeinden, weil „sie negative Auswirkungen auf das Ansehen der Gemeinde fürchten“. Selbst Instanzen der weltlichen Justiz halten das Licht der Öffentlichkeit fern. Ermittlungsergebnisse und Gerichtsurteile werden nicht an die große Glocke gehängt, um „dem Image der Kirche nicht zu schaden“. Haftstrafen werden diskret abgewickelt, Informationen nur unter vorgehaltener Hand erzählt. „Geschwiegen haben auch viele Bischöfe, um die Priester nicht bloß zu stellen“.«
»Die Diözese Regensburg ist meilenweit von einer transparenten Aufklärung sexueller Missbrauchsfälle entfernt. Beispielhaft zeigt das die über 50 Jahre andauernde Vertuschungsgeschichte des ehemaligen Domspatzen-Direktors Georg Friedrich Zimmermann«.
» Wer die bisherigen Ankündigungen des Regensburger Ordinariats in Sachen Aufklärung der Missbrauchsfälle rekapituliert, muss bald feststellen, dass das schöne Reden nicht mit dem tatsächlichen Handeln übereinstimmt. Dies ist eine der Hauptquellen für den andauernden Glaubwürdigkeitsverlust der römisch-katholischen Kirche.« [1]
[1] Alle Zitate aus: http://www.regensburg-digital.de/uber-50-jahre-vertuschungsgeschichte/11052013/ [Sonntag, 12. Mai 2013]
[1] http://www.regensburg-digital.de/uber-50-jahre-vertuschungsgeschichte/11052013/ [Sonntag, 12. Mai 2013]
Ist eben auch nur Kirche
Sehr schön haben die Autoren Bingener, Pergande und Schmidt in ihrem heutigen FAZ-Artikel über den Kirchentag http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/politiker-in-hamburg-der-kirchentagskomplex-12171599.html eine human-touch-Geschichte eingeflochten.
Walter Wurst war 1953, vor 60 Jahren, zum ersten Mal bei einem Kirchentag, auch in Hamburg. Nun ist er 81 Jahre alt und wieder dabei. Doch eins wurmt ihn: »Als der Kirchentag näherrückte, schickte Walter Wurst eine E-mail nach Hamburg. Er fragte das „liebe Kirchentagsteam“, ob weitere Teilnehmer des Treffens von 1953 jetzt wieder dabei sein würden«. Doch er erhielt keine Antwort. Auch der Begriff Senior komme im Kirchentagsprogramm nicht vor. »Es ging ihm gar nicht so sehr um sich selbst, sondern darum, „dass man sich erinnert“«.
So ist das mit den „Großen“, sie antworten nicht und lassen auch nicht antworten. Eben auch nur Kirche und der Kirchentag eine Massenveranstaltung – für Jüngere, mit jüngeren Themen. Was zählt da schon ein alter Opa – vielleicht sabbert er schon.
Ansonsten hat Reinhard Bingener, leider nur in der Printausgabe, einen guten Artikel zum Kirchentag geschrieben, Titel Evangelisches Reformhaus. Er zeigt bei aller Freundlichkeit gegenüber der Veranstaltung doch auch so viel Distanz, daß man sich nicht vereinnahmt fühlt, und er stellt das spezifisch Protestantische heraus.
Auch hier aber noch einmal zum erstgenannten Artikel und zu Walter Wurst: »Was für Veranstaltungen Walter Wurst damals auf dem Kirchentag besucht hat, wen er auf dem Kirchentag getroffen hat und wessen Reden gehört, daran erinnert er sich heute nicht mehr. Aber das, sagt er mit Blick auf den Rummel, der in Hamburg um manche Redner gemacht wird, um Margot Käßmann etwa, sei vielleicht gar nicht so entscheidend. „Die Leute sollen sich nicht so wichtig nehmen. In sechzig Jahren weiß das ohnehin kein Mensch mehr.“«
Da hat er wohl recht – und das ist gut so.
Die Schuld der Kirche gegenüber den Opfern der Gewalt
Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013, http://www.der-schwache-glaube.de/?p=1729
»liegt die Vermutung nahe, dass die Einrichtung an einer Aufklärung der schweren Verwürfe nicht interessiert ist.«
»Alle ehemaligen Heimkinder und Betroffene von Kinder- und Jugendheimen in Deutschland sind eingeladen am Montag, den 22. April, gegen 11.15 Uhr vor dem Franz Sales Haus, Essen, (Haupteingang), Steelerstraße 261 durch ihre Anwesenheit Solidarität zu zeigen und die Filmaufnahmen zu unterstützen«.
Wer irgendwie kann: nichts wie hin!
http://www.news4press.com/Franz-Sales-Haus-Essen—Kinderheimopfer_735980.html
PS: Der Text ist schwer verständlich. Es ist ein Zeichen von Achtung der Menschenwürde, auch Menschen zuzuhören, die sich nicht richtig ausdrücken können, und dann zu versuchen, sie zu verstehen.
Klingt ein bißchen arg optimistisch– oder naiv?
»Ist tatsächlich Beteiligung erwünscht? Wenn ja, in welcher Form? Und was ist mit “Beteiligung” eigentlich gemeint? Stellt ein Link oder ein Like schon eine Beteiligung dar? Was passiert, wenn Beteiligung in eine andere Richtung läuft als erwartet oder gewünscht – wird das social media-Format dann wieder eingestellt? Inwiefern Sind social media-einsetzende Organisationen eigentlich fähig zur Responsivität?«
Die Kinder des Lichts gegen die Kinder der Finsternis
»„Der Herr lädt uns ein, treu zu sein bis in den Tod, im Großen wie im Kleinen“, schreibt Bergoglio. Die Kirche sieht er verwickelt in einen „Krieg Gottes“ gegen „den Fürsten dieser Welt“. Damit ist der Teufel gemeint. Die Chancen ständen gut, den Feind zu unterwerfen – wenn die Christen nicht ständig untereinander uneins wären, sich von Ehrgeiz und Überheblichkeit schwächen lassen würden, ihrem Auftrag untreu würden. „Zeichen dieser Untreue sind: (…) den Freunden Raum streitig zu machen, anstatt den Feind zu stellen; darüber zu streiten, wer der Bessere im Kampf ist, anstatt sich um den Oberkommandierenden des Heeres zu scharen und den eigenen Leuten aus der Mannschaft zu dienen.«
»Das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, ist, dass er sich von den „Irrlichtern“ der Vernunft führen lässt. Dann wird er zu einem Intellektuellen, der nichts weiß, oder zu einem „Weisen“ im luftleeren Raum«.
http://www.welt.de/kultur/article115294320/Franziskus-haelt-Ausnahmen-vom-Zoelibat-fuer-denkbar.html
Alles ganz einfach, simpel sozusagen. Der Kampf der Kinder des Lichts gegen die Kinder der Finsternis. Das sind klare Fronten, dort schwarz, hier weiß, Grautöne gibt es nicht.
So etwa stellen sich Religions- und Kirchenfeinde christliche Erziehung vor, …
… und diese Art gibt es tatsächlich.
Ist aber nicht die Normalität.



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